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Nebenwerte : Kampa-Aktie kann auf übertroffene Prognose bauen

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Der deutsche Fertighausbauer Kampa hat seine Umsatzprognose übertroffen und will eine Dividende zahlen. Dies hilft der Aktie, deren Wert sich binnen Jahresfrist fast verdoppelt hat, ihren Weg nach oben fortzsetzen.

          Aktien von Unternehmen aus der Baubranche haben sich in der jüngeren Vergangenheit gut oder besser entwickelt - anders als die Branche selbst: So kletterte der Kurs von Bilfinger Berger binnen Jahresfrist um 64 Prozent und jener von Hochtief sogar um 104 Prozent. Von dem Aufschwung unter den Bautiteln hat auch das Papier von Kampa profitiert. Das im General Standard notierende und deshalb von der Pflicht der Quartalsberichterstattung befreite Unternehmen ist aktuell 90 Prozent teurer als Anfang März vergangenen Jahres. Parallel dazu hat Kampa nach der Schließung von Produktionsstätten, Entlassung und gestiegenen Umsätzen die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft.

          Am Dienstag vormittag legt der Kurs an der Frankfurter Börse um 3,60 Prozent auf 7,20 Euro zu. Soviel war die Aktie zuletzt im August 2001 wert. Und die Chancen auf weitere Kursgewinne stehen gut, denn charttechnisch sieht es gut aus, und die Ankündigung einer Dividende macht den Titel attraktiver.

          Auch unter dem Strich in die Gewinnzone zurückgekehrt

          Kampa wird das Jahr 2003 erst am 15. April abschließend bilanzieren. Doch hat das Unternehmen schon Umsatz und Gesamtleistung mitgeteilt. Denmach stiegen die Außenumsätze konzernweit um 3,6 Prozent auf 169,3 Millionen Euro. Folglich hat Kampa die eigene Erlösprognose übertroffen: Im November hatte es noch geheißen, der Umsatz werde jenseits der Marke von 160 Millionen Euro liegen.

          Den Sprung zurück in die Gewinnzone hat der Konzern sowohl operativ als auch unter dem Strich geschafft. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist auf 3,5 Millionen Euro gestiegen - für 2002 hatte Kampa noch ein Minus von 6,8 Millionen Euro ausgewiesen. Und nach einem Verlust von 7,7 Millionen Euro im Vorjahr weist der Konzern nun einem Überschuß von 3,1 Millionen Euro aus. Daraus errechnet sich ein Gewinn je Aktie von 31 Cent.

          Wie der Fertighausbauer, den Analysten links liegenlassen, weiter mitteilte, steht der Konzerngewinn für Rücklagen und Dividende zur Verfügung. Wie hoch die Ausschüttung sein wird, ist der ad hoc-Mitteilung ebensowenig zu entnehmen wie ein Ausblick.

          Anfang Februar aus dem Abwärtstrend verabschiedet

          Gleichwohl spricht die Bereitschaft, eine Dividende zu zahlen, für das Unternehmen. Denn auch wenn der Ausblick erst noch gegeben werden dürfte, läßt dies auch einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft schließen. Falls die Hälfte des Gewinn ausgeschüttet würde, käme Kampa auf eine Dividendenrendite von 2,1 Prozent. Das ist nicht üppig, aber auch nicht schlecht. Und erhöht ebenso wie die Rückkehr in die Gewinnzone die Attraktivität des Titels, der mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23,2 ambitioniert bewertet erscheint. Dieser Befund wird allerdings durch die Tatsache eingeschränkt, daß der Börsenwert von 72 Millionen Euro deutlich unter dem Jahresumsatz liegt.

          Charttechnisch sieht es günstig aus. Die Aktie hat sich Anfang Februar aus dem Abwärtstrend verabschiedet und damit starke Kaufsignale gesendet. Das gleiche wäre der Fall, wenn sie auch die Hürden bei 7,25 Euro und 8,30 Euro nehmen könnte. Dann wäre technisch gesehen der Weg frei bis etwa 11,20 Euro.

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