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Medizintechnik : Curasan-Aktie schwankt zwischen Traum und Albtraum

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Hopp oder Top lautet die Ausgangslage bei Curasan. Die große Frage ist, ob der Spezialist für Regenerative Medizin weiter enttäuscht oder der große Wurf gelingt. So oder so warten auf die Aktie starke Kursausschläge.

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          Nur seitwärts bewegt sich seit einigen Monaten der Aktienkurs von Curasan. Als Orientierungsmarke hat sich dabei das Niveau um vier Euro herausgebildet. Doch die Richtungssuche, auf der sich die Notiz befindet, dürfte bald zu Ende gehen. Denn beim Spezialisten für Regenerative Medizin, der sich im Wachstumsmarkt der Knochenregeneration tummelt, stehen in diesem Jahr wichtige Weichenstellungen an.

          So wird sich weisen müssen, ob das Unternehmen in der Lage ist, den angestrebten Expansionskurs wie geplant erfolgreich alleine zu stemmen oder ob, wie schon viel zu oft in der Vergangenheit, die eigenen Zielvorgaben wieder einmal verfehlt werden.

          Expansion auf eigene Faust birgt Chancen und Risiken

          Der große Hoffnungsträger ist dabei das künstliche Knochenaufbaumaterial Cerasorb, das in der Zahnheilkunde, der Gesichtschirurgie, der Orthopädie, der Traumatologie und der Sportmedizin einsetzbar ist. Dieses Material, das sich selbst wieder abbaut und von eigenen Knochen ersetzt wird, hat aller Wahrscheinlichkeit großes Wachstumspotential.

          Allerdings muß der Markt dafür erst erschlossen werden. Curasan will das auf eigene Faust tun, was natürlich Chancen und Risiken beinhaltet. Mit den erhaltenen Vertriebszulassungen in Amerika sind die rechtlichen Voraussetzungen dafür zwar gegeben, Analysten fragen sich aber, ob sich Curasan mit diesem Versuch nicht übernimmt.

          Im Gespräch mit FAZ.NET zeigt sich Vorstandschef Hans Dieter Rössler aber felsenfest von der Richtigkeit seines Alleinganges überzeugt, zumal es aus seiner Sicht auf überhaupt keinen geeigneten Partner gibt. Sein Problem ist nur, daß ihm die Börsianer nicht mehr alles abkaufen, nachdem in den Vorjahren manches Versprechen nicht eingehalten werden konnte.

          Curasan muß verläßlicher werden

          Auch im Vorjahr wurden die Zielvorgaben dann nicht vollständig erfüllt, wenn man die Veräußerung des Geschäftsfelds Pharmaceuticals herausrechnet. Letztlich wurde der Umsatz für 2003 auf 14,9 Millionen Euro beziffert und der Verlust vor Steuern und Zinsen auf 2,7 Millionen Euro. Durch den Verkauf ergab sich aber ein Gewinn je Aktie von 0,62 Euro, der jedoch in diesem Jahr nicht zu wiederholen sein wird.

          2004 wird nach Schätzungen von Analysten auch beim Ergebnis je Aktie vielmehr ein kleines Minus anfallen. Auch das Unternehmen selbst kalkuliert mit einem Verlust vor Steuern und Zinsen von 1,1 Millionen Euro, wobei der Umsatz im verbliebenen Geschäftsbereich Biomaterials um deutlich über 60 Prozent auf rund zehn Millionen Euro steigen soll.

          Einige Börsianer scheinen inzwischen aber wieder gewillt zu sein, an die Wachstumschancen von Curasan zu glauben. Nach Angaben von Rössler kamen seine jüngsten Ausführungen vor Analysten und Fondsmanagern gut an und als Folge davon sei zuletzt auch eine höhere Nachfrage nach den Aktien zu beobachten gewesen.

          2004 das Jahr der Entscheidung

          Gehen die Pläne von Curasan in den nächsten Jahren auf, dürfte der Aktienkurs in der Tat gehöriges Kurspotential beinhaltet. Schließlich hat das Unternehmen wie Rössler betont, bereits viele Vorleistungen erbracht, so daß jeder Umsatzzuwachs deutlich auf das Ergebnis durchschlägt. Und Umsatzpotential ist rein theoretisch vorhanden, beziffern Studien das Marktpotential des Bereichs Knochenregeneration doch auf ein Volumen von rund eine Milliarde Euro und die jährlichen Wachstumsraten auf etwa zehn Prozent.

          Allerdings gibt es auch viele Beispiele von aussichtsreich positionierten Unternehmen, die sich am eigenen Expansionsdrang vorhoben haben. Curasan wird in den nächsten Quartalen daher unter Beweis stellen muß, daß die eingeschlagene Strategie tatsächlich Früchte trägt. Die nächste Gelegenheit zu Überzeugen hat das Unternehmen am 13. Mai bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal. Da steht auch Rössler selbst auf dem Prüfstein, denn gegenüber FAZ.NET hat er hervorgehoben, daß er sich mit den bisherigen Vorhersagen für das laufende Geschäftsjahr weiterhin wohl fühlt.

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