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Maschinenbau : China und Solar treiben Aktien von Meyer Burger

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Bild: FAZ.NET

Sägemaschinen produziert das Schweizer Unternehmen Meyer Burger. Doch da diese vor allem in der Photovoltaik eingesetzt werden, wächst die Nachfrage rasch. Allerdings enthält auch der Kurs bereits einiges an Erwartungen.

          4 Min.

          Es war der Tag der Deutschen Einheit, aber an der Deutschen Börse war es der Tag der China-Aktien. Allen Unkenrufen zum Trotz hat die Euphorie für Anteile an chinesischen Unternehmen einen neuen Höchststand erreicht (vgl. Die chinesischen Aktienmärkte laufen heiß).

          Von den 28 größten Kursgewinnern des Feiertags tragen immerhin sieben das Wort „China“ im Namen, ohne dass man von den Unternehmen je gehört hätte und mit Fuwei Films und Zhongde Waste lassen sich zwei weitere sofort identifizieren.

          Nachfrage aus der Photovoltaik treibt den Kurs

          Aber es gibt auch andere, weitaus unverdächtigere Unternehmen, deren Aktienkurs am Vortag von Fernost-Phantasie beflügelt wurde. Eines davon ist der Schweizer Hersteller von Spezialsägemaschinen und Sägen für das Trennen von harten und spröden Materialien wie Silizium, Saphir und anderen Kristallen.

          Der Aktienkurs des Maschinenbauers, der seit Ende des vergangene Jahres börsennotiert ist, hat sich seitdem von 42,60 auf 285 Franken am Mittwoch nahezu versiebenfacht. Grund für den Höhenflug ist die Solarphantasie, denn die Spezialsägen des in Baar ansässigen Unternehmens werden hauptsächlich zum Trennen von Wafern, Prismen und anderen Formen in der Halbleiter- und der optischen Industrie, aber auch in der Solarindustrie eingesetzt.

          Seit 2004 konnte das Unternehmen den Umsatz von 34,8 auf 82,6 Millionen Franken erhöhen. Verzeichnet man seinerzeit noch einen leichten Betriebsverlust (Ebit) von 500.000 Franken, so erzielte man 2006 einen Gewinn von acht Millionen. Auch das Konzernergebnis verbesserte sich von einem Verlust von einer Million Franken auf 5,6 Millionen Franken Gewinn.

          Gewinnrückgang im ersten Halbjahr

          Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres stieg der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 74 Prozent auf 68,14 Millionen Franken, das Betriebsergebnis fiel indes von 5,98 auf 4,5 Millionen Franken und der Periodengewinn von 5,1 auf 3,3 Millionen.

          Das Unternehmen begründete dies zum einen mit einer aufgrund eines erhöhten Material- und Warenaufwands von 46,3 auf 31.6 Prozent reduzierten Bruttomarge, aber auch Neueinstellungen, verbunden mit zusätzlichen Raumkosten im Zuge einer Kapazitätserweitertung.

          Dies alles sei Ausdruck des hohen Bestands an Aufträgen, den man fristgerecht ausführen wolle. Immerhin ist der Auftragseingang von 45,5 Millionen Franken im Jahr 2004 auf 169,7 Millionen im Jahr 2006 gestiegen. Im ersten Halbjahr 2007 stieg der Auftragseingang um 391 Prozent, so dass der Auftragsbestand zum 30. Juni 2007 470.2 Millionen Franken erreichte.

          Großauftrag aus China

          Und dazu kam am Mittwoch ein weiterer Großauftrag über 180 Millionen Franken bis ins Jahr 2010. Auftraggeber ist die chinesische Trina Solar Limited, die bereits im Juni einen Auftrag über 30 Millionen Franken erteilt habe. Bereits für das Geschäftsjahr 2008 werde ein umsatzwirksames Volumen von 50 Millionen Franken aus diesem Vertrag erwartet. Das Zusammenwirken von China und Photovoltaik musste natürlich den Aktienkurs beflügeln, und so kletterte dieser um weitere 11,76 Prozent auf das neue Allzeithoch.

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