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Markttechnik : Technische Qualität - made in Germany

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Bild: F.A.Z.

Für technisch motivierte Engagements an den europäischen Aktienmärkten sollte mit Blick auf das zweite Halbjahr 2010 ein Schwerpunkt auf Aktien gelegt werden, die „währungssensibel“ sind. Interessant sind Aktien von BMW, Daimler und Siemens.

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          Für technisch motivierte Engagements an den europäischen und deutschen Aktienmärkten sollte mit Blick auf das zweite Halbjahr 2010 ein Schwerpunkt auf Aktien gelegt werden, die einige Auswahlaspekte erfüllen. Zunächst sollten diese Titel eher währungssensibel sein und damit aus mittelfristiger Sicht von dem zuletzt schwächeren Euro profitieren können.

          Zusätzlich sollten diese Werte wachsende Unternehmensaktivitäten in Asien inklusive China aufweisen, so dass Rückenwind vom dortigen Wachstum sowie von der mittelfristig erwarteten Aufwertung der chinesischen Währung vorliegen sollte. Als wichtigstes Auswahlkriterium sollte eine attraktive technische Gesamtlage hinzukommen.

          Bei Aktien von BMW, Daimler, SAP und Siemens - intakte Hausse-Bewegungen

          Von den Dax-Werten sollten dabei Beiersdorf, Linde und Volkswagen Vorzüge auf eine technische Beobachtungsliste gesetzt werden, da hier noch neue Investment-Kaufsignale fehlen. Bei BMW, Daimler, SAP und Siemens liegen schon intakte Hausse-Bewegungen vor, so dass sich diese Titel aus mittelfristiger technischer Sicht als (Zu-)Kaufkandidaten anbieten. Beim deutschen Automobilproduzenten Daimler war es - ausgehend von dem bisherigen Kurshoch im Jahr 1998 mit Kursen von mehr als 100 Euro - nach der Übernahme von Chrysler zu einer mehrjährigen Baisse gekommen. Aus übergeordneter langfristiger technischer Sicht fehlt bis heute eine grundlegende Aufarbeitung dieser Baisse, auch wenn Daimler sich zwischenzeitlich wieder von Chrysler getrennt hat. Ausgehend von dem Zwischenhoch bei 78,9 Euro (Oktober 2007), war Daimler von der damaligen Gesamtmarkt-Baisse erfasst worden.

          Der anschließende Baisse-Trend beschleunigte sich im September des Jahres 2008 nach unten und mündete im Oktober 2008 in einen technischen Ausverkauf ("Sell-off") bei Kursen um 17,9 Euro. Erst im Juni 2009 gelang es Daimler, die etwa neunmonatige klassische technische Bodenformation (technischer Doppelboden unterhalb der Widerstandszone von 29 Euro) zu verlassen. Seitdem ist bei Daimler der technische Aufarbeitungsprozess der Baisse (von Oktober 2007 bis Oktober 2008) in Gang gekommen. Nach dem Hausse-Trend (März 2009 bis Dezember 2009; Kursanstieg von 17,2 auf 37,9 Euro) lief Daimler in eine mittelfristige, nach oben trendbestätigende Konsolidierung unterhalb der Widerstandszone um 37,9 Euro hinein.

          Nach etwas mehr als sechs Monaten ist Daimler im April des Jahres 2010 mit einem neuen Investment-Kaufsignal aus dieser Konsolidierung herausgelaufen, so dass die Hausse-Bewegung mit einem neuen mittelfristigen Aufwärtstrend bei rund 39 Euro wiederaufgenommen wurde. Da sich als neues mittelfristiges technisches Etappenziel der Bereich von 49 bis 50 Euro andeutet, ist die Aktie von Daimler ein technischer (Zu-)Kauf. Trotz dieser attraktiven technischen Gesamtlage sollte allerdings jede Daimler-Position mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 34 Euro belegt werden.

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