https://www.faz.net/-gv6-7vqyp

Marktbericht : Linde-Aktie verliert nach gesenkter Prognose

  • Aktualisiert am

Linde-Aktien gehören zu den Verlierern des Tages Bild: dpa

Aktien des Industriegase-Spezialisten Linde gehörten am Donerstag nach schlechten Zahlen zu den Verlierern des Tages. Anleger reagierten auf die Enttäuschung mit Gewinnmitnahmen. Der Dax rutschte unter die Marke von 9000 Punkten.

          Wenig optimistisch stimmt derweil der Blick auf die Kurstafel bei Linde: Die Aktie des Industriegase-Spezialisten brach nach einer Prognosesenkung um mehr als 5 Prozent ein und verlor in der Spitze gar über 7 Prozent. Wegen mauer Konjunkturaussichten erwartet Linde für 2014 nun ein operatives Ergebnis bereinigt um Währungseffekte auf dem Niveau des Vorjahres. Die Stimmung wurde aber vor allem durch das ebenfalls gesenkte Mittelfristziel verhagelt.

          Die Enttäuschung über die Linde-Zahlen, aber auch über den gesenkten Ausblick bei der Lufthansa drückte den Dax am Donnerstag deutlich ins Minus. Nach einem freundlichen Start mit einem Hoch bei 9146 Punkten verlor der deutsche Leitindex am Mittag 1,7  Prozent auf 8929 Zähler.

          Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner machte hierfür vor allem die Dividendensorgen bei der Lufthansa verantwortlich. In Verbindung mit der Prognosesenkung bei Linde hätten sie die Anleger zu Gewinnmitnahmen bewegt, so der Experte. Im bisherigen Wochenverlauf hatte der Dax seine jüngste Erholung in der Spitze um fast 2 Prozent ausgebaut, fiel inzwischen aber auf das Niveau der Vorwoche zurück.

          Fed macht Ernst

          Die amerikanische Notenbank hatte am Mittwochabend erwartungsgemäß die Einstellung ihrer milliardenschweren Anleihekäufe angekündigt, mit denen sie seit etwa zwei Jahren Geld in die Finanzmärkte pumpte, um die Konjunktur zu stützen. Wirklich spannend wird es aus Sicht von Experten nun, wenn die Fed erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins anhebt. Die Devisenexperten der Commerzbank sprechen vom „Aufbruch in eine neue Ära“.

          Das Ende der so genannten quantitativen Lockerung, oder schlicht QE3, sei der Beginn der Normalisierung. In ihrem Fahrplan orientiere sich die Fed nicht an ihrem Zinsversprechen, sondern daran, wie sich die Konjunkturdaten entwickelten, so die Experten weiter. Diesbezüglich hätten die Notenbanker nun etwas optimistischere Töne angestimmt.

          VW und Bayer nach Zahlen Dax-Favoriten

          Lufthansa-Papiere fielen nach einem gesenktem Ausblick um mehr als 4 Prozent. Während Europas größte Fluggesellschaft die teuren Pilotenstreiks in diesem Jahr bislang verkraften konnte, strich Vorstandschef Carsten Spohr die Gewinnerwartungen für das kommende Jahr zusammen. Der operative Gewinn dürfte statt bei 2 Milliarden Euro nur noch deutlich über der für das laufende Jahr erwarteten Milliarde liegen.

          Besser erging es den Anlegern bei VW und Bayer - ihre Aktien waren mit plus 2 Prozent die Dax-Favoriten. Der Pharma- und Chemiekonzern konnte im dritten Quartal die Markterwartungen übertreffen; zudem hob Bayer seine Jahresprognose an. VW verdiente im dritten Quartal wegen eines starken China-Geschäfts deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum. Laut einem Experten ist es nun wahrscheinlich, dass das Unternehmen das obere Ende der angepeilten Zielspanne für das Gesamtjahr erreicht.

          Wacker Chemie und Drägerwerk auch stark gefragt

          Aktien von Wacker Chemie und Drägerwerk waren mit plus 5 und 8 Prozent nach Zahlen ebenfalls stark gefragt. Für die Papiere des Herstellers von Medizin- und Sicherheitstechnik bedeutete es gar das höchste Niveau seit Juli. Sie profitierten neben einem laut Commerzbank „atemberaubenden Quartal“ auch von einer Kaufempfehlung der Investmentbank Equinet. Der Spezialchemiekonzern Wacker verzeichnete dank einer starken Nachfrage und höheren Preisen für Solarsilizium einen Umsatz- und Gewinnsprung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kommt heute nach Berlin: Boris Johnson

          Johnson besucht Berlin : Warten auf ein erstes Blinzeln

          Der britische Premierminister Boris Johnson droht der EU mit einem harten Brexit und lockt mit vagen Zugeständnissen – doch in Brüssel und Berlin wächst nur das Unverständnis.
          Kardinal George Pell verlässt im Februar 2019 ein Gericht im australischen Melbourne.

          Kindesmissbrauch : Kardinal Pell bleibt hinter Gittern

          Der ehemalige Finanzchef des Vatikans hat in den neunziger Jahren zwei Chorknaben in Melbourne missbraucht. Die Vorsitzende Richterin spricht von einem Prozess, der ihr Land gespalten habe
          Alles andere als ein Verlustgeschäft: Michail Prochorow

          Basketball in der NBA : Der Russe, die Nets und der Milliardendeal

          Er trat gegen Putin an. Er kokettiert mit dem Ruf eines Playboy. Doch mit dem Basketballklub Brooklyn Nets hatte Michail Prochorow keinen Erfolg. Das Abenteuer Amerika war dennoch kein Verlustgeschäft. Im Gegenteil.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.