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Aktienanlage : München und Hochtaunus sind die Aktienhochburgen

17,8 Prozent der Münchener haben ein Aktiendepot. Damit ist die bayerische Landeshauptstadt führend in Deutschland. Bild: dpa

In den reichen Regionen des Landes sind auch Aktien am stärksten verbreitet. Doch die große Angst vor Risiken dominiert das Anlageverhalten.

          In München hat gut jeder Sechste ein Aktiendepot. Was in vielen Ländern die Garantie für die Plazierung als Schlusslicht wäre, verhilft hierzulande zum Spitzenplatz. Der Quote von 17,8 Prozent in der bayerischen Landeshauptstadt folgt mit 14,9 Prozent der an Frankfurt angrenzende Hochtaunuskreis mit seiner Kreisstadt Bad Homburg. Vor den Landkreisen Starnberg, Main-Taunus und Fürstenfeldbruck. Die bayerisch-hessische Vorherrschaft wird erst auf Platz zehn von Baden-Baden unterbrochen. Auf Rang elf folgt der an Köln grenzende Rheinisch-Bergische-Kreis und dann Köln selbst.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Erstmals gibt es mit den Daten der Comdirect, basierend auf Umfragen unter mehr als 20.000 Menschen durch die GfK und auf Basis von Daten von Acxiom, eine umfassende, bis auf Kreisebene heruntergebrochene Aktionärserhebung in Deutschland, die der F.A.Z. exklusiv vorliegt. Es ergibt sich eine große Korrelation mit Studien zum Reichtum und zur Kaufkraft in Deutschland, in der auch regelmäßig die Regionen um München und Frankfurt Spitzenplätze einnehmen.

          Nur 11 Prozent der Frankfurter haben Aktien

          Auch am anderen Ende der Rangliste gibt es Parallelen. Dort liegen die Landkreise aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Aktionärsquoten von weniger als 5 Prozent. Erst nach 33 ostdeutschen Landkreisen folgt mit dem niedersächsischen Landkreis Cloppenburg der erste westdeutsche. In der Börsen- und Bankenstadt Frankfurt haben nur 11 Prozent der Einwohner Aktien. Die Stadt liegt damit auf Rang 36, unter anderen hinter Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und dem Landkreis Offenbach. Hamburg folgt indes erst auf Rang 129 (9,4 Prozent), Berlin auf Platz 216 (8,3 Prozent) der insgesamt 402 Städte und Landkreise.

          „Die Studie zeigt, dass es den Deutschen vielerorts leider noch an Akzeptanz gegenüber Aktien mangelt“, sagt Arno Walter, Vorstandsvorsitzender der Comdirect im Gespräch mit der F.A.Z. „Da wir aus vorherigen Umfragen wissen, dass die meisten Deutschen oftmals auch keine sinnvolle Altersvorsorge betreiben, bleibt als einzige Geldanlage nur das quasi unverzinste Sparbuch. Dabei sind Anlagen in Aktien, Fonds oder ETFs kein Hexenwerk.“

          In der Erhebung ging es auch um die Frage, inwieweit Anleger bereit sind, für eine höhere Rendite Risiken einzugehen, selbst wenn diese auch Verluste bedeuten könnten. Es zeigt sich, dass in den wohlhabenden Regionen die Menschen sehr viel eher bereit sind, Risiko auf sich zu nehmen, während vor allem in Ostdeutschland jedes Risiko abgelehnt wird. Auf einer Skala von 1 bis 7 durften die Befragten ihre Risikoneigung einschätzen. Am höchsten ist die Wagnisbereitschaft demnach im fränkischen Erlangen mit einer Quote von 88 Prozent, was auf der Skala einem Wert von mehr als 6 entspricht. Es folgen 14 weitere bayerische Städte und Landkreise.

          Am anderen Ende der Skala liegt der thüringische Landkreis Eichsfeld mit einer Quote von 0,5 Prozent. Sieben weitere thüringische und auch einige sächsische Landkreise kommen ebenfalls auf Quoten von unter 1 Prozent. Hier ordnet sich damit fast die gesamte Bevölkerung einstimmig der niedrigsten Stufe an Risikobereitschaft zu. Selbst die Spitzenreiter in diesen Bundesländern, Weimar und Chemnitz, kommen nur auf eine Wagnisbereitschaft von 4 Prozent und liegen damit weit niedriger als der niedrigste westdeutsche Wert (Dortmund mit 14,7 Prozent).

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