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Ölkonzerne : Repsol-Aktie läuft gut geölt und ist günstig

  • Aktualisiert am

Der Chart zeigt den Kursverlauf der Repsol-Aktie Bild:

Repsol-YPF hat die Zwischendividende erhöht und gerade Gas in Argentinien gefunden. Die Aktie bewegt sich knapp unter ihrem Dreijahreshoch und gilt bei Goldman Sachs als günstigster Öl-Wert in Europa.

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          Der spanische Ölkonzern Repsol-YPF hat in den vergangenen Woche eine Reihe interessanter Nachrichten geliefert. Zuerst teilte Repsol Mitte Dezember mit, die Zwischendividende um 25 Prozent anzuheben. Vergangene Woche meldete das Unternehmen, in Argentinien neue Gasvorkommen entdeckt zu haben und ausbeuten zu wollen. Und am Montag ist der Konzern mit der Mitteilung hervorgetreten, 400 Millionen Dollar im Südwesten Venezuelas zu investieren, um Öl zu fördern.

          Begleitet wird die Nachrichtenlage aus dem Unternehmen von einem wieder steigenden Ölpreis. Auch die Aktie von Repsol-YPF legt zu. Sie verbesserte sich zu Wochenbeginn in einem schwächeren Umfeld auf dem Frankfurter Parkett um 0,48 Prozent auf 18,99 Euro. Damit bewegt sich die Notiz nur knapp unterhalb ihres Dreijahreshochs von 19,49 Euro. Dabei ist der Titel recht niedrig bewertet; für Goldman Sachs ist Repsol der günstigste Verteter seiner Branche in Europa.

          Aktie hat Preisverfall bei Öl getrotzt

          Repsol-YPF hinkt mit einem Jahreskursgewinn von knapp 22 Prozent zwar deutlich dem österreichischen Branchenvertreter OMV hinterher, der sich um 83 Prozent verteuert hat, liegt aber gleichwohl mit der norwegischen Statoil und hat sich besser geschlagen als BP mit einem Plus von 13,7 Prozent und er spanische Ibex-35-Index. Von Statoil und BP unterscheidet die spanische Aktie auch, unter dem Preisverfall bei Öl im Dezember nicht gelitten zu haben: Vielmehr ist die Notiz gleich zu Jahresbeginn auf ihr Dreijahreshoch gelaufen.

          Dabei war der Bericht zum dritten Quartal auf verhaltene Reaktionen von Analysten gestoßen. Zwar hatte der Konzern mit einem Betriebsergebnis von 1,2 Milliarden Euro nach 1,119 Milliarden Euro im Vorquartal und 933 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum die Erwartungen erfüllt. Allerdings fiel der Ergebnisanstieg in der Öl fördernden Sparte Exploration & Production mit 15 Prozent angesichts der im Jahresverlauf stark gekletterten Ölpreise „unterproportional“ aus, wie Helaba Trust meinte. Höhere Ölausfuhr-Steuern und nachteiligen Währungsverhältnissen haben hier zu Buche geschlagen. Dagegen lieferte das Tankstellen- wie das Chemiegeschäft überraschend gute Zahlen. Insgesamt steigerte Repsol-YPF den Periodengewinn um 40 Prozent auf 621 Millionen Euro.

          Goldman Sachs: Günstigster Ölwert in Europa

          Mit Blick auf die Zukunft erwärmt sich die Investmentbank Goldman Sachs an der Berufung von Antonio Brufau, einem früheren Chef von Gas Natural, zum neuen Mann an der Spitze der Iberer. Von diesem Schritt werde die Gas-Division profitieren, die im Branchenvergleich unterbewertet sei. Goldman Sachs hält gleichsam die Aktie für längst nicht vernünftig bezahlt. Aus ihrer Sicht ist das Papier 21 Euro wert. Daraus folgt ein Abschlag von elf Prozent beim aktuellen Kurs.

          Im Fall einer Übernahme durch einen Mitbewerber oder eine entsprechende Fusion stiege aus Sicht der amerikanischen Investmentbank der faire Wert sogar auf 25 Euro. Goldman Sachs verweist dabei auf Gas Natural und die Vereinbarung beider Unternehmen, Vermögenswerte zu tauschen. Der moderat aufwärts deutende Kursverlauf läßt indes nicht darauf schließen, daß diese Phantasie den Markt sehr erregt.

          Resistenz gegen Preisverfall ein Zeichen der Stärke

          Handfester ist die auf Ergebnisschätzungen von Analysten beruhende Bewertung - und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 9,54 ist Repsol-YPF in der Tat etwas günstiger als die norwegische Statoil (9,76), die österreichische OMV (9,78) und deutlich niedriger bewertet als die britische BP (12,95) und die niederländische Royal Dutch (12,0). Insofern hat das spanische Papier zumindest etwas Nachholbedarf.

          Aus aus technischer Sicht sieht es ganz günstig aus. Die Aktie bewegt sich im Aufwärtstrend. Ihre Resistenz gegen Preisverfall kann als ein Zeichen der Stärke angesehen werden. Um sich weiteres Kurspotential zu erschließen, müßte sie das Dreijahreshoch und die aus einem Zwischenhoch vom Februar 2001 resultierende Hürde bei knapp 20 Euro nehmen. Anschließend wäre der Widerstand bei 21 Euro die nächste Orientierungsmarke.

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