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Möbel : Bene-Aktie könnte sich vom Margendruck befreien

  • Aktualisiert am

Va Bene im Konferenzraum Bild: Bene AG

Margendruck brachte den Aktienkurs des österreichischen Büromöbelherstellers Bene unter Druck. Nunmehr scheint sich beides zu erholen.

          3 Min.

          Büromöbel sind nicht unbedingt eine spektakuläre Waren und selten geeignet, einen Aktienkurs wirklich voran zu bringen. Nichtsdestoweniger entwickelte sich die Aktie des österreichischen Herstellers Bene nach dem Börsengang Ende 2006 eigentlich recht gut.

          Zunächst ging es steil von 5,40 bis auf 7,10 Euro im Juli 2007 nach oben. Danach aber geriet die Notierung unter die Räder der Korrektur und kannte nur noch den Weg nach unten. Erst Mitte November konnte sie sich bei 4,43 Euro wieder fangen.

          Margendruck führt zu Kursdruck

          Ende Juni hatte das Unternehmen Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2007/2008 vorgelegt, doch waren diese mit einem Betriebsgewinn von 2,5 Millionen Euro und damit einer Steigerung von 87,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal angesichts eines Umsatzanstiegs von 34,4 Prozent auf 54,5 Millionen Euro gar nicht so schlecht ausgefallen.

          Die operative Marge betrug 7,2 Prozent und lag damit um 0,4 Punkte über der des Vorjahresquartals, die betriebliche Marge mit 4,5 Prozent sogar um 1,2 Punkte. Allerdings lagen sie damit deutlich niedriger als im Schnitt des vorangegangenen Geschäftsjahres, in dem sie sich auf 9,4 bzw. 6,6 Prozent belaufen hatten.

          Möglicherweise war es das, was die Anleger störte, allzumal die Halbjahreszahlen Ende September zumindest bei den Analysten der Unicredit ganz schlecht ankamen. Diese stufen die Aktie von „Kauf“ auf „Halten“ zurück und senkten das Kursziel von 6,70 auf 5,90 Euro. Nachdem ein starkes Mengenwachstum zu einer außerordentlich starken Kapazitätsauslastung geführt hatte, seien die Margen sehr tief ausgefallen und hätten selbst die nach unten revidierten Erwartungen verfehlt.

          Erholung im dritten Quartal

          Und so senkten sie ihre Prognose für die betriebliche Marge im laufenden Geschäftsjahr von 5,8 auf 5,2 Prozent und für das Folgejahr von 6,4 auf 5,9 Prozent sowie die Prognose für den Gewinn je Aktie auf 0,33 Euro von zuvor 0,38 Euro und für das nächste Jahr von 0,43 Euro auf 0,39 Euro.

          Etwas milder fiel die Reaktion auf die am Montag vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal und die ersten neuen Monate des laufenden Geschäftsjahres aus, zumindest soweit es den Markt betrifft. Immerhin verzeichnete die Aktie ein Plus von 3,8 Prozent auf 4,95 Euro. Damit stemmte sich das Papier gegen den Trend und war Tagesgewinner im Prime Market.

          Bene konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 33,7 Prozent auf 184,3 Millionen Euro erhöhen, nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Großprojekte in Deutschland und einem überdurchschnittlichen Wachstum von 58,5 Prozent auf 20,4 Millionen Euro in Russland.

          Das dritte Quartal habe sich zudem durch eine besondere Ergebnisstärke ausgezeichnet. Die betriebliche Marge kletterte auf immerhin wieder 8,2 Prozent nach 5,9 Prozent im Vorjahresquartal und liegt damit nach neun Monaten bei 5,9 Prozent. Kann Bene die Marge im vierten Quartal einigermaßen halten, so dürfte diese besser ausfallen, als von den Analysten prognostiziert, die im Gesamtjahr im Schnitt von 5,7 Prozent ausgehen - auch wenn sie deutlich unter den 6,6 Prozent des Vorjahres liegen dürfte.

          Luft nach oben

          Das Betriebsergebnis stieg indes nur um acht Prozent auf 10,8 Millionen Euro 10,0 Millionen). Positiv entwickelte sich das auf Grund einer optimierten Schuldenposition und von Wertpapiererträgen, und so stieg das Ergebnis vor Steuern von 9,4 auf 10,9 Millionen Euro.

          Analysten sehen die Aktie mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von rund 13 für das laufende und knapp elf für das kommende Geschäftsjahr bewertet. Damit ist sie für eine Möbel-Aktie zwar nicht drastisch unterbewertet, nichtsdestoweniger liegen die aktuellen Kursziele von Sal. Oppenheim mit 7,14 Euro oder der Berenberg Bank mit 6,50 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs, so dass diese hier noch Luft nach oben sehen.

          Charttechnisch hat die Notiz ihre Abwärtsbewegung seit Mitte November abfangen können, indes noch keine Widerstandsmarke nach oben über winden können und liegt noch immer deutlich unter den längerfristigen gleitenden Durchschnittslinien. Kann die Notierung aber den Widerstand bei fünf Euro überwinden, so dürfte der Trend an Stärke gewinnen, auch wenn bei 5,50 Euro ein neuerlicher Widerstand wartet.

          Interessant ist das Papier auch infolge einer Dividendenrendite, die die Analysten im Schnitt mit 4,2 Prozent beziffern. Absicherungsstrategien können aber nicht schaden.

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