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Marktbericht : Nervöse Anleger lassen Aktienkurse weiter fallen

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An der New Yorker Börse bereitet das aktuelle Handelsgeschehen Kopfzerbrechen. Der deutsche Dax fällt ebenfalls weiter. Bild: dpa

Die Stimmung im Dax ist gekippt. Zwischenzeitliche Hoffnungen auf eine Entspannung zerschlagen sich wieder. Besonders unter Druck standen die Auto-Aktien.

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          Der Dax ist weiter im Rückwärtsgang und stellt sich damit in die Reihe der weltweiten Aktienindizes. Konjunktursorgen zogen den deutschen Aktienmarkt in die Tiefe. Der Dax litt auch unter dem Kursrutsch an den New Yorker Börsen zur Wochenmitte und fiel um 1,7 Prozent auf 9794 Punkte. Im Tagestief hatte er bei 9617 Punkten gelegen.

          Sieben von neun Handelstagen hat der Dax damit im Minus beendet. Ein solch verheerender Jahresauftakt sei kein gutes Indiz für das Gesamtjahr, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg. Im Regelfall ende das Aktienjahr dann auch insgesamt im Minus oder falle zumindest im langjährigen Durchschnitt schwach aus.

          Neben den Kursverlusten fällt die hohe Schwankungsbreite innerhalb der einzelnen Handelstagen auf. 165 Punkte zwischen Tageshoch und Tagestief waren am Montag der kleinste in diesem Jahr gemessene Wert. An den anderen Tagen waren es weitaus mehr, auch am Donnerstag, als eine Erholung den Dax nach einem positiven Handelsstart an der Wall Street um 270 Punkte bis auf 9884 Punkte brachte und damit das Tagesminus auf 0,8 Prozent reduzierte. Solche Tagesschwankungen sind außergewöhnlich und zeigen die hohe Verunsicherung an den Aktienmärkten zeigt. Der V-Dax New, das Fieberthermometer des Marktes, ist auf Werte von mehr als 30 Prozent gestiegen, ein Alarmsignal.

          Stark unter Druck standen nicht zuletzt die Kurse der Auto-Aktien. Nachdem die französische Presseagentur AFP berichtet hat, dass Ermittler Computer von Renault als Teil einer Überprüfung von Emissionstests beschlagnahmt haben, geht die Sorge vor einem branchenweiten Emnissionsskandal um.

          Daimler, BMW und VW verloren mehr als drei Prozent. Unter den Nebenwerten gehörte der Autozulieferer Rheinmetall mit Abschlägen von fünf Prozent zu den größten Verlierern.

          Auch die anhaltenden Turbulenzen am Ölmarkt machen der Börse zu schaffen. Der Preis für das Nordseeöl-Brent war zeitweise auf ein Zwölf-Jahres-Tief von 29,73 Dollar je Fass gerutscht, erholte sich dann aber wieder etwas. Viele Anleger sehen in dem seit Monaten anhaltenden Preisverfall bei den Rohstoffen ein schlechtes Konjunktursignal. Analyst Dirk Gojny von der National-Bank verwies außerdem als Belastungsfaktor auf den am Mittwochabend veröffentlichten Konjunkturbericht der Notenbank Fed. Die Aussagen der Notenbanker machten deutlich, dass es doch einige Bedenken zum weiteren wirtschaftlichen Verlauf gebe. Damit bleibe der geldpolitische Kurs der Fed unklar.

          Auch Lufthansa standen nach einem Pressebericht unter Druck und verloren mehr als drei Prozent. Das „Handelsblatt“ sprach von einem Fehlstart der neuen Billigtochter Eurowings. Als Belastung hinzu kam ein Terroranschlag in Indonesiens Hauptstadt Djakarta, der Luftfahrtwerte europaweit stark ins Minus drückte.

          Gut hielten sich K+S, die am Ende drei Prozent fester schlossen. Nach Informationen der "F.A.Z." bastelt K+S an einer neuen Abwehrstrategie für Übernahmeversuche. Manager hätten die Idee aufgeworfen, Morton Salt in den Vereinigten Staaten teilweise an die Börse zu bringen. Die Analysten von Equinet würden ein separates Listings des gesamten Salzgeschäfts begrüßen. Dies dürfte dem eigentlichen Wert der Sparte gerecht werden, hieß es in einem Kommentar.

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