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Neuemissionen : Aktieninstitut hält dieses Jahr 20 Börsengänge für möglich

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Das Deutsche Aktieninstitut bleibt trotz der jüngsten Emissions-Flops zuversichtlich. 2003 seien nach wie vor 20 Börsengänge erreichbar. Zur Stärkung des Vertrauens der Anleger sei zudem ein neues Aktienrating geplant.

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          Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hält trotz der jüngst abgesagten Börsengänge in diesem Jahr etwa 20 Neuemissionen für möglich. „20 Börsengänge könnte ich mir nach wie vor vorstellen, das müßte auf dem deutschen Kapitalmarkt erreichbar sein", sagte DAI-Geschäftsführer Rüdiger von Rosen am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt.

          Die beiden geplatzten Börsengänge von X-Fab und Siltronic seien zwar ein holpriger Anfang, hätten aber gezeigt, daß der Markt funktioniert. „Die Anleger haben gelernt, daß man Aktien kaufen kann, aber nicht unbedingt muß", sagte von Rosen. Und er ergänzt weiter: „Es ist kein Merkmal einer entwickelten Aktienkultur, wenn alles blind gezeichnet wird, was angeboten wird.“

          Mit Blick auf den Erfurter Halbleiterhersteller X-Fab sagte er, wenn Zulassungsbedingungen nur verspätet und halbherzig erfüllt würden, stelle sich die Frage, ob ein Unternehmen börsenreif sei. Zum Münchener Halbleiterzulieferer Siltronic meinte er, es sei völlig normal, daß ein Emittent seinen Börsengang verschiebe, wenn die Marktlage aus nicht zu beeinflussenden politischen Gründen die Emission behindere. Die beiden Firmen waren die ersten Börsenaspiranten für 2004, nachdem im Jahr 2003 zum ersten Mal seit 1968 kein einziges Unternehmen in Deutschland neu an die Börse gegangen war.

          Neues Aktienrating soll Anlegervertrauen stärken

          Das Vertrauen in die Informationspolitik am Aktienmarkt will das DAI über ein neues Aktienrating wieder stärken. Das Aktienrating solle analog zum traditionellen Anleiherating die Investmentqualität einer Aktie aus Sicht des Aktionärs beurteilen. Nicht jedes Unternehmen, das seinen Gläubigern die Rückzahlung der Kredite mit höchster Wahrscheinlichkeit garantieren könne, sei automatisch auch für seine Aktionäre eine professionell und rentabel geführte Investition.

          „Insgesamt würde ein unabhängiges Aktienrating eine Lücke zwischen den Ergebnissen der Wirtschaftsprüfer, der Aktienanalysten und der Kreditratingagenturen schließen", sagte von Rosen. Gespräche über die Finanzierung einer solchen Ratingagentur seien auf einem guten Weg und könnten bis zum Frühsommer zur Gründung der Agentur führen.

          Von Rosen sprach sich gegen die von manchen Aktionärsvertretern geforderte Veröffentlichung einzelner Vorstandsgehälter aus. „Ökonomisch ist nicht zu erkennen, welchen Informationsvorteil Investoren haben sollen, wenn sie neben der schon heute veröffentlichten Gesamtsumme der Vorstandsbezüge einen individuellen Ausweis erhalten", sagte er. Bislang publiziert ein Drittel der im Leitindex Dax gelisteten Unternehmen die Gehälter der einzelnen Vorstandsmitglieder.

          Das 1953 gegründete Deutsche Aktieninstitut widmet sich mit seinen 184 Firmen- und mehr als 100 Einzelmitgliedern der Förderung der Aktienkultur in Deutschland.

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