https://www.faz.net/-gv6-6u5qc

Nach Kursrückgang im Sommer : Viele Analysten empfehlen die Bayer-Aktie zum Kauf

  • -Aktualisiert am

Bayer-Vorstandsvorsitzender Marijn Dekkers Bild: dapd

Die Bewertungen fallen überwiegend positiv aus: Eine gute Agrarsaison hilft dem Pflanzenschutzgeschäft von Bayer. Auch die neuen Medikamente scheinen auf einem guten Weg.

          2 Min.

          Würde sich der Niederländer Marijn Dekkers allein am Kurs der Bayer-Aktie orientieren, so fiel sein Resümee nach einem Jahr an der Spitze des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns wohl sehr enttäuschend aus. Wurde die Aktie Anfang Oktober 2010 noch mit 55 Euro bewertet, pendelt der Kurs nach dem deutlichen Kursrückgang im Sommer und einigen Aufs und Abs im September derzeit um 40 Euro. Liest der Bayer-Chef hingegen die jüngeren Berichte der Analysten, so dürfte sich seine Miene wieder aufhellen. Trotz aller Unwägbarkeiten des weiteren Konjunkturverlaufs fallen die aktuellen Bewertungen des Unternehmens nämlich überwiegend positiv aus. Dabei werden vereinzelt sogar Kursziele von 60 Euro genannt.

          Von dem Schock, den skeptische Stimmen aus Amerika zu dem großen Hoffnungsträgers Xarelto Anfang September an den Börsen ausgelöst hatten, konnte sich der Bayer-Kurs bisher zwar noch immer nicht ganz erholen. Zuletzt haben aber recht gute Nachrichten aus dem Pharmageschäft dem Kurs Auftrieb gegeben. So darf der führende deutsche Arzneimittelkonzern auf die Zulassung seines wichtigsten neuen Medikaments hoffen. Das Expertenteam der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat Ende September das Medikament Xarelto zum Schutz vor Schlaganfällen und zur Behandlung von bestimmten Thrombosen zur Zulassung empfohlen. Als ein Meilenstein wurde dieses Votum bei Bayer gewertet. Möglicherweise können die Leverkusener mit einer Zulassung des Präparates für diese Therapiegebiete noch in diesem Jahr rechnen.

          Wachstumsschub für Teilkonzern Gesundheit

          Auch aus den Vereinigten Staaten hat die Gesundheitsbehörde FDA positive Signale zu dem Wirkstoff mit Blockbuster-Potential, also Spitzenumsätze von mehr als einer Milliarde Euro, gesendet. Die endgültige Entscheidung der FDA wird im November erwartet. Wird dieses Präparat, bei dem Bayer mit dem amerikanischen Pharmakonzern Johnson&Johnson zusammenarbeitet, über alle geplanten Anwendungsgebiete zugelassen, so könnte es Spitzenumsätze von mehr als zwei Milliarden Euro erreichen, heißt es hoffnungsvoll. Es könnte damit Wachstumsschwächen, mit denen das Pharmageschäft derzeit beispielsweise durch auslaufende Patente und die steigende Konkurrenz von Nachahmerprodukten bei den Verhütungsmitteln konfrontiert ist, mittelfristig ausgleichen und damit auch für neue Kursphantasie sorgen.

          Wie der Wertpapierspezialist der Commerzbank anlässlich einer Bestätigung seiner Kaufempfehlung vor einigen Tagen schrieb, lohnt allerdings auch ein Blick in die übrige Pharma-Pipeline des Bayer-Konzerns. Neben Xarelto seien dort fünf Projekte in sehr fortgeschrittener klinischer Prüfphase. Auf die wohlgefüllte Pipeline verweist unter anderem auch die australische Investmentbank Macquarie. Dekkers hatte kürzlich in einem Interview die Hoffnung geäußert, von 2013 an neue Medikamente in den Markt zu bringen, die dem zuletzt auch wegen der Gesundheitsreformen in verschiedenen Ländern stotternden Teilkonzern Gesundheit einen neuen Wachstumsschub bringen sollen.

          Bild: F.A.Z.

          Nun ist das Geschäft mit der Gesundheit zwar die größte und wichtigste, aber längst nicht die einzige Unternehmenssäule des breit aufgestellten Konzerns. So haben die Analysten der Deutschen Bank auf die voraussichtlich gute Entwicklung im Pflanzenschutzgeschäft verwiesen. Hier dürfte dem neben Syngenta größten Anbieter der Welt der gute Start der Agrarsaison in Lateinamerika geholfen haben, heißt es dort. Der Teilkonzern hatte schon im ersten Halbjahr von einer guten Saison in der nördlichen Hemisphäre profitiert. Fraglich ist, welche Folgen die am Konjunkturhimmel aufziehenden grauen Wolken für den Teilkonzern Kunststoffe haben werden. In der letzten Rezession war die Chemiesparte tief in die Verluste gerutscht. Für den Quartalsbericht Ende Oktober dürften diesbezüglich noch keine schlechten Nachrichten zu erwarten sein. Spannend wird der Ausblick von Dekkers.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Warnschild in Ludwigsburg

          Debatte im Bundestag : Wer der Feind ist

          Kritik ist berechtigt und nötig. Eine „Corona-Diktatur“ ist Deutschland aber nicht. Auch die Opposition sollte in diesen Zeiten nicht überreagieren.
          Der Umsatz mit den iPhones verfehlt die Erwartungen. Tim Cook ist trotzdem optimistisch.

          Amazon, Apple & Co. : Den Tech-Konzernen geht es glänzend

          Amazon schafft einen weiteren Rekordgewinn, und Facebook beschleunigt sein Wachstum. Apple muss auf das nächste Quartal vertrösten – hat aber guten Grund zum Optimismus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.