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Markttechnik : Drei Titel für den Kursaufschwung im Maschinenbau

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Bild: F.A.Z.

Die allgemeine Stimmungsverbesserung ist im Dax angekommen. Der Index arbeitet zurzeit am Sprung über die mehrmonatige Widerstandszone von 6.300 bis 6.400 Punkten. Die Aktien von Gea, Deutz und Kuka sind aus technischer Sicht ein Kauf.

          Die Stimmungsverbesserung an den internationalen Aktienmärkten ist nach vielen Wochen der Seitwärtsbewegung im Dax angekommen. Der Index arbeitet zurzeit am Sprung über die mehrmonatige Widerstandszone von 6.300 bis 6.400 Punkten. Da Deutschland viele Güter produziert, die zurzeit in der Welt nachgefragt werden, überrascht es nicht, dass die betroffenen Branchen eine attraktive technische Gesamtsituation aufweisen.

          Neben dem Automobilsektor mit seinem intakten Aufwärtstrend und dem zuletzt besprochenen Chemiesektor gilt dies auch für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Dieser wird im Regelfall in den Sektor Industrial Goods & Services einsortiert. Mit Blick auf die vielen deutschen Maschinenbautitel weisen besonders Gea, der Motorenbauer Deutz und Kuka, Spezialist für Automationstechnik und Hersteller von Robotern, eine attraktive technische Gesamtsituation auf.

          Gea - mittel- und langfristiges Kurspotential bis deutlich oberhalb von 20 Euro

          Nach Streubesitz ist der im M-Dax notierte Maschinenbaukonzern Gea nach EADS und Lanxess zurzeit der drittgrößte Titel unter jenen, die nicht im Dax vertreten sind. Die Aktie hatte in der Baisse (Oktober 2007 bis März 2009) einen Kurseinbruch von 28,30 Euro auf 7,20 Euro hinnehmen müssen. Aktuell notiert die Aktie bei etwas mehr als 18,80 Euro.

          Da die Baisse in einem mittelfristigen "technischen Keil" (eine technische Bodenformation) endete, wechselte die Aktie danach direkt in eine Hausse. Diese lässt sich in zwei Phasen einteilen. Zunächst die sehr steile mittelfristige Kurserholung, die sich in einem Hausse-Trend (März 2009 bis Januar 2010) mit einem Kursanstieg von 7,20 Euro auf 16,50 Euro wiederfindet. Vom vierten Quartal 2009 an ist diese Hausse in einen idealtypischen Hausse-Kanal (untere Aufwärtstrendkanallinie aktuell bei rund 16 Euro) mit einer moderateren Aufwärtsdynamik übergegangen.

          In den vergangenen Wochen hat sich - innerhalb des Hausse-Kanals - eine mittelfristige Konsolidierung (Aufwärtsdreieck unterhalb der Widerstandszone um 18,90 Euro) herausgebildet. Da diese Konsolidierung trendbestätigend, der Hausse-Kanal intakt und die Aktie mitten im Aufarbeitungsprozess der vorherigen Baisse ist, deutet sich ein mittel- und langfristiges Kurspotential bis deutlich oberhalb von 20 Euro an. Aufgrund der technischen Gesamtlage ist die Gea-Aktie ein technischer Kauf. Dennoch sollten Gea-Positionen mit einem strategischen Sicherungsstopp von 15 Euro belegt werden.

          Der Motorenbauer Deutz befindet sich seit den frühen neunziger Jahren in einer langfristigen Pendelbewegung, wobei die Haussen jeweils in der Zone von 11,80 Euro bis 15,70 Euro und die Baisse-Bewegungen jeweils in der Zone von 1,20 Euro bis 2,30 Euro endeten. Auch in der letzten Baisse (Januar 2007 bis Februar 2009) musste Deutz - in einer sich beschleunigenden Abwärtsbewegung - einen Kursverlust von 11,80 Euro auf 1,55 Euro hinnehmen. Aktuell wird der Titel mit 5,90 Euro bewertet.

          Deutz-Aktie - spekulativer, technischer (Zu-)Kauf

          Im März 2009 war die Aktie bei 1,80 Euro mit einem Investment-Kaufsignal aus dem beschleunigten Baisse-Trend herausgekommen und hatte mit Hilfe eines mittelfristigen Aufwärtstrends eine Kurserholung bis auf 3,70 Euro (Juni 2009) durchlaufen. Danach etablierte Deutz eine neunmonatige Seitwärtspendelbewegung unterhalb der neuen Widerstandszone um 3,70 Euro, die die technische Form eines mittelfristigen Aufwärtsdreiecks und damit einer trendbestätigenden Konsolidierung (nach oben) aufwies.

          Im März 2010 kam die Aktie mit einem weiteren Investment-Kaufsignal (Sprung über 3,70 Euro) wieder nach oben in Bewegung, so dass sich eine neue mittelfristige Aufwärtsbewegung andeutete. In den vergangenen Wochen sorgten weitere Kaufsignale für eine hohe technische Qualität der Aufwärtsbewegung. Da die mittel- und langfristige technische Gesamtlage bei Deutz Kurse über 7,0 Euro andeutet, ist die Aktie ein etwas spekulativerer technischer (Zu-)Kauf. Der strategische Sicherungsstopp für eine Deutz-Position sollte bei 4,50 Euro liegen.

          Kuka ging aus dem früheren Maschinenbaukonzern IWKA hervor und hat mit Blick auf die Geschäftsausrichtung und die Großaktionärsstruktur eine wechselvolle Vergangenheit durchlaufen. Ausgehend von den historischen Höchstkursen um 31,80 Euro (September 2007), musste die Aktie eine Baisse hinnehmen, die erst im März 2009 bei einem Niveau um 8,70 Euro endete. Aktuell liegt der Kurs knapp unter 14,50 Euro.

          Kuka - spekulativer, aber aussichtsreicher technischen Kauf

          Anfang April 2009 hatte die Kuka-Aktie den beschleunigten Baisse-Trend in eine Seitwärtspendelbewegung verlassen. Insgesamt hat sich dann in knapp zwei Jahren eine idealtypische Bodenformation herausgebildet. Diese wird einerseits durch eine mehrfach getestete gestaffelte Widerstandszone von 13,20 Euro bis 13,40 Euro begrenzt. Andererseits hatten sich in diesem Zeitraum leicht steigende Tiefpunkte (von 8,70 Euro bis 10 Euro) bei der Kursentwicklung von Kuka ergeben, so dass die Bodenformation insgesamt einen positiven Grundton aufwies. Zusätzlich hatte sich innerhalb der Bodenformation eine Kern-Handelszone zwischen 10 Euro und 12 Euro etabliert.

          Ende Juli 2010 war die Aktie mit ersten Kaufsignalen aus der Kernhandelszone herausgelaufen, so dass sie an die zentrale Widerstandszone (13,20 Euro bis 13,40 Euro) geführt wurde. Anfang September kam Kuka dann mit einem übergeordneten Investment-Kaufsignal aus der fast zweijährigen Bodenformation heraus.

          Aus technischer Sicht kommt bei Kuka damit die Aufarbeitung der Baisse erst jetzt in Gang. Da sich als mittel- bis langfristiges technisches Etappenziel der Bereich um 18 Euro andeutet, stellt Kuka einen etwas spekulativen, aber aussichtsreichen technischen Kauf dar, wobei der strategische Sicherungsstopp bei 12,50 Euro positioniert werden sollte.

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