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Börsenhausse in Tokio : Nikkei überspringt zeitweise 20.000 Punkte

Japans Leitindex Nikkei stieg erstmals seit April 2000 wieder über die 20.000er-Marke Bild: Reuters

Aussichten auf Rekordgewinne der japanischen Unternehmen und auf eine weiter lockere Geldpolitik treiben den Nikkei-225-Index auf ein 15-Jahres-Hoch. Wirtschaftsminister Amari wünscht sich eine „Mini-Blase“.

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          Zum ersten Mal seit April 2000 hat der Nikkei-225-Index am Freitag die Marke von 20.000 Punkten durchbrochen. Im frühen Morgenhandel in Tokio stieg der Index kurzzeitig auf 20006 Punkte, um danach leichter zu tendieren. Seit Jahresbeginn hat der Index gut 14 Prozent zugelegt. Der deutliche Anstieg gilt überwiegend als Reaktion auf Gewinnsteigerungen der Unternehmen und auf die Aussicht einer noch auf lange Zeit sehr lockeren Geldpolitik der Bank von Japan. Mit dem recht schwachen Yen stehen Großunternehmen wie Toyota vor Rekordgewinnen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Seit die Notenbank im April 2013 mit der monetären Lockerung begann, gewann der Nikkei-225-Index rund 64 Prozent. Allein in diesem Jahr beträgt das Plus knapp 15 Prozent. Japans Leitindex ging letztlich am Freitag 0,2 Prozent leichter mit 19907,6 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,3 Prozent auf 1589,5 Punkte nach.

          Marktkommentatoren von Wertpapierhäusern sind gespaltener Meinung, wie lange die Rally am Aktienmarkt andauern wird. Am Freitag morgen dominierten vorerst Gewinnmitnahmen, nachdem die Marke von 20000 Punkten geknackt war.

          Amari hofft auf „Mini-Blase“

          In einem für Politiker außergewöhnlichen Kommentar lobte Wirtschaftsminister Akira Amari, dass sich womöglich eine kleine Luftblase am japanischen Aktienmarkt entwickele. „Wenn die jüngsten Aktiengewinne Zeichen für eine Mini-Blase sind, dann würde ich das begrüßen“, sagte Amari. Er führte das Aktienplus überwiegend auf die Erwartung höherer Unternehmensgewinne zurück. Die Regierung müsse mit ihrer Politik dafür Sorge tragen, dass diese Erwartung zur Realität werde.

          Das zuvor letzte Mal hatte der Nikkei-Index im April 2000 bei mehr als 20.000 Punkten gelegen, zum Ende der Internet-Blase an den globalen Aktienmärkten. Danach fiel er bis ins Jahr 2003 hinein, um sich bis Juni 2007 auf mehr als 18.000 Punkte zu erholen. Mit der von Amerika und Europa ausgehenden Finanzkrise sackte der Nikkei bis März 2009 auf 7054 Punkte ab. Mit dem Wahlsieg von Ministerpräsident Shinzo Abe im Dezember 2012 setzte die derzeitige Rallye ein. Abe setzt auf eine Wirtschaftspolitik des ultralockeren Geldes mit einer expansiven Finanzpolitik, die nur schrittweise mit mehr Wachstum auf einen solideren Pfad zurückkehren soll. Als drittes Element der sogenannte „Abenomics“ gelten die Märkte befreiende Strukturreformen, die aber nach einigen Anfangserfolgen nur stockend vorankommen.

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