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Marktbericht : Spaniens Bankensystem belastet den Dax

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Sorgen um das angeschlagene spanische Bankensystem haben dem Dax am Pfingstmontag einen Dämpfer verpasst und hoffnungsvolle Signale aus Griechenland in den Hintergrund gedrängt.

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          Der deutsche Leitindex gab seine in der ersten Tageshälfte eingefahrenen Gewinne am Nachmittag vollständig ab und verbuchte zum Handelsschluss ein Minus von 0,26 Prozent auf 6.323,19 Punkte. Besser erging es den Aktien aus der zweiten Reihe: Der MDax stieg am Ende um 0,65 Prozent auf 10.262,38 Punkte. Der Technologieindex TecDax rückte um 0,47 Prozent auf 755,97 Punkte vor.

          Positive Meldungen aus Griechenland, wo mehrere Umfragen vor der entscheidenden Parlamentswahl am 17. Juni die konservative und gemäßigtere Nea Dimokratia (ND) als stärkste Kraft sehen, hatten auch den Dax zunächst beflügelt. In allen Umfragen wollen mehr als 80 Prozent der Befragten, dass Griechenland im Euroland bleibt. Schlussendlich hätten aber die Sorgen in Spanien dominiert, hieß es. Es sei derzeit unklar, wie viele spanische Banken in nächster Zeit noch dringend Staatshilfen benötigten, wie groß diese Hilfen seien und woher das Geld zur Sanierung des spanischen Sektors kommen solle, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital.
           

          Ein Kurssturz der Aktien des spanischen Sparkassen-Konzerns Bankia hatte den Anlegern die Feiertagslaune rasch verdorben. Vor allem in Madrid ging es mit den Kursen nach unten. Bankia brachen zu Handelsbeginn um bis zu 29,3 Prozent auf 1,11 Euro ein und notierten am späten Vormittag noch 14 Prozent schwächer. „Man wusste zwar, dass Bankia noch Geld braucht - aber so viel war doch überraschend“, erklärte ein Händler. Bankia musste am Freitag den Staat um weitere 19 Milliarden Euro bitten, um zu überleben. Der von der Immobilienkrise schwer angeschlagene spanische Bankensektor gilt als Achillesferse der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone im Kampf gegen die Schuldenkrise.

          Insgesamt waren die Umsätze feiertagsbedingt moderat. Während in Paris und Frankfurt trotz des Feiertages gehandelt wurde, blieben unter anderem in Zürich und Wien die Börsen geschlossen. Am Nachmittag dünnte  das Geschäft noch weiter aus, da auch in den Vereinigten Staaten - wegen des Memorial Day – kein Börsenhandel stattfindet.

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