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Marktbericht : SGL Group sehr schwach

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Die Aktien von SGL gehören zu den Verlierern des Tages. Derweil zeigten sich die Märkte trotz der Tumulte in der Ukraine und der bislang durchwachsenen Berichtssaison bemerkenswert solide.

          Die Aktien der SGL Group haben am Freitag deutliche Kursverluste verzeichnet. Die Papiere des Kohlenstoffspezialisten fielen nach einem enttäuschenden Gewinnausblick um knapp 4 Prozent und lagen damit am M-Dax-Ende. Wie das Unternehmen am Donnerstagabend mitgeteilt hatte, sollen die Aktionäre zudem für 2013 keine Dividende erhalten.

          Derweil ging der deutsche Aktienmarkt am Freitag mit einem Plus aus dem Handel. Der Leitindex Dax bewegte sich vor dem G20-Gipfel am Wochenende zunächst nur wenig, im späten Handel zog er aber etwas an und schloss mit einem Gewinn von 0,4 Prozent bei 9656,9 Punkten. Damit schaffte es der Dax auf Wochensicht aber nicht mehr ins Plus. Unter dem Strich stand ein leichtes Minus von 0,06 Prozent, nachdem er in der Vorwoche um knapp 4 Prozent zugelegt hatte. Der marktbreite FAZ-Index legte um 0,4 Prozent zu auf 2029,3 Punkte.

          Trotz einer Woche voller Störfeuer hätten sich deutsche Aktien erstaunlich robust gezeigt, sagte Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG. Weder schwache Konjunkturdaten aus Fernost, den Vereinigten Staaten oder Europa, noch das Fed-Sitzungsprotokoll noch die angeschlagenen Schwellenländer und selbst die bislang durchwachsen ausgefallene Berichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks hätten das deutsche Börsenbarometer nachhaltig aus der Bahn geworfen. Am Spannungsfeld zwischen Schwellenländerproblematik, schwankenden Konjunkturdaten und zurückhaltenden Unternehmensausblicken habe sich aber kaum etwas geändert, resümierten die Marktexperten der LBBW.

          Allianz im Minus

          Die Papiere von Pfeiffer Vacuum fielen nach schwachen Zahlen um 2,3 Prozent und waren damit einer der schwächsten Werte im Tec-Dax.

          Im Dax fielen Allianz-Papiere um ein halbes Prozent. Europas zweitgrößter Versicherer Axa hatte 2013 weniger verdient als erwartet und belastete damit auch die Titel des deutschen Branchenkollegen. Aktien des Halbleiterproduzenten Infineon gewannen 2,5 Prozent. Ein Händler verwies auf unerwartet gut ausgefallene Zahlen des Computerherstellers Hewlett-Packard.

          Euro Stoxx freundlich

          Auch die wichtigsten europäischen Aktienindizes verzeichneten Gewinne. Der Euro Stoxx 50 gewann 0,4 Prozent auf 3131,7 Punkte. Der CAC 40 in Paris und der FTSE 100 in London legten ebenfalls moderat zu.

          Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,35 (Vortag: 1,34) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 134,31 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,19 Prozent auf 143,84 Punkte. Der Kurs des Euro veränderte sich kaum. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3707 (Donnerstag: 1,3706) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7296 (0,7296) Euro.

          Wall Street mit leichten Gewinnen

          Die Wall Street hat am Freitag leichte Gewinnen verzeichnet. Die kritische Lage in der Ukraine mit zuletzt Dutzenden Toten könnte die Stimmung am Markt aber belasten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,3 Prozent auf 16.178,3 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,6 Prozent auf 1839,8 Zähler und liegt damit nicht weit entfernt von seinem Rekordhoch. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,4 Prozent auf 4282,8 Punkte.

          Im Fokus standen Papiere von HP. Der Computer-Hersteller schrumpft kaum noch und konnte mit seinen jüngsten Quartalszahlen die Markterwartungen übertreffen. Trotz dessen gab die HP-Aktie um fast 2 Prozent nach. Das Unternehmen hob zudem seine Gewinnprognose für 2014 an. Groupon-Aktien büßten dagegen mehr als 17 Prozent ein. Der Umbau zum klassischen Internethändler wird für das Online-Schnäppchenportal teurer als erwartet. Wegen hoher Werbekosten sagte der Konzern überraschend einen Quartalsverlust voraus.

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