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Maschinenbau : Lange nicht gesehene Tiefkurse bei MAN

  • Aktualisiert am

Unter Buchwert gehen mittlerweile die MAN-Aktien um Bild: MAN

Mit knapp sechs Prozent liegen die Aktien von MAN im Minus. Damit notieren die Titel unter ihrem Buchwert.

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          Die Aktien von MAN dringen am Mittwoch in lange nicht gesehen Tiefen vor. Am Vormittag verliert die Aktie 5,8 Prozent auf 23,60 Euro und fällt damit auf den tiefsten Stand seit dem Frühjahr 1999.

          Die Welle der negativen Nachrichten bei MAN reißt nicht ab. Nachdem der Vorstand in der vergangenen Wochen einräumen musste, dass Manager in Großbritannien Bilanzen gefälscht haben, lief das erste Halbjahr nun auch noch schlechter als angenommen.

          Sorgenkind Nutzfahrzeugsparte

          Zwar lag MAN mit einem Umsatz von 7,3 Milliarden Euro im noch Rahmen der Analystenprognosen, das Ergebnis nach Steuern fiel aber mit 155 Millionen Euro stärker als angenommen. Schwachpunkt bei MAN sind die Nutzfahrzeuge. MAN habe mit einem steigenden Marktanteil für Lkw ab sechs Tonnen die nachlassende Inlandsnachfrage kompensieren können. „Allerdings war dieser Umsatz nur mit Preiszugeständnissen zu erzielen“, meinen die Analysten von M.M. Warburg.

          Der Bereich Nutzfahrzeuge hat im zweiten Halbjahr gerade einmal einen Gewinn vor Steuern von sechs Millionen Euro erzielt, nach 148 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2000.

          Gewinnwarnung für's Gesamtjahr

          Aber nicht nur das vergangene Halbjahr war schlecht, auch die Aussichten sind mehr als betrübt. In Zeiten rückläufiger Konjunktur brauchen Unternehmen eben auch weniger Nutzfahrzeuge. Zudem würden auch die Verluste der britischen Tochter das MAN-Ergebnis im zweiten Jahr belasten, räumt MAN ein.

          Ohne die Einberechnung von Sondererträgen könnte das Ergebnis vor Steuern im Gesamtjahr um ein Drittel zurück gehen, so der Vorstand. Beim Umsatz und Auftragseingang hielt der Konzern jedoch an seinen Zielen fest.

          Günstige Bewertung an der Börse

          Analysten zeigen sich dennoch zuversichtlich für die Aktien, weil die Bewertungen mittlerweile extreme Niveaus erreicht haben. So bekräftigt UBS Warburg die Kaufempfehlung für MAN. „Wir driften weltweit auf eine Rezession zu, was zu niedrigeren Gewinnen führen muss. Aber wenn wir durch dieses Tal hindurch schauen, dann kann man heute durchaus einige MAN-Aktien kaufen“, so der UBS-Analyst.

          Auf dem derzeitigen Kursniveau notiere MAN mittlerweile mit einem Abschlag von 22 Prozent zum Buchwert und nähern sich damit den Werten von der Rezession Anfang der neunziger Jahre an. Beim Abschwung 1995 habe das Kurs-Buchwert-Verhältnis für MAN beispielweise noch immer 1,25 Prozent betragen.

          M.M. Warburg rät ebenfalls aus Bewertungsgründen zum Halten der Aktie. Angesichts des - selbst nach den korrigierten Gewinnschätzungen - niedrigen Akteinkurses werde sich MAN nach der heutigen Überraschung relativ schnell erholen.

          Fazit: Tatsächlich ist MAN wegen des günstigen Kurses im Vergleich zum Substanz des Unternehmens eine interessante Aktie. Aber warum jetzt schon zugreifen, wenn makroökonomisch die Risiken überwiegen. Zumal der Chart eindeutig abwärts weist.

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