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Markttechnik : Stabilisierung unter starken Schwankungen

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Mit den Zuwächsen rund um den Jahreswechsel haben sich die Aussichten für die bedeutendsten Aktienindizes verbessert. Bisher handelt es sich allerdings aus technischer Sicht nur um einen Teilausgleich der zuvor stark überverkauften Lage.

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          Anderthalb Jahre haben sich die weltweit wichtigen Standardwerteindizes in einer Baisse befunden. Nun ist es im amerikanischen S&P-500-Index, der diese Entwicklung angeführt hat, im Unterstützungsbereich des vorherigen Baisse-Tiefs aus den Jahren 2002 und 2003 immerhin zu einer sehr volatilen Stabilisierung gekommen.

          Die Kombination aus sinkenden Anleiherenditen, vielen Leitzinssenkungen und umfassenden Konjunkturprogrammen zeigt schon Wirkung, so dass viele Standardwerte zumindest ihre Baisse-Trends zur Seite verlassen haben.

          Teilausgleich der zuvor stark überverkauften Lage

          Aus technischer Sicht ist die aktuell laufende Aufwärtsrally zum Jahreswechsel zunächst aber nur ein Teilausgleich der zuvor stark überverkauften Lage, die durch sehr ausgeprägte Liquiditätsbeschaffung und Positionsauflösungen von vielen Marktteilnehmern besonders im vierten Quartal 2008 entstanden war. Da die technischen Hinweise auf einen erneuten Test der Jahrestiefs aus dem vergangenen Jahr in den führenden Indizes wie dem S&P 500, dem Euro Stoxx 50 und dem Dax fehlen, haben sich die technischen Chancen, dass die Indizes bereits in volatile Bodenformationen hineingelaufen sind, deutlich erhöht.

          Der S&P-500-Index, der rund 80 Prozent der Marktkapitalisierung des amerikanischen Aktienmarktes umfasst, steckt seit dem Oktober 2007 (Kurshoch bei 1576 Punkten) in der Baisse. Nachdem sich zunächst ein Baisse-Kanal mit einer Kursetablierung und einer im historischen Vergleich normalen Baisse-Dynamik ergeben hatte, kam es im September und Oktober vergangenen Jahres, begleitet von sehr ausgeprägten Verkaufssignalen, zu einer starken Beschleunigung der Baisse. Die dann folgenden zwei Abwärtswellen haben den S&P 500 in den Unterstützungsbereich von 770 bis 965 Punkten zurückgeführt, in dem sich in den Jahren 2002 und 2003 die technische Bodenformation der Baisse nach der Jahrtausendwende gebildet hatte.

          Da der technische Versuch von Mitte November, sich mit einem weiteren Verkaufssignal nach unten abzusetzen, gescheitert war, hat der Index den beschleunigten Baisse-Trend mit einem Trading-Kaufsignal in eine Erholung verlassen. Da zum Jahreswechsel die trendbestätigende Konsolidierung unterhalb von 900 Punkten mit einem weiteren Kaufsignal verlassen wurde, sollte in den kommenden Wochen ein Test des gestaffelten Widerstandsbereichs zwischen 965 und 1.007 Punkten nicht überraschen. Insgesamt hat sich die mittelfristige technische Lage stabilisiert, und der marktbreite amerikanische Aktienindex hat inzwischen eine gute Chance, eine Bodenformation im Umfeld der alten Unterstützungszone herauszubilden.

          Der japanische Nikkei-225-Index hat vor dem Hintergrund der deutlichen Aufwertung des japanischen Yen eine sehr ausgeprägte Baisse mit einem Kurseinbruch um 62 Prozent von 18.300 auf 7.000 Punkte hinnehmen müssen. Hierbei ist der Index bis auf die Unterstützung um 7.600 Punkte, dem Kurstief aus der Baisse der Jahre 2000 bis 2003, zurückgefallen. Zwar kam es Ende Oktober 2008 zu einem kurzfristigen Kursrutsch bis unter die Marke von 7.000 Punkten, sodass Kursniveaus wie in den frühen achtziger Jahren erreicht wurden. Unter sehr hohen Schwankungen hat aber im Nikkei 225 seit Anfang November eine Stabilisierung in Form einer Handelsspanne stattgefunden.

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