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MDax : SGL Carbon-Aktie mit Lebenszeichen

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Der Chart zeigt die Entwicklung der Aktie von SGL Carbon Bild:

SGL Carbon sieht sich einer regen Nachfrage von Kundenseite gegenüber und gewinnt offenbar dadurch Preismacht zurück. Der Aktie des Herstellers von Graphitelektroden verhilft das zu einem charttechnischen Kaufsignal.

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          Das beim Börsengang im Jahr 1995 als Hoffnungswert gestartete Unternehmen SGL Carbon hat schwere Zeiten hinter sich. Zum Ausdruck kommen die Probleme, die unter anderem aus Margendruck, Kartellstrafen und einer hohen Verschuldung bestanden, alleine schon im Aktienkurs. Der ist von einem am 13. Oktober 1997 erreichten Hoch von 104,31 Euro bis auf einen Tiefstand von 3,75 Euro abgestürzt. Für einen Wert dieser Größenordnung, der immerhin im MDax notiert, wahrlich ein nicht alltäglich auftretendes Desaster.

          Doch jetzt macht der Aktienkurs der in den Bereichen Carbon und (Spezial-) Graphit sowie dem Korrosionsschutz tätigen Gesellschaft Anstalten, die tiefste Tristesse hinter sich zu lassen. Nach zuletzt deutlichen Gewinnen und einem am Montag im Xetra-Handel erreichten Schlußkurs von 10,74 Euro hat sich der Titel inzwischen merklich von dem Mitte Juni erreichten Zwischentief bei 7,76 Euro verabschiedet.

          Charttechnisch ist ihm dabei zum Wochenauftakt mit dem höchsten Stand seit fast einem Jahr zudem der Sprung über eine wichtigere Widerstandsmarke gelungen. Dadurch scheint der Weg nun zunächst mindestens bis zur nächsten größeren Hürde bei zwölf Euro frei zu sein.

          Preiserhöhungen werden positiv gewertet

          Begünstigt wurde die positive Kursentwicklung durch eine Meldung aus der Vorwoche, wonach der Kohlenstoff-Spezialist SGL Carbon die Preise für Graphitelektroden, und damit für das wichtigste hauseigene Produkt, mit Wirkung zum 15. Januar 2005 für alle neuen Geschäftsabschlüsse erneut erhöht hat. Zur Begründung für die Erhöhung wird zwar auf Kostendruck innerhalb der Produktionsstätten, Rohstoff- und Energiekostenanstieg, höhere Aufwendungen für Logistik sowie Währungseinflüsse verwiesen.

          An der Börse ist man aber offenbar der Meinung, daß sich alle Effekte zusammengerechnet, wie schon in der jüngeren Vergangenheit zu beobachten, eher positiv als negativ in der Marge bemerkbar machen werden.

          Zu dieser Einschätzung trug auch der Zusatz aus der Meldung über die Preiserhöhung bei, wonach die hohe Nachfrage aus der Stahlindustrie nach wie vor zu einem sehr hohen Bedarf an Hochleistungs-Graphitelektroden führe. Der Auftragseingang für 2005 bei SGL Carbon liege dadurch bereits nahe an der Kapazitätsgrenze für Graphitelektroden.

          Chartbild verspricht weitere Kursgewinne

          Im dritten Quartal hatte SGL unter dem Strich zwar noch immer Verluste geschrieben, dank der starker Nachfrage auf dem Stahlmarkt den Betriebsgewinn zum Vorjahr aber mehr als verdoppelt. Branchenkenner wie Petra Meyer von Sal. Oppenheim registrierten dies mit wachsender Zustimmung. „Sie haben nun zwei Quartale in Folge gute Zahlen vorgelegt. Das führt zu abnehmenden Unsicherheiten rund um diese Aktie“, lautet die positive Bestandsaufnahme der Analystin.

          Sie und ihre anderswo tätigen Kollegen, die sich mit SGL Carbon beschäftigen, rechnen laut JCF Konsensschätzungen im Schnitt für das Geschäftsjahr 2005 mit einem Gewinn je Aktie von 0,55 Euro und für 2006 mit 0,71 Euro. Auf dieser Basis ergeben sich Kurs-Gewinn-Verhältnisse von knapp 20 und gut 15.

          Das sieht, speziell auch im Branchenvergleich, auf den ersten Blick zwar nach einer recht anspruchsvollen Bewertung aus, würde sich dann aber relativieren, wenn es sich bei der geschäftlichen Trendwende zum Besseren um keine Eintagesfliege handeln sollte. Ob dem tatsächlich so ist, bleibt nach den zahlreichen Enttäuschungen der vergangenen Jahre zwar abzuwarten, aber das Chartbild spricht aktuell eine eindeutige Sprache und die verheißt zunächst weitere Kursgewinne.

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