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Markttechnik : 2.100 - der kritische Punkt im Nasdaq

  • -Aktualisiert am

Es gute Gründe dafür, warum der Technikindex scheinbar jedes Mal ins Stocken gerät, wenn er sich der 2100-Punkte-Marke nähert, erläutert Mark Arbeter von S&P. Bedenkenkswert sei das Fehlen eines stabilen Handelsvolumens.

          Die vergangene Woche war mit Sicherheit geprägt von erstaunlichen Entwicklungen auf den Märkten. Die Rentenrenditen brachen zunächst ein, um dann am Freitag trotz schwacher Arbeitsmarktdaten wieder deutlich zuzulegen. Darüber hinaus zogen die Rohölpreise stark an, während der amerikanische Dollar weiter stieg.

          Was bedeutet dies für den Aktienmarkt? Obwohl die wichtigsten Indizes sich ziemlich deutlich erholen, verlangsamt sich das Kursmomentum. Wir führen das auf eine Reihe technischer Faktoren zurück. Der S&P 500 und der Nasdaq haben beide entscheidende Chartwiderstandsebenen erreicht und wir sind weiterhin der Ansicht, daß ein Pull-Back erfolgen muß bevor die Indizes diese Schlüsselbereiche durchbrechen können, um die zyklischen Bullenmarkthöchstwerte anzupeilen. Zudem sind die Indizes auf Tagesbasis bzw. auf kurze Sicht im Hinblick auf den Kurs und interne Aspekte sehr überkauft. Außerdem war das Handelsvolumen während der Erholungsphase nicht gerade berauschend. Daher glauben wir, daß der Markt zunächst eine Pause bzw. einen Pull-Back braucht, um seine Batterien wieder aufzuladen.

          2.100 Punkte - vorübergehende Obergrenze für den Nasdaq

          Am interessantesten ist aus unserer Sicht derzeit eine Analyse des Nasdaq. Der Nasdaq hat seit dem Tief am 28. April 193,62 Punkte oder 10,2 Prozent zugelegt (per Donnerstag, den 2. Juni). Das ist der stärkste Anstieg im Nasdaq innerhalb eines Zeitraums von 24 Tagen seit vergangenem November. Das erneute Scheitern des Index an der 2.100-Punkte-Marke läßt uns aufhorchen. Dieser Bereich markierte nicht nur im Januar, Februar und März diesen Jahres eine Obergrenze für den Nasdaq, sondern führte Mitte November vergangenen Jahres außerdem zu einer Pause in der Kurserholung. Betrachtet man die weiter zurückliegende Chartentwicklung lag die Obergrenze für den Nasdaq auch in der Kurserholungsphase entgegen dem Trend im Bärenmarkt vor dem Erreichen des Hochs im Januar 2002 bei 2.100 Zählern.

          Warum gerade 2.100 Punkte? Ein Grund ist unserer Ansicht nach die deutliche Akkumulierung in diesem Bereich sowohl Anfang als auch Ende 2004. Die meisten institutionellen und Privatanleger, die in diesem Bereich Aktien erworben haben, lagen mit ihrem Timing daneben. Wenn die Kurse dann wieder in die Nähe der 2.100 Zähler steigen, sind diese Aktionäre, die so harte Zeiten erlebt haben, wahrscheinlich nur allzu bereit, ihre Bestände abzustoßen, da sie dadurch wieder in die Gewinnzone gelangen. Das so entstehende Aktienangebot hatte unserer Meinung nach zumindest vorübergehend eine Obergrenze für den Nasdaq zur Folge.

          In der jüngeren Vergangenheit gab es drei Phasen von jeweils einer Woche mit einer relativ deutlichen Akkumulierung im Bereich um die 2.100 Punkte. Die am kürzesten zurückliegende dieser Wochen war die Woche bis zum 3. Dezember 2004, als das Handelsvolumen im Nasdaq bei elf Milliarden Aktien lag und der Index sich zwischen 2.090 und 2.164 Zählern bewegte. Anfang 2004 gab es zwei aufeinanderfolgende Wochen mit starker Akkumulierung. In der Woche bis zum 9. Januar wechselten zwölf Milliarden Aktien den Besitzer, wobei der Index im Bereich von 2.021 bis 2.113 Punkten lag. In der darauffolgenden Woche bewegte sich der Index zwischen 2.080 und 2.140 Zählern bei einem Handelsvolumen von 11,7 Milliarden Aktien. Noch aussagekräftiger wird diese Analyse angesichts der Tatsache, daß diese beiden Wochen Anfang 2004 die beiden besten Handelswochen des gesamten Jahres waren. Die Woche im Dezember 2004 war die Woche mit dem sechsthöchsten Handelsvolumen 2004.

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