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Maschinenbau/Nutzfahrzeuge : Einstieg bei der MAN-Aktie eilt nicht

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MAN strotzt derzeit nicht gerade vor Kraft Bild: MAN AG

Trotz schlechter Ergebnisse kann sich der Aktienkurs von MAN am Mittwoch behaupten. Zum Einstieg drängt sich die Aktie trotzdem nicht auf.

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          Vom Dax-Vertreter MAN sind Börsianer seit einigen Monaten Kummer gewohnt. Die Konjunkturschwäche in Verbindung mit internen Problemen belasten die Geschäfte. Doch die Neunmonatszahlen, die der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern am Mittwoch vorgelegt hat, sind noch einmal deutlich schlechter als ohnehin befürchtet.

          Einem Verlust von 87 Millionen Euro im dritten Quartal stand eine durchschnittliche Analystenschätzung von minus 61,7 Millionen Euro gegenüber. Der nach neun Monaten um ein Prozent auf 11,4 Milliarden Euro gesunkene Umsatz dürfte den Anlegern ebenso wenig gefallen wie der um acht Prozent auf 11,7 Milliarden Euro gesunkene Auftragseingang sowie die für das Gesamtjahr nach unten geschraubten Prognosen.

          Niedrige Gewinnschätzungen drohen

          Vorbörslich befragte Marktteilnehmer reagierten verständlicherweise nicht gerade mit Begeisterung auf die Zahlen. „Das die Zahlen nicht toll sind, war klar", sagte ein Händler. „Aber dass die Aussichten nicht so positiv sind, ist nicht so toll.“ Dennoch kann sich der Aktienkurs im Auftaktgeschäft am Mittwochvormittag mit unveränderten 22,70 Euro behaupten.

          Dass es nicht zu herben Einbußen kommt, dürfte damit zusammen hängen, dass im Aktienkurs bereits viele negative Erwartungen stecken. So betrug das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der bisher für das Jahr 2002 geschätzten Gewinne je Aktie optisch niedrige zehn. Doch ist dabei zu bedenken, dass dem Sektor allgemein keine hohen Bewertungen zugebiligt werden. Außerdem droht bei MAN die Gefahr, dass nach den neuesten Angaben zum Geschäftsverlauf die Gewinnschätzungen nach unten korrigiert werden.

          Britische Tochter eine große Belastung

          Für diesem Hintergrund verbietet sich eigentlich ein Einstieg bei dem Wert. Zumal die offenbar noch größer als ohnehin befürchteten Probleme bei der britischen Tochter ERF zur Vorsicht mahnen. Solange man als Anleger hier das im Zuge bilanzieller Ungereimtheiten entstandene mulmige Gefühl nicht wieder los wird und nicht der Eindruck entsteht, dass endgültig reiner Tisch gemacht wurde, drohen immer wieder neue Rückschläge. Der von den Analysten der Hessischen Landesbank als überraschend hoch bezeichnete Verlust von 52 Millionen Euro im dritten Quartal im Holding-Geschäftsbereich dürfte in erster Linie mit den dortigen Problemen zusammen hängen.

          Da zudem auch im Bereich Maschinen- und Anlagenbau Verluste von 25 Millionen Euro angefallen sind, zeigt zudem, dass es bei MAN derzeit nicht nur an einer Stelle brennt. Trotz relativ niedriger Ausgangsabsis dürfte es folglich momentan interessantere Anlagemöglichkeiten geben. Eine bessere Bewertung als neutral, wie von den Analysten der Hessischen Landesbank benotet, hat die Aktie derzeit nicht verdient.

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