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MDax : Babcock Borsig mausert sich zum Fantasiewert

  • Aktualisiert am

Auch „Old Economy” strebt nach oben Bild: dpa

Noch im Frühjahr will die Babcock-Tochter BDAG das Windkraftunternehmen Nordex an den Neuen Markt bringen. Das gefällt den Analysten.

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          Wie schön, wenn auch einmal ein Unternehmen der so genannten „Old Economy“ die Fantasie der Anleger beflügelt. So geschehen mit dem Schwerindustrie-Konzern Babcock Borsig.

          Anlass sind die gemeinsamen Pläne der Konzerntochter BDAG Balcke-Dürr und der dänischen Nordvest. Die Partner wollen ihre in der Nordex AG gebündelten Windkraftaktivitäten noch im Frühjahr an den Neuen Markt bringen. Bis zu 36 Millionen Aktien sollen platziert werden.

          Kursziel 80 Euro

          Dirk Lohmann von HSBC Trinkaus & Burkhardt leitet daraus noch erhebliches Kurspotenzial für Babcock ab. Sein Kursziel lautet seit November 80 Euro. Seitdem ist die Aktie von knapp unter 50 bis an 65 Euro herangelaufen. „Bei einem Umsatz von schätzungsweise 300 Millionen Euro und einer Vorsteuermarge von fünf Prozent steckt in Nordex viel Kursfantasie, wenn man den Wert mit seinen dänischen Wettbewerbern vergleicht“, sagt der Analyst. Gegenwärtig hält Balcke Dürr 75 Prozent an Nordex.

          Lohmanns Urteil wird von Sören Östergaard-Nielsen von der dänischen Sydbank bestätigt. Auch er hält Babcock wegen der Neuemissions-Pläne für einen klaren Kauf. Sein Kursziel liegt bei 75 Euro.

          Erfreuliches auch aus dem Kraftwerks- und Schiffbau

          Aber auch von anderen Unternehmensbereichen kamen in jüngster Zeit gute Nachrichten. Mitte des Monats vermeldete die Kraftwerkstochter Babcock Borsig Power einen Großauftrag im Wert von 800 Millionen Mark zum Ausbau eines Kraftwerks in Abu Dhabi. Der Kraftwerksbauer bildet zusammen mit den dezentralen Energieaktivitäten (also etwa der Windkraft) den Unternehmensbereich Energietechnik. „Der Kraftwerksbau ist in den vergangenen Jahren stark restrukturiert worden. Jetzt zeigt sich, dass man auch in diesem Bereich profitabel arbeiten kann“, erläutert Dirk Lohmann.

          Vor einer Woche kamen dann Neuigkeiten aus dem zweiten Unternehmensbereich Schiffbau, bislang wahrlich kein Hoffnungsträger. Babcocks Vorstandschef Klaus Lederer erklärte, sein Unternehmen wolle einen europäischen Werftenverbund bilden. Die geplante Überkreuzbeteiligung der Babcock Borsig-Tochter Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW) und der Werften von ThyssenKrupp könne der Gründungsschritt zu dazu sein. HDW verhandelt darüber außerdem mit der spanischen Bazan/Asea, mit der italienischen Ficantieri und mit British Aerospace. Lohmann hebt die Fortschritte im Controlling beim Schiffbau hervor, wodurch verlustträchtige Aufträge künftig leicher vermieden werden könnten.

          Risiken scheinen überschaubar

          Bei den immerhin rund 160 Beteiligungen des Konzerns sieht der HSBC-Analyst zudem die meisten Risiken beseitigt. „In einem derart heterogenen Portfolio kann natürlich immer mal etwas passieren“, meint Lohmann. „In diesem Jahr kann es durchaus noch weitere Bereinigungen geben, was Umsatzprognosen sehr schwierig macht.“ Vor allem stehe in diesem Jahr noch die Verschmelzung mit der Tochter BDAG an.

          Für das laufende Jahr erwartet er einen Gewinn von 4,14 Euro pro Aktie (2000: 2,61 Euro), woraus sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 15,6 ergibt.

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