https://www.faz.net/-gv6-qvat

Medien : Schwacher Lizenzhandel bremst Splendid Medien-Aktie

  • Aktualisiert am

Auch „Gangs of New York” wurde von Splendid vermarktet Bild: Splendid Medien

Wieder auf die Füße gekommen ist das vormals gebeutelte Medien-Unternehmen Splendid Medien. Doch der schwache Verlauf des Segments Lizenzhandel dürfte den Aufschwung der Aktie weiter ausbremsen.

          2 Min.

          Auch die Aktie von Splendid Medien war schon einmal beliebter. An einstige Kurshöhen von 55 Euro mag sich keiner mehr so recht erinnern wollen. Aktuell notiert das Papier des Vermarkters von Kinofilmen und Fernsehfilmen bei 2,29 Euro.

          Viel mehr nach oben dürfte auch kaum drin sein. Denn die Aktie hat sich in diesem Jahr eigentlich gut behauptet und sich mehr als verdreifacht. Sogar eine Konsolidierung nach dem Kurshoch bei 2,67 Euro im Juli hat sie überstanden und sich wieder erholt.

          Weniger Umsatz, mehr Ertrag

          Doch um noch mehr zu holen, müßten die Unternehmensergebnisse noch etwas besser ausfallen. Splendid erzielte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Konzernumsatz in Höhe von 15,1 Millionen Euro - zehn Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

          Erfreulich ist aber, daß das Konzern-Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 40 Prozent auf 4,5 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Ebenso wuchs das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 2,1 Millionen Euro, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Verlust von 1,2 Millionen Euro angefallen war. Rund die Hälfte des Ergebnisses basiert indes auf Sondereffekten durch die Auflösung von Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten.

          Auch die Bilanzstruktur gesundet langsam. Das Eigenkapital der Gesellschaft hat sich gegenüber dem Jahresende 2004 um 19 Prozent auf 11,1 Millionen Euro erhöht. Damit beträgt die Eigenkapitalquote 45,7 Prozent. Zwar sind die liquiden Mittel leicht zurückgegangen, doch ist die Summe der kurzfristigen Verbindlichkeiten um 16 Prozent auf 12,9 Millionen Euro gesunken. Langfristige Verbindlichkeiten hat das Unternehmen ohnehin nur in geringem Umfang.

          Enttäuschendes drittes Quartal

          Dennoch kann man nicht umhin zu vermerken, daß das dritte Quartal letztlich enttäuscht hat. So ist der Umsatzverlust der ersten neuen Monate allein auf einen Umsatzeinbruch von 27 Prozent im dritten Quartal zurückzuführen. Und aufgrund dessen war auch der Gewinn schwach. Gründe für das schwache Quartal nannte Splendid nicht.

          Tatsache ist aber, daß der Lizenzhandel mit einem Umsatz von 305.000 Euro gegenüber 1,624 Millionen im ersten Halbjahr sehr schwach verlief. Wie Splendid im Neun-Monats-Bericht schreibt, „wird es auch im letzten Quartal des Jahres 2005 auf Grund der veränderten Akquisitionsstrategie zugunsten des Bereichs Home Entertainment nicht zu wesentlichen Umsatzzuwächsen kommen.“

          Splendid Medien AG geht davon aus, daß im laufenden Geschäftsjahr 2005 der Umsatz gegenüber dem Vorjahr auch insgesamt leicht sinken wird, dafür aber ein positives Ergebnis erzielt werden kann. Nach neun Monaten wurden bislang neun Cent je Aktie erwirtschaftet. Schreibt man das Ergebnis fort, ergäbe sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19. Das ist nicht eben billig, vor allem wenn man das derzeit schleppende Geschäft im Lizenzhandel berücksichtigt.

          Konsequenterweise gibt die Aktie am Donnerstag leicht auf 2,28 Euro ab. Insofern erscheint es auch nicht allzu wahrscheinlich, daß sie sich in nächster Zeit wieder stärker beleben wird. Dazu bedarf es besserer Nachrichten.

          Weitere Themen

          Die verwirrende Börsenrally

          Scherbaums Börse : Die verwirrende Börsenrally

          Der Dax klettert weiter in Richtung Allzeithoch, während das Gros der deutschen Konzerne es kaum wagt, wegen der Corona-Krise eine seriöse Prognose für das laufende Jahr abzugeben. Was sollen Anleger von einer solchen Börse halten?

          Topmeldungen

          Tourismus : Schweiz buhlt um Deutsche

          Den Eidgenossen fehlen die ausländischen Gäste, vielen Hotels droht der Konkurs. Nun wollen sie bei deutschen Touristen punkten – mit praktischen und geldwerten Angeboten.
          Gut gelaunt mit amerikanischen Soldaten am Truppenstützpunkt Ramstein: Amerikas Präsident Donald Trump im Jahr 2018.

          Trumps Abzugspläne : Ein weiterer Tiefschlag

          Sollten Tausende amerikanische Soldaten Deutschland verlassen, würde das vor allem dem Pentagon selbst zu schaffen machen. Für das transatlantische Verhältnis aber verheißt es nichts Gutes.
          Nicht nur Gnabry (links) und Goretzka trafen für den FC Bayern in Leverkusen.

          4:2 in Leverkusen : Der FC Bayern ist eine Klasse für sich

          Die Münchner meistern die wohl größte Hürde, die auf dem Weg zum Titel noch zu nehmen war, mit dem klaren Sieg in Leverkusen souverän. Die fußballerische Perfektion erinnert an die besten Phasen unter Pep Guardiola.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.