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Nach Stiftung-Warentest-Urteil : Symrise nur kurz unter Druck

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Der beanstandete Aromastoff Piperonal komme auch natürlich vor, wehrt sich Symrise. Bild: REUTERS

Die Papiere von Symrise sind nach Vorwürfen von Ritter Sport kurzzeitig unter Druck geraten. In einem Bericht der Stiftung Warentest war die Schokolade Voll-Nuss mit „mangelhaft“ bewertet worden. Ritter Sport machte dafür den Zulieferer verantwortlich.

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          Symrise-Aktien haben sich am Freitagvormittag von ihren deutlichen Verlusten nach Vorwürfen über einer möglicherweise falschen Belieferung von Ritter Sport erholt. Nachdem die Papiere des Aromen- und Duftstoffherstellers kurzzeitig um bis zu 4,35 Prozent auf 29,93 Euro abgerutscht waren, erholten sich zuletzt wieder und standen am Vormittag sogar mit 0,2 Prozent im Plus bei 31,5 Euro. Der M-Dax legte gleichzeitig 0,3 Prozent zu.

          Börsianer begründeten die hohen Verluste in der ersten Handelsstunde mit einem Bericht der Stiftung Warentest. Darin war die Ritter-Sport-Sorte „Voll-Nuss“ mit „mangelhaft“ bewertet worden, da die Schokolade den chemisch hergestellten Vanille- und Mandelgeruchsstoffe namens Piperonal enthalte. Das Zutatenverzeichnis weise aber nur „natürliche Aroma“ aus. Ritter Sport wälzte die Kritik auf den Zulieferer Symrise ab. Der Schokoladenhersteller verwies auf eine Garantiererklärung von Symrise, dass das gelieferte Aroma ausschließlich natürlichen Ursprungs ist.

          Symrise wehrt sich

          Symrise hat sich gegen den Vorwurf einer fehlerhaften Belieferung von Ritter Sport gewehrt. „Wir haben ein Vorprodukt abgeliefert, welches komplett der Deklaration entspricht. Das sind ausschließlich natürliche Aromen und wir können das auch belegen“, sagte ein Sprecher. „Das haben wir Ritter gestern auch schriftlich bestätigt.“ Er verwies zudem darauf, dass der beanstandete Stoff Piperonal auch natürlich vorkommt.

          Analyst Thomas Maul von der DZ Bank äußerte sich in einem ersten Kommentar ähnlich: Symrise könne nach eigener Auskunft nachweisen Piperonal auf natürlicher Basis geliefert zu haben, kommentierte er. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Laborergebnisse von Stiftung Warentest unpräzise seien. Offensichtlich sei es nicht einfach nachzuweisen, ob das Aroma natürlich oder chemisch hergestellt sei. Mauls Fazit: „Die negative Kursreaktion macht nicht viel Sinn.“

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