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Öl : Aktien von OMV und Repsol könnten sich gegenläufig entwickeln

  • Aktualisiert am

OMV verdient unter anderem Geld mit Tankstellen Bild: OMV

OMV hat mit Zahlen zum ersten Quartal enttäuscht, Repsol positiv überrascht. Dies spiegelt sich in den Aktienkursen wider. Mittelfristig könnten sich beide Titel gegenläufig entwickeln. Repsol hat in Argentinien zu kämpfen.

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          OMV und Repsol haben einiges gemeinsam: Sie versorgen ihre Kunden mit Öl und Treibstoffen sowie Gas und sind große Spieler ihrer Branche in Europa. Die Österreicher von OMV vor allem in Zentraleuropa, die Spanier von Repsol besonders auf der iberischen Halbinsel. Doch obwohl sie in ähnlichen Gewässern fischen, hat sich ihr Geschäft im ersten Quartal unterschiedlich entwickelt.

          Während OMV die Analystenprognosen recht klar unterlaufen und mithin die Börsianer enttäuscht hat, konnte Repsol die Erwartungen übertreffen. Das spiegelt sich in den Kursen der Aktien wider: OMV verlieren in Wien 4,3 Prozent auf 152,80 Euro, Repsol legen dagegen in Madrid 1,4 Prozent auf 17,13 Euro zu.

          Doch in den nächsten Monaten könnten sich beide Titel auf andere Weise gegenläufig entwickeln. Denn die Österreicher freuen sich über verbesserte Margen im laufenden Quartal, während die Spanier höheren Steuern in Argentinien, wo sie einen gut Teil ihres Öls pumpen, entgegensehen.

          OMV wegen Margendrucks und Investitionen unter Prognosen

          Die OMV AG hat im ersten Quartal das Betriebsergebnis (Ebit) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf 148 Millionen Millionen Euro nach 145 Millionen Euro im Vorjahr gesteigert. Analysten hatten aber ein Ebit von 168 Millionen Euro erwartet. Der Periodenüberschuß stieg den Angaben zufolge um zwölf Prozent auf 105 Millionen Euro nach 94 Millionen Euro. Den Konzernumsatz bezifferte die OMV mit 2.199 Millionen Euro nach 1,792 Milliarden Euro vor Jahresfrist. Die Umsatzsteigerung um 23 Prozent sei vor allem höheren Mengen- und Preisniveaus zu verdanken. Nur: Der Markt hatte mit Erlösen von 2,58 Milliarden Euro gerechnet.

          Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, ist die Ergebnisverbesserung auf das Wachstum im Geschäftsbereich Exploration und Produktion (E&P) und Erdgas sowie auf Anlagenverkäufe zurückzuführen. Der Zuwachs sei allerdings wegen sinkender Margen im Raffineriegeschäft, schlechten Wetters für den Einsatz von Düngemitteln und eines geringen Ertragswachstums im Geschäftsbereich E&P aufgrund des starken Euro gedämpft ausgefallen. Außer einem verbesserten Beteiligungsergebnis hätten sich geringere Steuerauswirkungen durch in das zweiten Quartal 2004 verschobene Rohöl-Liftings positiv ausgewirkt, hieß es zur Erklärung.

          Wie Klára Székffy, Analystin der Raiffeisen Centro-Bank (RCB) in Wien, im Gespräch mit FAZ.NET ergänzte, hat OMV auch unter einem schlechter als erwartet verlaufenen Tankstellengeschäft gelitten sowie Investitionskosten und Produktionsausfälle durch den Umbau einer Raffinerie in Wien-Schwechat zu schultern gehabt. Die Margen für Öl seien von 3,8 Dollar auf 2,7 Dollar je Barrell (152 Liter) gesunken. Denn OMV produziere zwar selbst Öl, aber nur etwa 45 Prozent der benötigten Menge. Und die Preise für Rohöl seien stärker gestiegen als die Tarife für Ölprodukte.

          Analystin für zweites Quartal und Jahr von OMV zuversichtlich

          Die OMV AG hat gleichwohl für das Gesamtjahr 2004 unveränderte Wachstumsziele. Das Ergebnis des ersten Quartals stützt die Erwartung, daß OMV im laufenden Jahr das Vorjahresergebnis erreichen wird, sofern sich die Rahmenbedingungen nicht nachteilig ändern, wie es heißt. Wachstum in den Kernbereichen bei gleichzeitiger Steigerung der Ertragskraft sei weiterhin die Leitlinie. Zudem will OMV im Laufe des Jahres die Hälfte des Weges zu Verdoppelung der Marktposition sowie des Unternehmenswertes bis 2008 erreicht haben.

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