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Marktbericht : Infineon geht 10 Prozent höher aus dem Handel

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Lufthansa und Beiersdorf fester

Die laufende Berichtssaison hielt die Investoren auch mit einer Reihe weiterer Quartalszahlen in Atem. Einer der besten Dax-Wert waren die Anteilsscheine der Lufthansa, die sich um 2,7 Prozent verteuerten. Schnee, Streik und der teure Konzernumbau hatten die Lufthansa im ersten Quartal deutlich in den roten Zahlen gehalten. Der saisontypische operative Verlust fiel mit 359 Millionen Euro zwar exakt so hoch aus wie ein Jahr zuvor, wie Europas größte Fluggesellschaft am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten aber Besseres erwartet. Finanzchefin Simone Menne sieht den Konzern dennoch auf Kurs: Trotz hoher Abfindungen im Zuge des Stellenabbaus soll das operative Geschäft im laufenden Jahr mehr Gewinn abwerfen als 2012. Rechtzeitig vor Veröffentlichung der Quartalszahlen erzielte die Lufthansa auch im Tarifstreit eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi. Europas größte Fluggesellschaft hatte den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt. Zudem müssen die Passagiere für die kommenden zwei Jahre keine Streiks des Bodenpersonals mehr fürchten. Analyst Dirk Schlamp von der DZ-Bank wertete angesichts der eher schwachen Quartalszahlen vor allem die jüngste Tarifeinigung positiv.

Die Titel des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf zogen mehr als 4 Prozent an. Ein Händler sagte: „Die Restrukturierung läuft planmäßig voran und das Ergebnis ist dank besserer Margen etwas über den Erwartungen ausgefallen.“ Autowerte standen teilweise mit Absatzzahlen aus den Vereinigten Staaten im Blick. Volkswagens Erfolgsgeschichte in Amerika bekam einen Knacks. Dementsprechend fielen die Papiere um 0,9 Prozent. Daimler aber verkaufte in den Vereinigten Staaten so viele Pkw wie noch nie in einem April und BMW steigerte den amerikanischen Absatz deutlich. Der teure Kampf gegen Europas Auto-Flaute und das langsamere Wachstum in China haben den Münchener Oberklasse-Hersteller derweil zum Jahresstart weitgehend kalt gelassen, wie die Quartalszahlen von BMW zeigten. Die Titel kletterten als einer der Favoriten im Dax um rund ein Prozent. Für die Daimler-Aktien ging es um 1,2 Prozent nach oben.

Siemens gewinnt trotz Prognosekürzungen

Die Titel von Siemens haben am Donnerstag zunächst unter enttäuschenden Quartalszahlen gelitten. Für die Papiere des Elektrokonzerns ging es am Vormittag um rund ein Prozent auf 78,46 Euro nach unten. Die Aktien gingen hingegen 0,6 Prozent höher bei 79,81 Euro aus dem Handel. Siemens hatte wegen ausbleibenden Rückenwinds vor allem aus China und hausgemachten Problemen wie befürchtet seine Umsatz- und Gewinnprognose gekappt. Für den Umsatz rechnet Siemens nun mit einem moderaten Rückgang. Eigentlich hätten sich die Erlöse dem Vorjahr annähern sollen. Der Welt fehle ein Wachstumsmotor, sagte Vorstandschef Peter Löscher Bloomberg-TV. Der Blick auf das zweite Halbjahr verheiße nur ein flaues Geschäft. Ein Händler sagte: „Die Zahlen wurden auf der schwachen Seite erwartet - offenbar liegen sie nun aber doch noch einen Tick unter den Befürchtungen.“ Laut Analyst Jasko Terzic von der DZ Bank habe der Auftragseingang dank einiger Großaufträge zwar positiv überrascht. Das kurzzyklische Geschäft aber leide immer noch unter einer schwächeren Nachfrage und sei verantwortlich für die Prognosesenkungen. Der Experte sieht keine starke Erholung im zweiten Halbjahr. Er hält an seinem „Halten“-Votum fest.

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