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Medien : ProSiebenSAT1 zurück auf dem Boden der Realität

  • Aktualisiert am

Zurück in der Realität Bild: AP

Da helfen kosmetische Aktionen nicht: Das Quartalsergebnis von ProSiebenSAT1 liegt unter den Erwartungen der Analysten.

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          Die Aktie der ProSiebenSAT1 fällt am Dienstag wieder einmal vor allem durch Kursverluste auf und führt die Verlierer im MDax mit einem Minus von 8,3 Prozent auf 20,45 Euro an.

          Auch wenn das Management in seiner Ad-hoc-Meldung versucht hat, die Situation zu beschönigen, so lag das Ergebnis vor Steuern für das erste Quartal mit 28,6 Millionen Euro weit unter den Erwartungen der Analysten. Hatten die doch im Durchschnitt mit 35 bis 40 Millionen gerechnet.

          „Die veröffentlichten Zahlen sind ziemlich schwach“, sagt Annelie Hoppe von der WestLB Panmure. Vor allem Sat1 selber habe einen Einbruch in den Werbeeinnahmen um zwölf Prozent zu verzeichnen, was ein Ergebnis von minus 22 Millionen Euro zur Folge habe. Die Analysten hatten mit einem eher ausgeglichenen Ergebnis gerechnet. Verantwortlich sei dafür vor allem der Werbemarkt, der nicht den optimistischen Prognosen des Managements gefolgt sei, sondern langsamer wachse.

          Aktie abhängig vom Werbemarkt

          Von der Bewertung her liege die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24 für die Gewinnschätzungen von 2001, von 19 für 2002 und 18 für 2003 im Rahmen der europäischen Wettberber, wie TF1 oder M6. Allerdings werde sich die Aktie auf dem Niveau nicht halten können, wenn der Werbemarkt sich weiterhin so schwach zeige. Sie hat die Aktie auf „neutral“ stehen.

          Auch wenn die Wachstumsannahmen für den Werbemarkt in Deutschland von vier Prozent „realistischer“ geworden seien angesichts der wirtschaftlichen Abschwächung, könne auf Grund des langsamen Starts in das Jahr eine weitere Kursschwäche nicht ausgeschlossen werden, denken die Analysten von ABN Amro. Obwohl erwartete Rückstufungen schon weitgehend im Kurs enthalten sein dürften, gebe es noch kritische Punkte. So sei die Buchführung nicht sonderlich transparent, die Eigentümerstruktur sei nicht klar und Kostendruck sei nicht ausgeschlossen. Sie haben die Aktie auf „reduce“ stehen.

          Nicht überbewerten würde Arndt Muthreich von der Dresdner Kleinwort Wasserstein die negativen Nachrichten. So seien die Planzahlen immerhin realistischer geworden, viel hänge vom Verlauf des vierten Quartals ab. Insgesamt habe sich die Wettbewerbsposition durch die Fusion zwischen Sat1 und ProSieben verbessert. Dadurch könne das Unternehmen in die Lage versetzt werden, die Preise zu erhöhen.

          „Die Firma ist wohl auf dem falschen Fuße erwischt worden“, sagen die Analysten der HypoVereinsbank. Das Ergebnis liegt klar unter den Erwartungen und es sei durchaus möglich, dass der Konsens nach unten rutschen werde. Sie sehen das Problem vor allem auf der Kostenseite des Unternehmens und weniger auf der Einnahmeseite. Sie halten die Aktie auf „underperformer“. Allerdings werde die Lage schlechter geredet als sie sei und es sei nicht ausgeschlossen, dass die Aktie das Schlechteste gesehen habe.

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