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Ölindustrie : Aktie von Santos reitet auf der Ölpreiswelle

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Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie von Santos Ltd. Bild:

Aktien von Ölunternehmen haben derzeit leichtes Spiel. Ein steigender Ölpreis treibt die Kurse auf neue Höhen - so auch den der australischen Santos Ltd.

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          Wo will der Ölpreis noch hin? So stöhnen zum einen die Verbraucher, zum anderen fragen es sich die Spekulanten. Auf der Welle des steigenden Preises für das schwarze Gold reiten die Kurse vieler Branchenaktien nach oben.

          Dazu gehört auch die Aktie der australischen Ölbohrunternehmens Santos Ltd. Die Firma aus Down Under fördert und vermarktet Öl und Erdgas in Australien, Papua Neu-Guinea und Indonesien. Das Unternehmen ist mittlerweile ein halbes Jahrhundert alt und somit ein alter Hase im Geschäft.

          Trotz Ölboom: 2004 war kein gutes Jahr

          Mittlerweile setzt das Unternehmen pro Jahr 1,5 Milliarden australische Dollar (rund 950 Millionen Euro) um, getragen wie bei allen Ölwerten in erster Linie natürlich von einem steigenden Ölpreis. 1998 etwa, als der durchschnittliche Verkaufspreis des Barrels Santos-Öls noch bei 20,95 australischen Dollar lag, betrug der Umsatz noch 769,4 Millionen australische Dollar. Im vergangenen Jahr nahm Santos pro Barrel 51,83 australische Dollar ein.

          Trotz allem kann Santos mit dem vergangenen Jahr nicht wirklich zufrieden sein. Der Umsatz wuchs nur moderat um 2,5 Prozent und höhere Kosten des Verkaufs drückten die Bruttomarge. Durch das Drücken von Kosten und außerordentliche Einkünfte gelang dennoch eine Ergebnisverbesserung um 16 Prozent.

          Die langfristigen Ziele wurden indes verfehlt. Weder gelang eine Steigerung des Vorsteuerergebnisses von über zehn Prozent, noch wurde das langfristige angestrebte Produktionswachstum erreicht. Im Gegenteil sank die Produktion sogar. Schuld war auch ein Gasleck und daraus resultierend ein Feuer im Gaswerk australischen Moomba, aber auch ohne dieses wäre 2004 nicht gut ausgefallen.

          Das hatte Santos indes so prognostiziert, da sich einige Ölfelder der Firma am Ende ihrer Ausbeutbarkeit befinden. Dies wirkt sich von zwei Seiten auf die Ergebnisse aus. Zum einen fällt die Ergiebigkeit der Felder, zum anderen muß verstärkt in die Erschließung neuer Vorkommen investiert werden.

          2005 wieder auf Kurs

          Das soll sich im kommenden Jahr niederschlagen. Prognostiziert wird ein Produktionswachstum von 15 Prozent. Das erste Quartal unterstrich diese Erwartungen. Die Produktion wuchs um knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 12,5 Millionen Barrel, der Umsatz um 82 Prozent auf 465,9 Millionen australische Dollar. Die hohen Erlössteigerungen beinhalten zwar auch den Effekt des Produktionsausfalls durch das Feuer im Moomba-Werk, in der Hauptsache handelt es sich dabei aber um echtes Wachstum.

          Fundamental ist Santos auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Jahr mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,6 bewertet. Die Bewertung liegt damit im oberen Mittelfeld der Branche und macht die Aktie zwar nicht billig, aber auch noch nicht überteuert.

          Der Chart läuft indes seit Mitte 2003 eindeutig nach oben. 158 Prozent Kursgewinn sind seit dem Tief vor fast genau zwei Jahren mittlerweile angelaufen. Und solange der Ölpreis auf hohem Niveau bleibt oder noch zulegen kann, solange kann die Santos-Aktie mit ihm mitlaufen.

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