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Noch ein Börsengang : Straßenlampen-Hersteller Hess will bald aufs Parkett

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Der Lichtkünstler Emdelight, den Hess vor einem halben Jahr gekauft hat, hat unter anderem den Commerzbank-Tower in Frankfurt beleuchtet. Bild: Schmitt, Felix

An angekündigten Börsengängen mangelt es dieser Tage wahrlich nicht. Nun hat auch der mittelständische Hersteller von Straßenleuchten Hess bekanntgegeben, dass es ihn aufs Parkett zieht.

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          Nach dem Versicherer Talanx will nun auch ein Mittelständler den Gang auf das Börsenparkett wagen. Der baden-württembergische Außen- und Straßenleuchten-Hersteller Hess bereitet sich auf einen Börsengang im streng regulierten Prime Standard vor. „Wir können den Prozess jederzeit starten“, sagte Vorstandschef Christoph Hess, der das Familienunternehmen aus Villingen-Schwenningen seit 2007 führt, am Freitag.

          Finanzkreisen zufolge soll die Hess-Aktie im Oktober erstmals notiert werden. Geplant sei ein Emissionsvolumen in zweistelligem Millionen-Bereich aus einer Kapitalerhöhung, sagte ein Insider. Das Unternehmen wollte sich zu Einzelheiten noch nicht äußern.

          Börsengänge im Mittelstand gelten als schwierig

          Bisher hat es in diesem Jahr noch kein Unternehmen aus Deutschland in das oberste Börsensegment geschafft. Steigende Kurse machen nun zahlreichen Unternehmen Mut. Börsengänge im Mittelstand gelten aber als schwierig, weil internationale Investoren vor der geringeren Handelbarkeit solcher Aktien zurückschrecken.

          Hess setzt auf den erzwungenen technologischen Wandel bei Straßenleuchten. Die weit verbreiteten Quecksilberdampf-Lampen müssen bis 2015 in Europa ersetzt werden. Sie sollen von LED-Lampen abgelöst werden. Das Geld aus dem Börsengang soll in die Finanzierung des erhofften Wachstums fließen.

          Erleuchteter Commerzbank-Tower in Frankfurt

          Vor einem halben Jahr hatte Hess schon den Lichtkünstler Emdelight gekauft, der unter anderem den Commerzbank-Tower in Frankfurt beleuchtet. Die Familie, die Hess in dritter Generation führt, hatte 2011 schon den Finanzinvestor Holland Private Equity an Bord genommen, der knapp 30 Prozent hält. Zu den Konkurrenten zählt Hess zumindest in Teilbereichen die österreichische Zumtobel, die schwedische Fagerhult und Firmen wie Cree aus den Vereinigten Staaten und Dialight aus Großbritannien.

          Hess setzte im vergangenen Jahr 68,1 Millionen Euro um, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag bei 5,6 Millionen Euro. In den ersten sechs Monaten sei der Umsatz um 39 Prozent gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Hess beschäftigt rund 360 Mitarbeiter.

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