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Medien : United Labels-Aktie bietet Chancen bei großem Risiko

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„Madagascar”: Das Merchandising sollte gute Umsätze bringen. Bild: UIP

Seit einem Jahr haben die Aktionäre des Comic-Vermarkters United Labels viel Freude an ihrer Depotposition. Der Kurs legte von 130 Prozent auf 8,74 Euro zu.

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          Seit einem Jahr haben die Aktionäre des Comic-Vermarkters United Labels viel Freude an ihrer Depotposition. 130 Prozent legte der Kurs in den vergangenen zwölf Monaten zu.

          Langzeit-Aktionäre des Unternehmens, das sich mit der Vermarktung von Comicfiguren befaßt, kann das allerdings wenig trösten. Im Mai 2000 kam die Aktie mit 80,50 Euro an den Neuen Markt - und sah diesen Kurs nie wieder. Ein Jahr später war sie mit 15,35 Euro nur noch ein Fünftel wert. schon nur noch, ein weiteres Jahr danach mit 1,93 Euro nur noch 2,4 Prozent des ersten Kurses. Den absoluten Tiefpunkt erreichten die Aktionäre am 8. Oktober 2002. Mit 61 Cents hatte die United Labels-Aktie nur noch 0,75 Prozent des Ausgangswerts.

          Gewinn mit Porzellan

          Seitdem hat sich einiges getan - nicht nur beim Kurs. 2004 überschritt das Unternehmen zum ersten Mal seit dem Börsengang die Gewinnschwelle. 800.000 Euro blieben bei einem Umsatz von 39,2 Millionen Euro netto in den Kassen hängen. Beim Umsatz zeigt United Labels eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung. Seit dem Jahr des Börsengangs wuchs dieser in jedem Jahr im einstelligen Bereich. Besondere Erfolge verbucht der Vermarkter laut eigenem Bekunden mit den hochwertigen Porzellankollektionen „Best of Snoopy“ und „Best of Mickey“.

          Zebra Marty und die Pinguine: Größe ist eine Frage der Perspektive.

          Damit schlägt sich United Labels angesichts des Marktumfelds durchaus beachtlich. Denn der weltweite Umsatz mit Lizenzprodukten ist zwischen 1999 und 2003 um knapp neun Prozent zurückgegangen. Die Volatilität des Geschäfts zeigt sich auch immer wieder in den Ergebnissen von United Labels. Die Unternehmensergebnisse schwanken seit Jahren beständig um die Null herum - mal etwas mehr wie im vergangenen Jahr, mal etwas weniger wie 2002 und 2003.

          Auch der Rekordumsatz des vergangenen Jahres resultiert vor allem aus dem besten vierten Quartal, das United Labels in den vergangenen drei Jahren zu verzeichnen hatte. Dazu dürften aktuelle Vermarktungen erfolgreicher Zeichentrickfilmfiguren einen Gutteil beigetragen haben. So hatte United Labels auch die Vermarktungslizenz für den vierterfolgreichsten Film des Jahres, „Shrek 2“, der immerhin 5,3 Millionen Besucher in die Kinos lockte.

          Hoffen auf „Madagascar“

          Ein so gutes Quartal konnte das Unternehmen Anfang diesen Jahres nicht vorweisen. Im Gegenteil fiel der Umsatz um knapp elf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 8,3 Millionen Euro. Auch das Vorsteuerergebnis lag mit 100.000 Euro deutlich unter dem des ersten Quartals 2004. Schuld daran, so United Labels, sei die Verschiebung von Aufträgen, vor allem aus dem Großhandel, auf das zweite Quartal und verweist auf einen abermals gestiegenen Auftragsbestand in Höhe von aktuell 14,6 Millionen Euro. Vor einem Jahr waren es noch 8,3 Millionen.

          Die Hoffnungen der Anleger richten sich auch auf das dritte Quartal. Denn am 14. Juli läuft in den Kinos der neue Dreamworks-Streifen „Madagascar“ an. Das Kuscheltier-Potential der Filmhelden Löwe Alex, Nilpferd Gloria, Giraffe Merlan, Zebra Marty und der drei Pinguine ist immens. Das Ziel, in diesem Jahr einen Umsatz auf Vorjahresniveau zu erreichen und den Vorsteuergewinn um 20 Prozent auf 1,8 Millionen Euro zu erhöhen, erscheint damit durchaus realistisch.

          Angesichts eines charttechnischen Aufwärtstrends und eines stimmigen Unternehmenskonzepts, bleibt nur noch die Frage nach der Bewertung. Auf Basis des Jahres 2005 ist United Labels mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 hoich bewertet. Denn vergleicht man dies mit den eher verhaltenen Gewinnprognosen, so läßt sie sich letztlich nicht rechtfertigen. Damit besteht für die Aktie eine erhöhte Rückschlagsgefahr. Sollte zum Beispiel der versprochene Mehrumsatz in diesem Quartal nicht erreicht werden, könnte dies einen Kurseinbruch nach sich ziehen. Vorsicht ist also die Mutter der Porzellankiste.

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