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Mode : Boss-Aktie untermauert Ruf des Dividenden-Titels

  • Aktualisiert am

Der Boss-Boß: Bruno Sälzer Bild: dpa/dpaweb

Hugo Boss hat im vergangenen Jahr etwas mehr verdient als erwartet und zuletzt die „Woman“-Sparte aus den roten Zahlen geführt. Deshalb soll die Dividende erhöht werden, was die ohnehin schöne Rendite stärkt.

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          Der Modekonzern Hugo Boss hat im vergangenen nicht zuletzt dank eines deutlich reduzierten Verlusts in seiner Damenmode-Sparte „Boss Woman“ die eigenen Gewinn- und Umsatzerwartungen erfüllt und beim Ertrag sogar etwas besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Die Aktionäre sollen davon in Form einer höheren Dividende profitieren.

          Trotz dieser unter dem Strich erfreulichen Nachrichten hat die im MDax notiende Vorzugsaktie die kurz vor Bekanntgabe des Jahresergebnisses erreichte Tagesspitzenmarke von 18,05 Euro nicht halten können und ist um den Vortagesschluß von 17,70 Euro gependelt. Um technische Kaufsignale zu setzen, müßte sie die direkt vor ihr liegende Charthürde nehmen, die sie seit November mehrmals nicht nachhaltig überspringen konnte.

          Einen Hauch mehr verdient als erwartet

          Der Nettogewinn sei im vergangenen Jahr wie geplant um zehn Prozent auf 82,4 Millionen Euro gestiegen. Das Unternehmen übertraf damit um einen Hauch die Erwartunge des Marktes. Von vwd und Reuters befragte Analysten hatten mit einem Überschuß von 81,9 Millionen Euro bis 82,3 Millionen Euro Gewinn gerechnet. Dabei kam Boss allerdings der Wegfall einer Sonderbelastung in zweistelliger Millionenhöhe für die Neubewertung von Lagerbeständen in Amerika im Jahr 2002 zugute, wie Reuters anmerkt.

          Der Konzernumsatz lag mit 1,05 Milliarden Euro um vier Prozent unter Vorjahr, um Währungseffekte bereinigt stieg er den Angaben zufolge jedoch um ein Prozent. Analysten hatten im Durchschnitt mit Erlösen in Höhe von 1,093 Millionen Euro gerechnet - und wohl die Belastungen durch den Dollarverfall nicht ganz genau abgeschätzt.

          Boss Woman habe 2003 nur noch 3,0 Millionen Euro Verlust verbucht nach einem Minus von 18,1 Millionen Euro im Vorjahr. In der zweiten Jahreshälfte habe die seit dem Start vor drei Jahren verlustträchtige Sparte ein ausgeglichenes Ergebnis und damit die Gewinnschwelle erreicht, wiederholte Sälzer seine Angaben, die er jüngst in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gemacht hatte (). Der Gewinn aus dem angestammten Geschäft mit Herrenmode dürfte dagegen gesunken sein.

          Dividende soll jeweils um drei Cent steigen

          Nach einer Sitzung des Aufsichtsrats kündigte Hugo Boss an, bis zu zehn Prozent der Aktien über die Börse zurückkaufen zu wollen. Konkrete Pläne für Zukäufe, die mit dem Geld getätigt werden sollten, gebe es aber nicht. Die Dividende je Stamm- und Vorzugsaktie um jeweils drei Cent auf 79 und 78 Cent steigen; daraus errechnet sich für die Vorzugsaktie eine beachtliche Dividendenrendite von 4,4 Prozent, die sich zu dem Kursgewinn von fast 75 Prozent binnen Jahresfrist gesellt.

          Im Zuge des deutlichen Kursanstiegs seit Februar vergangenen Jahres hat der Titel zu Jahresbeginn den Abschied aus dem seit Frühsommer 2001 geltenden Abwärtstrend geschafft und damit in eine recht günstige charttechnische Lage erreicht. Allerdings ist er in den vergangenen Handelstagen und am Donnertag wiederholt an der Charthürde bei 17,95 Euro gescheitert und hat eine Widerstandszone ausgebildet. Diese müßte er überspringen, um technische Kaufsignale zu senden. Dann wäre technisch gesehen der Weg bis 20,65 Euro frei. Als vorteilhaft erweisen könnte sich gerade angesichts des Turnarounds bei „Boss Woman“ und des erwarteten leichten Umsatz- und Gewinnsanstiegs im laufenden Jahr die Tatsache, daß die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,2 noch moderat bewertet erscheint; zum Vergleich: Gerry Weber ist mit 10,4 und Burberry mit 17,7 bewertet.

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