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Indizes : Nach der neuen Rangliste wäre der Dax-Abstieg von Tui besiegelt

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Die hilft alle Werbung nichts: Die Dax-Aussichten von Tui schwinden Bild: dpa/dpaweb

Der Reisekonzern Tui ist in der neuen Rangliste der Deutschen Börse für Juli um zwei Plätze auf Rang 37 zurückgefallen. Auf dieser Basis hätten die Dax-Nachrück-Kandidaten Puma oder Hypo Real Estate die besseren Karten.

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          Der seit längerem vom Abstieg aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) bedrohte Reisekonzern Tui ist in der noch nicht maßgeblichen Rangliste der Deutschen Börse für Juli weiter zurückgefallen.

          Auf der am Mittwochmorgen publizierten Liste rangiert Tui nach Börsenwert lediglich noch auf Platz 37 der größten deutschen börsennotierten Unternehmen und gab damit zwei Plätze ab. Würde Tui auch Ende August tiefer als Position 35 liegen, müßte die Börse das Unternehmen auf Grund des Index-Regelwerkes im September aus dem deutschen Eliteindex herausnehmen. Die Entscheidung über den Dax-Verbleib trifft der Index-Ausschuß der Deutschen Börse am 3. September. Die Umsetzung erfolt am 20. September

          Um doch noch den Verbleib im Dax auf den letzten Drücker zu sichern, muß die Marktkapitalisierung des Reisekonzerns in den kommenden 20 Handelstagen nun kräftiger steigen als die von Beiersdorf und Celesio. Noch liegen beide Werte vor Tui. Sollte Tui diese beiden Plätze nicht zurückerobern, verlöre der Konzern seinen Dax-Platz.

          Puma und Hypo Real Estate liefern sich fast ein Kopf-an-Kopf-Rennen

          Beste Chancen auf einen Dax-Aufstieg haben der Liste zufolge weiterhin der Sportartikelhersteller Puma sowie der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE). Puma belegt dabei in diesem Wettstreit gemäß der neuen Rangliste Platz 29 gemessen an der Marktkapitalisierung. Gegenüber dem Vormonat ist das eine Verschlechterung um eine Position.

          Gleichzeitig nimmt das Unternehmen beim zweiten Entscheidungskriterium in Sachen Indexaufnahme, dem Wert der gehandelten Aktien, Rang 28 ein. Bei dieser Richtgröße belegt Tui derzeit Platz 26. Die Hypo Real Estate ist hier auf Platz 33 zu finden. Bei der Marktkapitalisierung hat sich das Institut um zwei Plätze auf Rang 27 nach vorne gearbeitet.

          Die Plätze im größten und wichtigsten deutschen Aktienindex Dax sind deshalb begehrt, weil es nicht nur gut für das Image ist, wenn ein Unternehmen zu den 30 größten börsennotierten deutschen Gesellschaften gehört, sondern natürlich auch, weil es viele Fonds gibt, die ihre Anlageentscheidungen alleine daran orientieren, mit welcher Gewichtung eine Aktie im Dax vertreten ist.

          Experte: Tui hat noch gute Chancen auf Dax-Verbleib

          Trotz des schlechteren Platzes auf der Index-Rangliste Juli hat Tui nach Ansicht eines Analysten noch gute Chancen auf einen Verbleib in dem Leitindex. Mit Blick auf die Marktkapitalisierung liege der Touristikkonzern nur knapp hinter Beiersdorf und Celesio, sagt Kaus Stabel, Chef-Analyst bei ICF Kursmakler. Bis zur entscheidenden Rangliste per Ende August müssten Tui daher nur 0,5 Prozent besser tendieren als Beiersdorf, um an diesen vorbeizuziehen. Bereits in den ersten Augusttagen deuteten die Kursbewegungen der beiden Werte an, daß Tui Beiersdorf überholt hätten. Im Vergleich zu Celesio müßten die Tui-Titel um 1,3 Prozent besser tendieren, um den sicheren Ranglistenplatz 35 per Ende August zu erreichen, so Stabel.

          Im MDax haben Postbank und Wincor Nixdorf derzeit gute Chancen, mit Hilfe der sogenannten “Fast Entry“-Regel in den Index aufgenommen zu werden. Sollte eine Aktie bei den Kriterien Marktkapitalisierung und Börsenumsatz besser als auf den Plätzen 40/40 stehen, greift die “Fast Entry“-Regel. Wincor Nixdorf belegt laut Juli-Rangliste die Plätze 33/32. Die Postbank wurde in die Rangliste zwar noch nicht aufgenommen, da sie noch keine 30 Handelstage an der Börse gelistet ist. Dennoch weise das Handelsgeschehen darauf hin, daß die Aktie die “Fast Entry“-Regel erfüllen dürfte, sagt ein Aktienstratege. Damit würde dann der am Ende der Rangliste liegende Wert Zapf Creation aus dem Index fallen, heißt es. Da Wella bereits angekündigt habe, den Prime Standard verlassen zu wollen, würde dieser Platz durch den zweiten Aufrücker ersetzt.

          Im TecDax würden derzeit Funkwerk unter die “Regular Entry“-Regel fallen. Das Unternehmen liegt bei Kapitalisierung und Umsatz mit 23/34 besser als die laut Regularium erforderlichen Platzierungen 35/35. Auch Bechtle habe noch gute Chancen auf eine Aufnahme in den TecDAX, so der Aktienstratege. Der Titel liege auf der aktuellen Rangliste auf den Plätzen 22/35. Sollte sich der Börsenumsatz noch um einen Platz verbessern, wäre eine Aufnahme wahrscheinlich. Dafür würden dann die Unternehmen herausfallen, die derzeit am schlechtesten platziert sind: FJH und SCM Microsystems.

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