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Marktbericht : Nervosität am Aktienmarkt

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Bild: F.A.Z.

Dax 10.000 adé: Der Dax gibt setzt seine Korrektur fort. Die Turbulenzen an den Devisenmärkten der Schwellenländer halten die Börsianer weiter in Atem.

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          Die Nervosität am Aktienmarkt vor der Entscheidung der amerikanischen Notenbank Fed in dieser Woche bleibt hoch. Selbst ein spektakulärer Personalwechsel zwischen zwei Dax-Konzernen konnte die Anleger kaum von den Sorgen über die möglichen Folgen einer Straffung der amerikanischen Geldpolitik für die Schwellenländer und damit die Weltwirtschaft ablenken. Der Dax verlor 0,5 Prozent auf 9349 Punkte fort. Der 100 Werte umfassende und daher den Markt breiter abbildende F.A.Z.-Index gab 0,6 Prozent auf 1964 Punkte nach. Vor allem um die Schwellenländer machten die Anleger weiter einen Bogen. Der regionale Aktienindex fiel um 1,9 Prozent.

          Thema Nummer eins in den deutschen Handelssälen war aber der Wechsel von Merck-Finanzvorstand Matthias Zachert zu Lanxess. Während die Aktionäre von Lanxess Vorschusslorbeeren verteilten und den Aktienkurs des Chemieunternehmens um 8,2 Prozent auf 48,72 Euro steigen ließen, stürzten die Titel von Merck um 10,1 Prozent auf 119,30 Euro ab. Händler hielten diese Kursreaktion für übertrieben. „Das ist zwar wie Götze vom BVB zum FC Bayern. Aber deswegen steigt Dortmund ja nicht ab. Übertreibung ohne Ende“, sagte einer. Doch traue man dem 46-jährige Manager zu, Lanxess umzukrempeln. Zachert kennt Lanxess aus seiner Zeit als Finanzvorstand von 2004 bis 2011. Bei Merck war er seit zweieinhalb Jahren tätig.

          Probleme in Schwellenländern weiter im Blick

          „Die euphorische Stimmung an den Börsen zum Jahreswechsel ist aktuell einer hohen Nervosität gewichen“, sagt Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX. „Das Gemisch aus der massiven Abwertung von Schwellenländer-Währungen, Wachstumssorgen in China und rund um den Globus heiß gelaufenen Börsen birgt explosive Risiken.“ Institutionelle Anleger bauten an den Terminmärkten ihre Positionen ab.

          Viele Anleger fürchten, dass vor allem die Konjunktur in den Schwellenländer leiden wird, wenn die Anleger ihre Gelder wieder in den Vereinigten Staaten anlegen. Denn sollte die Fed ihre Anleihekäufe weiter drosseln, wären die Anlagen in den Vereinigten Staaten wieder attraktiver. Die Notenbank berät am Dienstag und Mittwoch über die Geldpolitik.

          Unter den Einzelwerten ragten in London die Aktien von Vodafone mit einem Abschlag von 3,9 Prozent hervor. Der amerikanische Konzern AT&T beendete die monatelangen Spekulationen um ein angebliches Übernahmeinteresse. In den kommenden sechs Monaten sei generell kein Kauf geplant. In Mailand gerieten Bankaktien unter Druck, nachdem die Banco Popolare überraschend eine Kapitalerhöhung in die Wege leitete. Deren Aktienkurs fiel um 14,9 Prozent.

          Auch an der Wall Street überwiegen die Verlierer. Vor allem an der Nasdaq herrscht Katerstimmung. Der Nasdaq Composite fällt um rund 1 Prozent. Dow Jones und S&P-500 geben dagegen nur um 0,1 oder 0,4 Prozent nach. Gegen den Trend zogen nach unerwartet guten Quartalszahlen die Aktien des Baumaschinen-Herstellers Caterpillar um 4,5 Prozent an.

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