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Markttechnik : Wall Street steht vor einer Zwischenpause

  • Aktualisiert am

Die Vollendung einer „Doppel-Tief-Formation“ wäre ein positives Zeichen und könnte den Bärenmarkt in Rente schicken. Noch ist es nicht so weit.

          Während der S&P seinen Weg nach oben langsam aber geordnet fortsetzt, deutet das Preisbildungsverhalten in nichts auf eine Art von Kaufpanik hin. Alle Ausbruchsversuche nach oben scheiterten am fehlenden Momentum. Gleichzeitig nutzen aber Anleger jedes Schwächezeichen, um ihre Positionen auszubauen. Diese Entwicklung steht im starkem Kontrast zum Nasdaq. Der hat das Hoch in einer fulminanten Rally längst hinter sich gelassen, während sich der S&P 500 nur zögerlich der entscheidenden Widerstandsmarke bei 963 Punkten nähert.

          Sollte sich der Index in die Nähe dieser Marke bewegen, so wäre es nach Ansicht des S&P-Charttechnikers Mark Arbeter nur natürlich, wenn es zu einer kleineren Korrekturbewegung kommen würde. Das wäre nach seiner Einschätzung eine „gesunde“ Entwicklung, solange sie bei geringem Volumen ablaufen sollte. Sie würde den Boden bereiten für die Vollendung einer „Doppel-Tief-Formation“, die durch den Ausbruch nach oben abgeschlossen werden könnte.

          Möglicher Ausbruch würde Kurspotenzial eröffnen

          Findet der Ausbruch dann noch unter ungewöhnlich hohem Handelsvolumen und auf Basis von Kursgewinnen bei möglichst vielen Werten statt, so könnte der S&P 500 direkt bis auf 1.050 Zähler weiterlaufen. Denn bis dahin gibt es dann nur geringe technische Widerstände.

          Die Vollendung der „Doppel-Tief-Formation“ wäre das erste signifikant positive Zeichen seit dem „Doppeltief“ im Jahr 1998 und könnte den Bärenmarkt in Rente schicken. Die entscheidende Hürde für den Übergang vom Bärenmarkt zu einem neuen Bullenmarkt steht allerdings noch an. Das ist nämlich der Bruch des seit dem September des Jahres 2000 anhaltenden Abwärtstrends bei etwa 1.000 Zählern. Diese Marke muss aus technischer Sicht überwunden werden, um von einem Trendwechsel sprechen zu können.

          Hohe Handelsvolumina sind positiv

          Die Handelsvolumina deuten nach Arbeter auf weitere Kursgewinne hin. Denn die sind bei steigenden Kursen relativ hoch, während sie bei fallenden eher gering sind. Positiv wertet er auch die Tatsache, dass viele institutionelle Anleger auf der Käuferseite stehen, vor allem an der Nasdaq. Positive Signale kommen auch von Indikatoren, die Auskunft über die Breite des Marktes geben. Danach nehmen viele Werte des Marktes an der Aufwärtsbewegung teil.

          Am Rentenmarkt dagegen vollzieht sich eine spiegelbildliche Bewegung. Die Rendite ist dabei, kurzfristig neue Hochs zu markieren. Sollte sie signifikant über der 4,25-Prozent-Marke schließen, wäre das ein negatives Zeichen. Denn das wäre die höchste Rendite seit August und könnte aus technischer Sicht den Weg frei machen bis auf ein Renditeniveau von 4,5 bis 4,75 Prozent. Damit bestätigt sich die seit dem Jahr 1998 anhaltende inverse Verknüpfung zwischen Renten- und Aktienmarkt. Steigt der eine, so fällt der andere, weil es zu Umschichtungen kommt.

          Positives Sentiment als Warnzeichen

          Allerdings gibt es auch schon erste Warnzeichen. So ist mittlerweile der Anteil der „marktpositiven“ Börsenbriefe doppelt so hoch, wie der der „marktnegativen“. Und dieser Indikator deutete bisher - bis auf eine Ausnahme im Jahr 1998 - immer auf eine Pause des Marktes oder sogar auf eine richtige Gegenbewegung hin. Von daher ist auch aus technischer Sicht eine gewisse Vorsicht angebracht.

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