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Nach gescheiterter Übernahme : Celesio-Kurs fällt deutlich

  • Aktualisiert am

Bild: dapd

Der Konzern McKesson ist mit der Übernahme von Celesio gescheitert. Das schickte den Kurs auf Talfahrt. Der Aktienmarkt arbeitete sich dagegen ins Plus vor.

          Die gescheiterte Übernahme von Celesio sorgte am Dienstag für Furore am Aktienmarkt . Der Kurs des Pharmahändlers fiel um mehr als 4 Prozent, erholte sich damit aber um die Hälfte von anfänglichen Verlusten. Dem amerikanischen Konzern McKesson gelang es nicht wie gefordert, mindestens 75 Prozent der Aktienanteile von den Celesio-Aktionären einzusammeln.

          Das Platzen des Geschäfts sei eine Überraschung, urteilte Berenberg-Analyst Scott Bardo. Für den Experten ist eine Übernahme von Celesio aber noch nicht vom Tisch: „Es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit“, schreibt er. Zudem könnten auch andere Parteien wie Cardinal Health Interesse anmelden. Für Konrad Lieder von Equinet besteht auch die Chance auf eine zweite Offerte von McKesson: Die gescheiterte Übernahme sei für McKesson wie auch für Celesio von Nachteil. Alle Beteiligten dürften ein Interesse daran haben, dies durch eine zweite erfolgreiche Offerte in eine „Win-Win-Situation“ umzumünzen. Alternativ sei aber auch ein Joint-Venture von McKesson und Celesio denkbar, um Synergien in der Auftragsvergabe zu schaffen.

          Aktienmarkt knapp behauptet

          Der deutsche Aktienmarkt, der lange Zeit deutlich im Minus gelegen hatte, erholte sich gegen Handelsende, nachdem sich an Wall Street eine freundliche Tendenz abzeichnete. Der Dax stieg um 0,3 Prozent auf 9541 Punkte. Der marktbreite F.A.Z.-Index hinkte etwas hinterher und gewann lediglich 0,15 Prozent auf 2008 Zähler.

          „Der kleinste Rücksetzer wird gleich für neue Käufe genutzt“, erklärte ein Händler die Kursentwicklung. Es fehle an Anlage-Alternativen, gleichzeitig seien viele Anleger skeptisch.

          Der Dow Jones gewinnt 0,4 Prozent auf 16.317 Punkte, der marktbreite S&P-500-Index legt 0,7 Prozent auf 1832 Zähler zu, der Nasdaq Composite 1,2 Prozent auf 4164 Punkte.

          Unterstützung kam von etwas besser als erwartet ausgefallenen Einzelhandelsdaten. Das Weihnachtsgeschäft scheint trotz schwacher Verkäufe von Autos und Elektroartikeln passabel gelaufen zu sein. Nach Zahlen des Handelsministeriums lagen die Branchenumsätze im Dezember um 0,2 Prozent höher als im Vormonat. Das lag geringfügig über den Markterwartungen von plus 0,1 Prozent. Allerdings wurde der starke Zuwachs vom November etwas nach unten revidiert.

          Der Reingewinn der größten amerikanischen Bank JP Morgan ist im vierten Quartal um gut 7 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar gefallen. Beim Wettbewerber Wells Fargo stieg dieser um 11 Prozent. JP Morgan notieren unverändert, Wells Fargo geben 0,1 Prozent nach.

          In Deutschland standen erstmals seit längerem wieder Versorger-Aktien auf der Gewinnerseite. RWE und Eon legten 5 beziehungsweise gut 3 Prozent, MVV Energie 0,9 Prozent. „Das ist der letzte Sektor, der noch nicht gelaufen ist“, sagt ein Händler mit Blick auf die schwache Entwicklung der Kurse im vorigen Jahr an. Bei RWE machte ein Händler die Aussicht auf möglichen Schadensersatz für die vorübergehende Stilllegung des Atomkraftwerks Biblis durch Hessen aus.

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