https://www.faz.net/-gv6-7otnd

Marktbericht : Infineon-Aktien heben nach Quartalszahlen ab

  • Aktualisiert am

Reinraum von Infineon Bild: REUTERS

Starke Quartalszahlen und ein zuversichtlicher Ausblick lassen Anleger am Dienstag bei Infineon zugreifen. Auch der Gesamtmarkt tendiert freundlich.

          2 Min.

          Ein starker Ausblick und ein überraschend hoher Gewinn lassen die Aktien des Chipherstellers Infineon am Dienstag haussieren. Nachdem dieser auch im zweiten Geschäftsquartal bis Ende März bei Umsatz und Gewinn zulegen konnte, erwartet der Vorstand nun für das komplette Geschäftsjahr mindestens das obere Ende der angepeilten Umsatz- und Renditespanne zu erreichen. Die Aktien verteuerten sich zuletzt um mehr als fünf Prozent auf 8,561 Euro.

          Händler und Analysten zeigten sich vom Ausblick angetan. Analyst Thomas Becker von der Commerzbank sowie Pierre Ferragu von Bernstein Research hoben in ihren ersten Eischätzungen die Gewinnentwicklung im abgelaufenen Quartal positiv hervor und lobten die Ziele für den weiteren Geschäftsverlauf. Laut Ferragu spiegelten die Ergebnisse vor allem die anziehenden Geschäfte im Auto- und Industriebereich wider. Becker erwartet, dass die Zahlen den Aktienkurs weiter in Richtung seines Kursziels von 10 Euro treiben sollten.

          Für Günther Hollfelder von der Baader Bank sind gerade die Zahlen zum zweiten Quartal ein Beweis dafür, dass es dem Chiphersteller auch weiterhin gelingt, die Margen zu verbessern. Er gehe davon aus, dass Infineon dies auch im laufenden dritten Quartal fortsetzen werde. Der operative Gewinn bei Infineon verdoppelte sich im Jahresvergleich auf 146 Millionen Euro. Der Überschuss stieg auf 124 Millionen Euro.

          Gefragt sind auch Aixtron, deren Kurs nach Vorlage des Quartalsberichts um knapp 5 Prozent steigt. Dabei ist Aixtron auch zu Jahresbeginn kaum vom Fleck gekommen. Analyst Fabian Süßenguth von der LBBW sieht  Fortschritte bei den Kosten und die solide Liquiditätsausstattung. Die Zahlen nannte er hingegen „so schwach wie erwartet.“ Der Analyst empfiehlt weiterhin, die Aktie zu verkaufen.

          Der angeschlagene Anlagenbauer wagte keine konkrete Prognose für das Gesamtjahr. Im ersten Quartal stieg der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent auf 37,7 Millionen Euro, der Umsatz kletterte um 9 Prozent auf 43,9 Millionen Euro. Der Betriebsverlust schrumpfte auf 10,9 Millionen Euro nach 76,3 Millionen vor Jahresfrist. Aixtron wartet auf den nächsten Investitionszyklus. Das Unternehmen produziert Chipanlagen zur Herstellung von Leuchtdioden (LED), die in der Unterhaltungselektronik, Automobilindustrie und bei industrieller Beleuchtung zum Einsatz kommen.

          Insgesamt sind die Unternehmenszahlen an der Börse zunächst gut angekommen. Die Verunsicherung der Anleger wegen der Ukraine-Krise sei wieder stärker in den Hintergrund gerückt, sagte ein Händler. Dazu dürfte auch die Meldung über einen Rückzug russischer Truppen von der Grenze beigetragen haben. Zudem blieb das deutsche GfK-Konsumklima auf hohem Niveau. Der Dax steigt um 0,7 Prozent auf 9513 Punkte. Der mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildende F.A.Z.-Index steigt um 0,6 Prozent auf 1987 Zähler. Deutsche-Bank-Aktien verteuern sich um 1,7 Prozent. Siemens fallen um 0,75 Prozent. Der Aufsichtsrat berät dem Vernehmen nach über ein mögliches Übernahmeangebot für den französischen Rivalen Alstom.

          Weitere Themen

          Geld her!

          FAZ Plus Artikel: Kapitalerhöhung für Lufthansa : Geld her!

          Der deutsche Staat will sich mit 20 Prozent an der angeschlagenen Lufthansa beteiligen. Die Kapitalerhöhung soll unter dem Ausschluss von Bezugsrechten für Altaktionäre stattfinden. Das wird ihre Anteile verwässern. Was passiert in diesem Fall eigentlich?

          Topmeldungen

          TUI hatte in mehreren Schritten 61 Maschinen der 737-Max-Reihe bestellt, von denen 15 infolge von Flugverboten am Boden bleiben mussten.

          F.A.Z. exklusiv : TUI und Boeing einigen sich auf Schadenersatz

          Nicht nur die Corona-Pandemie macht TUI zu schaffen – auch das teure Debakel um die 737 Max lastete bis zuletzt auf dem Reisekonzern. Nun aber gibt es zumindest eine gute Nachricht in der Krise.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.