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Maschinenbau : Singulus-Aktie bemüht sich um die Wende

  • Aktualisiert am

DVD-Beschichtung bei Singulus Bild: ddp

Mit überwiegend besseren Zahlen als erhofft macht der Anlagenbauer Singulus am Freitag auf sich aufmerksam. Trotz guter Ansätze dürfte eine nachhaltige Trendwende der Notierung aber weiter schwierig bleiben.

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          Die vergangene Jahre waren für den Hersteller von CD- und DVD-Produktionsanlagen Singulus sehr abwechslungsreich. Nach einem starken Wachstum zu Beginn des Jahrzehnts schwächte sich dieses 2004 ab, 2005 kam es zu einem deutlichen Einbruch.

          Schuld daran war nicht zuletzt die Verwirrung um die zukünftigen Standards bei optischen Speichermedien, die eine deutliche Zurückhaltung auf der Kundenseite bewirkten. Das hatte auch deutliche Folgen für den Aktienkurs, der sich immer wieder dem 2003 erreichten Allzeittief bei 8,93 Euro annäherte.

          Ertragszahlen überwiegend besser als erwartet

          Das Jahr 2006 fiel nun besser aus als erwartet. Singulus übertraf die eigene Gewinnprognose. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern stieg um fast das Doppelte von 2,1 auf 4,0 Millionen Euro. Das Ziel von Unternehmenschef Stefan Baustert war indes nur, ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Indes liegt diese Größe noch weit entfernt von den noch 2003 verbuchten 60 Millionen Euro und auch rund eine halbe Million Euro unter der Durchschnittsprognose der von Dow Jones Newswires befragten Analysten.

          Unter dem Strich stieg der Gewinn von 7,3 auf 11,1 Millionen Euro. Singulus hatte vorab bereits den Jahresumsatz bekannt gegeben und mit einem Anstieg von 244,4 auf 280 Millionen Euro ebenfalls die Prognosen übertroffen.

          Der Überschuss liegt deutlich über dem operativen Gewinn, da Singulus eine erhebliche Steuergutschrift erhielt und Einmaleffekte aus der HamaTech-Übernahme verzeichnete. Der Nettogewinn stieg um 52 Prozent auf 11,1 Millionen Euro, während Analysten im Schnitt mit lediglich 6,9 Millionen Euro gerechnet hatten.

          Kein klarer Ausblick

          Die Erlöse fielen damit noch etwas höher aus als bei Vorlage der vorläufigen Zahlen Mitte Februar angekündigt. Da hatte Singulus den Umsatz auf 280 Millionen Euro beziffert. Die Planung des Unternehmens hatte auf 255 Millionen bis 275 Millionen Euro Umsatz gelautet.

          In den kommenden Jahre will Singulus das Kerngeschäft Optical Disc weiterentwickeln und die Palette diversifizieren. Singulus strebe für 2007 die „klare Marktführerschaft in allen Arbeitsgebieten Optical Disc“ an. Am Wachstum der neuen Formategeneration der hochauflösenden Medien wolle das Unternehmen überdurchschnittlich teilhaben. Dabei will man neue Arbeitsgebiete durch Zukäufe akquirieren.

          Zudem soll die Marktposition bei Photomaskenreinigungs- und Behandlungsmaschinen für die Halbleiterindustrie ausgebaut werden. Einen konkreteren Ausblick für das laufende Jahr gab der Maschinenbauer nicht. Das war auch nicht erwartet worden und dies ist ob der Unklarheiten bei den künftigen Standards auch nachvollziehbar.

          Der Auftragsbestand zum Jahresende stieg gegenüber dem Vorjahr um rund ein Drittel auf 81,5 Millionen Euro. Der Auftrageingang stieg um 28,3 Prozent auf 319 Millionen Euro und entsprach so fast dem vorläufig vermeldeten Wert, der seinerzeit mit Enttäuschung aufgenommen worden war. Allerdings brach dieser im vierten Quartal im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um fast 34 Prozent auf nur noch 46,6 Millionen Euro ein.

          Gute Ansätze

          Nichtsdestoweniger wurden die Zahlen positiv aufgenommen. Der Aktienkurs legt um drei Prozent auf 11,42 Euro zu, obwohl die Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 23,3 für das laufende und 16,3 für das kommende Jahr auf Basis der durchschnittlichen Analystenschätzungen doch recht hoch bewertet ist.

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