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Nanotechnologie : Revolutionäre Möglichkeiten durch Nanotechnologie

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Herstellung ultradünner Schichten: Eins der vielfältigen neuen nanotechnologischen Verfahren Bild: ZB-Fotoreport

Der Nanotechnologie bescheinigen Experten über die nächsten Jahre zweistellige Wachstumsraten. Wer sind die Profiteure?

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          Elektrisch leitfähiges Glas, korrosionsfester Stahl, schusssicheres Plastik - nur einige der Materialeigenschaften, die durch die so genannte „moderne Nanotechnologie“ möglich werden sollen. Der „Lotus-Effekt“, der Oberflächen wasser- und schmutzabweisend macht, ist ein bekanntes und schon länger realisiertes Beispiel.

          „Eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts“, schwärmen die Experten der DZ Bank in einer Studie. Dem Nanotechnologie-Markt trauen sie bis 2010 ein jährliches Wachstum von rund 17 Prozent auf dann 220 Milliarden Euro zu. Unter den Profiteuren dieser Entwicklung machen die Analysten die Chemieunternehmen aus, die seit Jahrzehnten in der „traditionellen Nanotechnologie“ tätig sind und Produkte aus winzigen Teilchen herstellen, wie etwa Lacke oder Pigmente. Diese etablierte Position verschafft den Chemiefirmen einen Vorsprung gegenüber anderen Branchen.

          Umsatzpotenziale schwierig zu beziffern

          Vorreiter der Entwicklung sind Degussa und Henkel, aber auch BASF, Bayer und Celanese treiben verschiedene Forschungsprogramme voran. Da es sich aber um typische Zukunftsprojekte handelt, ist es sehr schwierig, die Umsatzpotenziale der einzelnen Firmen zu beziffern.

          Die DZ Bank sieht daher auch noch keinen Grund, allein wegen der Positionierung in der Nanotechnologie in bestimmte Werte einzusteigen: „Fest steht aber, dass die Forschungsaktivitäten viel versprechend sind und mittelfristig Umsätze und Ertrage generieren werden“, erläutert DZ-Analyst Martin Rödiger.

          Besonders bei Degussa und Henkel sieht Rödiger wegen der effizienten Forschungsstrukturen, neuer Geschäftsfelder und einer breiten Abdeckung der Wertschöpfungskette zusätzliche Fantasie. Beide Titel empfiehlt der Analyst ohnehin zum Kauf.

          Vielzahl faszinierender Einsatzmöglichkeiten

          Degussa entwickelt beispielsweise Beschichtungen für Druckerpapier, um ultrafeine Farbdrucke zu ermöglichen. Daneben stellt es Folien mit dem erwähnten „Lotus-Effekt“ her. Ebenso arbeitet Degussa an ultradünnen Keramiken, die etwa für Brennstoffzellen benötigt werden, und extrem temperaturbeständig sein sollen. Im Kosmetikbereich wird an Nanopartikeln gearbeitet, die etwa durchsichtige Sonnencremes möglich machen würden.

          Henkel forscht dagegen an „schaltbaren Klebstoffen“, die durch Magnetfelder deaktiviert werden und etwa das Auto-Recycling revolutionieren könnten. Die so genannte „Biomineralisation“ soll Implantate in der Zahnmedizin durch spezielle Beschichtung verträglicher machen. Außerdem ist Henkel mit nanotechnologischen Verfahren zur kontrollierten Freisetzung von Wirkstoffen (“Drug Delivery“) beschäftigt.

          Aus den von I/B/E/S gesammelten Analystenschätzungen von Bloomberg ergibt sich für 2002 ein durchschnittlich erwarteter Gewinn von 1,894 Euro pro Degussa-Aktie und von 3,867 Euro pro Henkel-Vorzugsaktie. Für Degussa errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2002 von 12,9, für die Henkel-Vorzüge von 16,1.

          Fazit: Abgesehen von dem derzeit übergeordneten Marktrisiko sollten Anleger, die auf die Nanotechnologie setzen wollen, eine grundsätzliche Eigenschaft der Börse bedenken: Zwar liebt sie Zukunftstechnologien, andererseits verliert sie aber meist die Geduld an längerfristig angelegten Projekten, wie etwa die vorerst kläglich beendeten Brennstoffzellen- oder Solarzellenbooms gezeigt haben. Allein wegen der Chancen der Nanotechnologie einzusteigen, verbietet sich also. Anleger sollten aber die Chemiebranche auf jeden Fall auch unter diesem Aspekt im Auge behalten.

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