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Medien : Digitales Radio: Viel Hoffnung für Betreiber-Aktien

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Daß bei all dieser Vertriebs- und Programmtätigkeit unter dem Strich bei beiden Gesellschaften dicke Verluste stehen, kann eigentlich kaum verwundern. Das vergangenen Jahr schloß XM mit einem satten Verlust von 642,4 Millionen Dollar oder 3,30 Dollar je Aktie ab. Sirius brachte es sogar auf 712,2 Millionen Dollar.

Doch die Zeichen stehen auf Besserung. Das erste Halbjahr bescherte XM nur noch rote Zahlen in Höhe von 266,52 Millionen Dollar - immerhin 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Sirius muß hingegen da noch nachziehen. Im ersten Quartal fielen Verluste in Höhe von 193,6 Millionen Dollar an - 34 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dynamisches Wachstum sollte bleiben

XM erhöhte gleichzeitig seine Prognosen für das Abonnentenwachstum von 5,5 auf sechs Millionen zum Jahresende und für die Abo-Erlöse von 480 auf 500 Millionen Dollar. Doch das wird sich gleichzeitig auf der Verlustseite niederschlagen - diese sollen auch höher ausfallen als ursprünglich prognostiziert. 395 Millionen Dollar vor Steuern (Ebitda) werden vorhergesagt, zehn Prozent mehr als ursprünglich geplant und etwas mehr als die 388 Millionen des Vorjahres. Immerhin läge es damit deutlich unter den voraussichtlichen Umsatzerlösen, wogegen es 2004 diese um mehr als die Hälfte überstieg. Mit dem verbrennen von Geld soll voraussichtlich im nächsten Jahr Schluß sein.

Auch Sirius hat nach dem ersten Quartal die Prognosen erhöht. 2,7 Millionen Abonnenten sollen es zum Jahresende sein, nicht wie vorher avisiert nur 2,5 Millionen. Und wie bei XM werden die Erlöse, aber auch die Verluste stärker steigen.

Insgesamt sind beide Gesellschaften auf einem guten Weg, solange sie das Abonnentenwachstum weiter vorantreiben können. Das sollte aber in den nächsten Jahren weiter möglich sein. Daß sich das Geschäftsmodell offenbar verkaufen läßt, zeigen zum einen geringe Stornoraten - trotz einer Preiserhöhung bei XM im Februar auf 12,95 Dollar pro Monat. Zum anderen aber ist es XM gelungen, die Kosten pro Neu-Abonnent bei gleichzeitig kräftigem Wachstum von 101 auf 98 Dollar zu senken. Sirius muß dagegen derzeit noch 190 Dollar ausgeben, will dies aber auch auf 145 Dollar senken.

Ähnlicher Kursverlauf, unterschiedliche Bewertung

Die Konsolidierung der Ausgaben ist die entscheidendste Aufgabe der kommenden Monate und Jahre, die über Sein oder Nicht-Sein der Unternehmen entscheiden wird. Die Börse glaubt indes offenbar an einen Erfolg. Die Aktie von Sirius kam 1995 an die Nasdaq, stieg mit der Hausse bis auf 65 Dollar und stürzte in der Baisse bis auf 97 Cents ab. Seitdem hat sie sich mutig nach oben gekämpft. Ende vergangenen Jahres stellte sie bei neun Dollar ein Drei-Jahres-Hoch auf. Aktuell notiert sie nach einem Kurseinbruch zu Jahresbeginn bei 6,88 Dollar. Sollte jedoch die Halbjahresergebnisse, die am Dienstag veröffentlicht werden, positiv ausfallen, könnte das Papier wieder Fahrt aufnehmen.

XM Satellite kamen am Ende der Technologiehausse auf den Markt. Nach dem Absturz in der Baisse, erholte sich das Papier vergleichsweise zügig und legte innerhalb eines Jahres bis Ende 2003 rund um das 30fache zu. Seitdem ist die Fahrt etwas ruhiger geworden. Ähnlich wie Sirius versucht auch die XM-Aktie das Drei-Jahres-Hoch des vergangenen Jahres zu knacken. Sollten die Papiere daran scheitern, könnte sich der positive Trend drehen.

Bewertet sind die Aktien bei den aktuell hohen Verlusten der Unternehmen natürlich optimistisch. Indes kommt XM auf Basis der für dieses Geschäftsjahr angepeilten Umsätze auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von lediglich 0,35, Sirius hingegen schon auf 1,04. Damit ist die Aktie der in der Entwicklung zurückliegenden Sirius bereits an der Grenze des Vertretbaren angelangt. Spekulativ sind beide Aktien und Absicherungsstrategien sind hier ein Muß. Im Zweifelsfall scheint XM aber derzeit die bessere Wahl zu sein.

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