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Mode/Handel : Rückschlag für die Aktie von Bijou Brigitte

  • Aktualisiert am

Draht zu den Kunden verloren? Bild: dpa

Mit satten Kursverlusten macht am Donnerstag die lange Zeit sehr gut gelaufene Aktie des Einzelhandelsunternehmens Bijou Brigitte auf sich aufmerksam. Hintergrund ist so etwas wie eine Umsatzwarnung, die das Unternehmen ausgab.

          Mit satten Kursverlusten macht am Donnerstag die Aktie des Einzelhandelsunternehmens Bijou Brigitte auf sich aufmerksam. Das Papier liegt am Mittag mit einem Minus von knapp 19 Prozent bei 173 Euro.

          Hintergrund dieser Entwicklung ist so etwas wie eine Umsatzwarnung, die das Unternehmen ausgab. Die Umsätze in den bestehenden Geschäften würden im laufenden Jahr sehr wahrscheinlich stagnieren und im kommenden Jahr möglicherweise sogar leicht zurückgehen, teilte das Unternehmen mit.

          Schwaches Wachstum in den bestehenden Geschäften

          Diese Entwicklung dürften manchen Anleger überraschen. Immerhin war das Unternehmen eine der Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahre schlechthin, konnte es doch sowohl Umsatz, Ertrag als auch Dividende mit schöner Regelmäßigkeit und mit zum Teil deutlichen Wachstumsraten steigern.

          So dürfte es kaum verwundern, daß die Aktie des Unternehmens einen eindrucksvollen Aufwärtstrend etablierte und vom September des Jahres 2001 bis in den April des laufenden Jahres knapp 2.700 Prozent oder rund 110 Prozent pro Jahr zulegen konnte von knapp neun Euro im Zwischentief auf bis zu 256,66 Euro im Allzeithoch des elften März des laufenden Jahres.

          Charttechnisch zeichnete sich schon seit Jahresbeginn so etwas wie eine Konsolidierung ab. Denn die Aktie ging auf dem erreichten Niveau in eine volatile Seitwärtsbewegung über. Diese hat inzwischen nicht nur den Aufwärtstrend durchbrochen, sondern das Papier ist mit den jüngsten Kursverlusten auch nach unten durchgebrochen. Das ist normalerweise kein sonderlich gutes Zeichen.

          Dabei hatte das Unternehmen noch im vergangenen Jahr den Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahr um 35 Prozent auf 301,6 Millionen Euro steigern können, den Gewinn je Aktie um 52,6 Prozent auf 8,99 Euro und die Dividende um 83,3 Prozent auf 5,5 Euro je Aktie. In der ersten Jahreshälfte des laufenden Jahres konnte der Umsatz noch um 22 Prozent auf 154,8 Millionen Euro gesteigert werden. Allerdings spielten dabei vor allem neu eröffnete Geschäfte eine Rolle, während das Umsatzwachstum in den bestehenden Geschäften lediglich 3,5 Prozent zulegte. Bezogen auf die ersten neun Monate lag hier die Wachstumsrate nur noch bei 0,8 Prozent, während sie insgesamt 18 Prozent auf 243,6 Millionen Euro betrug.

          Aktie inzwischen vernünftig bewertet

          Das Unternehmen begründet diese Entwicklung mit zunehmender Konkurrenz und mit den veränderten Wünschen der Kunden. Beides zusammen dürfte Phantasie der Anleger zunächst etwas dämpfen. Auf der anderen Seite dürfte die Aktie aufgrund der Ertragsstärke bald einen Boden finden. Auf Basis der Gewinnprognosen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr - sie scheinen trotz allem erreichbar zu sein - liegen die Kurs-Gewinnverhältnisse inzwischen bei akzeptablen 16,4 und 14,1 und die Dividendenrendite liegt bei 3,2 Prozent.

          So dürfte die Aktie bald einen Boden finden. Voraussetzung ist allerdings, daß das Angebot wieder besser den Geschmack der Kunden trifft. In diesem Sinne können regelmäßig angepaßte Absicherungsstrategien nie schaden. Denn sie dürften inzwischen schon gezogen und den Weg freigemacht haben, für eine abwartende Haltung und für ein mögliches Neuengagement nach einer Beruhigung der Entwicklung.

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