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Marktbericht : Schwacher Euro und starke Bilanzen schieben Börsen an

  • Aktualisiert am

Die Börse in Frankfurt Bild: Reuters

Der Dax hat am Mittwoch zugelegt. Gründe sahen Börsianer in einem Wertverlust des Euro, der auf steigende Exporte europäischer Unternehmen hoffen lässt.

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          Die Abwertung des Euro hat am Mittwoch Hoffnungen auf anziehende Exporte und steigende Gewinne der europäischen Unternehmen geweckt. Da zudem zahlreiche Firmen starke Geschäftszahlen vorlegten, griffen Anleger beherzt zu. Dax und Euro Stoxx 50 stiegen um jeweils mehr als 1,5 Prozent auf 11.636,3 beziehungsweise 3680,7 Punkte.

          Der Euro verbilligte sich auf 1,0872 Dollar, nachdem er am Vortag zeitweise knapp 1,10 Dollar gekostet hatte. Hauptgrund für seinen Kursrutsch waren Aussagen des amerikanischen Notenbankers Dennis Lockhart, der sich in einem Zeitungsinterview für eine Zinserhöhung im September ausgesprochen hatte, sofern sich die Konjunktur nicht deutlich verschlechtere. „Wir werden den Eindruck nicht los, dass es der Fed mit dem September-Termin nun doch ernst ist“, urteilten die Experten der Metzler Bank.

          Zusätzliche Nahrung erhielten die Spekulationen auf eine baldige amerikanische Zinswende von der guten Stimmung im amerikanischen Dienstleistungsgewerbe. Der Einkaufsmanager-Index stieg überraschend stark auf 60,3 Punkte.

          Dollar und amerikanische Aktien im Aufwind

          Vor diesem Hintergrund stieg der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, zeitweise auf ein Drei-Monats-Hoch von 98,22 Punkten. Parallel dazu zogen die Renditen der amerikanischen Staatsanleihen an. Dem konnten sich die deutschen Papiere nicht entziehen. Im Gegenzug rutschte der Bund-Future 142 Ticks auf 153,14 Punkte ab.

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          Auch bei den amerikanischen Aktien waren Zinsspekulationen der bestimmende Faktor. Hier wetteten Anleger wegen des enttäuschenden ADP-Berichts dagegen auf eine Verschiebung der Zinswende. Der privaten amerikanischen Arbeitsagentur zufolge wurden im Juli nur 185.000 (Prognose: 215.000) neue Jobs geschaffen. Sollte der offizielle amerikanische Arbeitsmarktbericht am Freitag ebenfalls schwächer ausfallen, werde ein Zinsschritt im September unwahrscheinlicher, sagte Jens Klatt, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses FXCM in Deutschland.

          Exportwerte im Aufwind - Socgen und Beiersdorf begeistern

          Zu den Haupt-Profiteuren der Euro-Schwäche zählten exportabhängige Werte. Die Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen sowie der Chemiekonzern BASF und der niederländische Spezialmaschinenbauer ASML gehörten mit Kursgewinnen von bis zu 3,1 Prozent zur Spitzengruppe im Euro Stoxx 50.

          Spitzenreiter war hier allerdings Société Générale (SocGen). Die französische Großbank überraschte mit einem 25-prozentigen Gewinnsprung. Ihre Aktien stiegen daraufhin in Paris um bis zu 9,2 Prozent auf ein Viereinhalb-Jahres-Hoch von 48,77 Euro.

          Dank eines Rekordgewinns waren auch Beiersdorf gefragt. Börsianer werteten vor allem die gestiegenen Margen im Kosmetik-Geschäft und bei der Klebstoff-Tochter Tesa positiv. Die Aktien des „Nivea“-Herstellers legten 3,7 Prozent zu.

          In den Vereinigten Staaten brachen Walt Disney dagegen um bis zu 10 Prozent ein - der größte Kurssturz seit vier Jahren. Der Unterhaltungskonzern verfehlte beim Quartalsergebnis die Markterwartungen und schraubte die Ziele für die Kabelsparte herunter.

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