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Neuemissionen : Hypo Real Estate startet Handel mit 11,25 Euro

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Die neue Immobilienaktie Hypo Real Estate Group ist am Montag etwas besser als teilweise befürchtet in den Handel gestartet. Allgemein beurteilen Marktteilnehmer den neuen Titel aber eher zurückhaltend.

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          Die neue Aktie des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate ist am Montag mit einem Aktienkurs von 11,25 Euro in den Handel gestartet. Im bisherigen Tagestief gab der Kurs bis auf 10,91 Euro nach, doch gegen 10.05 Uhr hat er sich sogar bis auf 11,95 Euro befestigt. Die HypoVereinsbank (HVB) verliert wegen der Abspaltung ihrer Tochter zugleich rund 13 Prozent auf 14,25 Euro.

          Die HypoVereinsbank-Aktionäre hatten am Wochenende für vier HVB-Anteilsscheine jeweils eine Aktie der neuen Hypo Real Estate erhalten. Unter dem Strich stehen HVB-Aktionäre so am Montagvormittag besser da als zum Börsenschluß am Freitag.

          Bei der HypoVereinbank bleiben viele Immobilienrisiken

          Etwas belastet wird die Kursfindung bei der HVB-Aktie von einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“, wonach in den Büchern der Münchner Bank auch nach dem Börsengang der abgespaltenen Immobilientochter Hypo Real Estate Risiken bei gewerblichen Immobilienfinanzierungen im Umfang von rund 30 Milliarden Euro verbleiben.

          Die Hypo Real Estate habe nur einen Teil der Risiken im Geschäft mit deutschen Bauträgern und Investoren übernommen, heißt es. Große Teile des heiklen Inlandsgeschäfts blieben weiterhin bei der HVB. Anders als erhofft hätte sich die HVB durch die Abspaltung somit nur von einem Teil dieses risikoreichen Geschäftsfeldes getrennt. Das Urteil der Börsianer dürfte deshalb zurückhaltend bleiben.

          Neue Aktie nicht als Überflieger eingeschätzt

          Schon im Vorfeld der Abspaltung waren vornehmlich vorsichtige Stimmen zu hören gewesen (siehe Links). Kritiker meinten, der Hypo Real Estate dürfte es schwer fallen, auf nachhaltiges Interesse zu stoßen, da das Institut zu sehr vom schwachen Immobilienmarkt in Deutschland abhängig sei. So sagte Kokkie Kooyman von Coronation Fund Managers: „Der deutsche Markt ist relativ risikoreich. Viele Wohnungen stehen leer und es gibt Unsicherheiten mit Blick auf die Konjunktur.“

          Allerdings hat dieser Umstand die Aktie des Wettbewerbers Aareral Bank nach Startschwierigkeiten nicht an eine sehr guten Wertentwicklung gehindert. Die Aareal Bank hat aber auch den Vorteil, wesentlich rentabler zu sein. So betrug bei ihr die Eigenkapitalrendite im ersten Halbjahr 9,2 Prozent, während sie sich bei der Hypo Real Estate im Gesamtjahr vermutlich auf 1,4 Prozent belaufen wird.

          Hinzu kommt, daß die Hypo Real Estate ähnlich wie die von der Depfa-Bank abgespaltene Aareal Bank am Beginn ihres Börsen-Daseins unter den Abgaben derjeniger Anleger leiden wird, die keinen reinen Immbilienfinanzierer in ihrem Depot haben wollen. Die derzeitige Haltung der Börsianer kommt daher ganz gut in den Worten von Marijn Smit, Analyst bei ABN Amro, zum Ausdruck: „ Ich sehe niemanden, der auf diese Aktie wegen einer spannenden Anlagegeschichte springen wird. Es ist kein attraktives Geschäftsumfeld und sie erwirtschaften keine guten Renditen. Aareal ist da die bessere Wahl“, lautet sein Fazit.

          Am ersten Handelstag schlägt sich der Wert aber ganz passabel. Das erklärt ein Händler wie folgt: „Die Aktie profitiert von der Platzierung des Münchener-Rück-Anteils. Das hat die Furcht vor einem Verkauf der Titel über die Börse aus dem Markt genommen.“ Der weltgrößte Rückversicherer hatte in der Vorwoche mitgeteilt, die ihm zustehenden 25,7 Prozent des Hypo-Kapitals an institutionelle Anleger verkauft zu haben.

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