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Nebenwerte : AVT-Aktie in charttechnisch ungünstiger Lage

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Die israelische Advanced Vision Technologies kann auf eine solide Unternehmensentwicklung in den vergangenen Jahren zurückblicken. Auch ist sie vergleichsweise günstig bewertet. Doch der Chart macht Kummer.

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          Die Aktie der Advanced Vision Technologies (AVT) hat zu Beginn ihrer Börsengeschichte schon einmal höhere Kurse gesehen. Seinerzeit wurde das Papier zu Kursen zwischen 30 und 50 Euro gehandelt. Den Absturz auf 1,50 Euro im Tief des Jahres 2001 dürften ihr die meisten Anleger mittlerweile verziehen haben. Denn seitdem hat sie sich wieder nach oben entwickelt und notiert aktuell bei 9,57 Euro.

          Der Anbieter von automatischen optischen Inspektions- und Qualitätssicherungssystemen für die Druck- und Verpackungsindustrie konnte in den vergangenen Jahren eine recht überzeugende Aufwärtsentwicklung verzeichnen. So stiegen die Umsätze von 13,3 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 20,75 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005.

          Unternehmenszahlen zeigen deutlichen Trend nach oben

          Nachdem das Unternehmen im Jahr 2002 noch Verluste macht, die aber bereits nur noch rund die Hälfte des Vorjahreswertes ausmachten, steigerte AVT im Geschäftsjahr 2005 den Jahresüberschuß um 90,7 Prozent auf 3,47 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag ad-hoc berichtete. Dabei verbesserte sich die Rohertragsmarge leicht von 61,3 auf 61,5 Prozent. Das Ergebnis je Aktie stieg 40 Cent auf nunmehr 74 Cent.

          Im vierten Quartal wurden Umsätze in Höhe von 5,45 Millionen Euro generiert, verglichen mit 4,9 Millionen Euro im Dreimonatszeitraum 2004. Damit verzeichnet AVT nach eigenen Angaben das sechzehnte Quartal in Folge mit steigenden Erlösen.

          Und die Entwicklung scheint so weiterzugehen. Im Jahr 2005 haben sich nach Firmenangaben die Auftragseingänge auf insgesamt 21,6 Millionen Euro summiert, was einen Anstieg von zehn Prozent gegenüber 2004 bedeute. Zum 31.12.2005 habe der Auftragsbestand bei 7,3 Millionen Euro gelegen, neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

          Amerika-Geschäft besonders stark

          AVT-Chef Schlomo Amir sieht vor allem den Etiketten-Bereich auf dem Vormarsch, in dem AVT mittlerweile annähernd 20 Prozent des gesamten Umsatzes erzielt. Man habe die Präsenz in China und Osteuropa erhöht und werde dort nun „verstärkt wahrgenommen“.

          Regional entwickelte sich indes vor allem der amerikanische Markt gut, wo die Umsätze um 41,6 Prozent stiegen, während das Wachstum in Europa mit 13 Prozent schwächer ausfiel und die Umsätze in den übrigen Regionen sogar um 16 Prozent sanken.

          Im kommenden Jahr rechnet Amir mit einer Fortsetzung des Wachstumskurses: „Derzeit sind die Systeme von AVT in weniger als zehn Prozent der weltweit installierten Druck- und Verpackungsmaschinen integriert. Mit diesem Potential und den Möglichkeiten in anderen Bereichen verfügen wir über exzellente Perspektiven.“

          Ungünstige charttechnische Lage

          Auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen ist die AVT-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,8 für das laufende und 9,6 für das kommende Jahr eher günstig bewertet.

          Kummer macht dagegen die charttechnische Entwicklung. Die dynamische Aufwärtsentwicklung kam im September zum Erliegen. Anfang Dezember erreichte das Papier bei 10,67 Euro ein Vier-Jahres-Hoch, rutschte danach aber wieder in die Spanne zwischen neun und zehn Euro ab. Dadurch besteht die Gefahr einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation und einer nachfolgenden Trendumkehr, wenn dafür auch keine fundamentalen Gründe zu sehen sind. Die Aktie müßte daher die 9,70 Euro, besser noch die 10,15 Euro nachhaltig überwinden, um diese Gefahr zu bannen.

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