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Marktstimmung : Bei Rohstoffen trübt sich die Stimmung ein

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Glaubt man der „Trommelei“ von Fondsgesellschaften, Anlageberatern oder sonstigen „Experten“ auf der jüngsten Anlegermesse, so sind Rohstoffe die „ultimative Anlage“ schlechthin. Stimmungsindikatoren sind weniger optimistisch.

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          Rohstoffe - lange Zeit verachtet haben sie in den vergangenen Wochen und Monaten auf Grund der steigenden Preise für Schlagzeilen gesorgt. Das gilt nicht nur für das Öl und andere Bodenschätze, sondern immer mehr auch für die so genannten „Soft-Commodities“. Damit sind in der Regel nachwachsende Rohstoffe wie Kakao, Kaffee, Zucker bis hin zu Weizen oder Mais gemeint.

          Da mit Blick auf die Entwicklung vieler Standardwerte sonst an den Börsen im Moment nicht sonderlich viel zu holen zu sein scheint, dürfte es kein Wunder sein, daß sich die Anleger nach und nach für das Thema interessieren lassen. Und wo die Nachfrage zunimmt, da steigt auch das Angebot: Immer mehr Anlageberater, Banken und Fondsgesellschaften kommen mit entsprechenden Empfehlungen, neuen Fonds oder den „cleversten“ strukturierten Rohstoffprodukten auf den Markt, die „die Welt je gesehen“ hat.

          Erwartung steigender Rohstoffpreise ist zur Einheitsmeinung geworden

          So oder so ähnlich hörte sich jedenfalls die Quintessenz der Stimmung an, wie sie in den vergangenen Tagen an der Anlegermesse Invest 2005 in Stuttgart zu verspüren war. Genau das aber kann auch als Kontraindikator verwendet werden. Denn in der Vergangenheit war es nicht selten so, daß ein Trend gerade dann vor dem Bruch stand, als die Stimmung auf dem Höhepunkt war und auch den „unschuldigsten“ Kleinanleger erreicht hatte. Sie tendieren nicht selten dazu, zu kaufen, wenn man eigentlich verkaufen müßte - und umgekehrt.

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          Fakt ist, daß sowohl die Rohstoffpreise als auch die Aktienkurse der in den entsprechenden Bereichen tätigen Unternehmen zum Teil schon gewaltige Kursgewinne verbuchen konnten. Es dürfte aus diesem Grund nur ein geringer Impuls notwendig werden, um zu einer unter Umständen deutlichen Korrektur zu führen. Das könnte beispielsweise ein sich abschwächendes Wirtschaftswachstum sein oder auch geopolitische Störungen. Die jüngsten Animositäten zwischen China und Japan könnten eine Vorahnung dafür geben.

          Stimmung scheint sich allerdings einzutrüben

          Gleichzeitig deuten von Sentix erhobene Daten unter Privat- und Institutionellen Anlegern einen möglichen Stimmungswandel an. Alle drei Sentiment-Rohstoffindizes sind in der Aprilumfrage auf Korrekturkurs. Dies sei beachtlich, da sich diese Bewegung konträr zur Preisentwicklung vollziehe, lautet die Analyse. Es stellt sich die Frage, ob sich damit eine Situation wie im Januar des Jahres 2003 ausbildet, in der das Sentiment zuerst kollabierte und danach deutliche Korrekturen bei Gold und Rohöl folgten?

          Der Chart vom Gold könnte dieses Szenario durchaus stützen: Nach dem Unterschreiten der wichtigen Unterstützung bei 430 Dollar je Feinunze komme der mittelfristigen Trendmarke von 420 Dollar beziehungsweise dem anschließenden letzten Verlaufstief bei 411 Dollar eine entscheidende Bedeutung zu. Fielen diese, sei eine Korrektur in den Bereich 380 Dollar zu erwarten, heißt es weiter.

          Insgesamt scheint es damit ratsam zu sein, die Entwicklung in diesem Bereich sorgfältig zu verfolgen. Gerade bei den gut gelaufenen Energiewerten können Absicherungsstrategien nichts schaden. Denn Kursgewinne sind erst dann real, wenn sei tatsächlich realisiert worden sind und nicht, solange sie nur auf dem Papier stehen. Europäische Anleger sollten außerdem Währungseffekte berücksichtigen. Denn viele der in Dollar beobachteten Preisbewegungen bei Rohstoffen fallen in Euro gerechnet weniger eindrucksvoll aus.

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