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Marktbericht : Hoffnung auf gute amerikanische Arbeitsmarktdaten stützen

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die deutschen Aktienmärkte zeigen sich zum Wochenende freundlich. Hoffnungen auf gute Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt stabilisieren die Kurse. Autoaktien profitieren von guten Absatzzahlen aus China, Rückversicherer zählen zu den Verlierern.

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          Die Hoffnung auf eine Entspannung am amerikanischen Arbeitsmarkt hat den Dax am Freitag gestützt. Der Leitindex legt um 0,6 Prozent zu auf 7345 Punkte. Die bisherige Wochenbilanz ist mit rund 1,8 Prozent Plus positiv. Der M-Dax mittelgroßer Werte steigt um 0,7 Prozent auf 11.313 Punkte und steht damit so hoch wie noch nie in diesem Jahr. Für den Tec-Dax geht es um 0,7 Prozent auf 827 Punkte nach oben. Der marktbreite FAZ-Index gewinnt 0,6 Prozent auf 1573 Punkte.

          Die schon am Mittwoch vom Dienstleister ADP veröffentlichten amerikanischen Beschäftigungsdaten sorgen mit Blick auf den heutigen Arbeitsmarktbericht für September für Optimismus, sagen Börsianer. „So richtig aus der Deckung wird sich vor der Veröffentlichung der amerikanischen Arbeitsmarktdaten um 14.30 Uhr aber kaum jemand wagen wollen“, schreibt Investmentanalyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg. Selbst die in der Mittagszeit anstehenden und für die deutsche Konjunkturbeurteilung nicht ganz unwichtigen Auftragseingänge der Industrie würden daran nichts ändern. Darüber hinaus bleibt Spanien im Fokus, und die Frage, ob und wann das Land offiziell um Finanzhilfen beim EU-Rettungsfonds bittet.

          Autowerte profitieren weiter von China

          Zu den Favoriten im Dax zählen die Papiere der Autobauer Daimler, Volkswagen (VW) und BMW. Mit Gewinnen von bis zu 1,9 Prozent profitieren sie wie schon am Vortag von guten Absatzzahlen aus China. Europas größter Autobauer VW stellt sich zugleich auf einen Nachfrageeinbruch in der Heimatregion ein und schichtet dazu die Produktion um. Zudem nutzt Volkswagen den alten Golf als Preisbrecher im Kampf um die Kunden und korrigiert den geplanten Absatz für 2012 leicht nach unten.

          „Die Probleme in Europa treffen uns besonders beim Passat, der gerade bei Geschäftskunden gefragt ist. Viele Flottenkunden schieben ihre Bestellungen auf“, sagt Volkswagens Betriebsratschef Bernd Osterloh dem „Handelsblatt“. „Wir reagieren darauf, indem wir Schichten herausnehmen.“ Ein Börsianer sieht allerdings keinen Kurseinfluss. Es wäre keine Überraschung, wenn VW das interne Absatzziel verfehlt, und auch „nur“ 9,4 oder 9,5 Millionen Fahrzeuge würden das Vorjahresniveau noch deutlich übertrumpfen.

          SGL will in China Graphitelektroden produzieren

          Von der positiven Stimmung gegenüber Automobilaktien zeugt auch das Plus von 1,6 Prozent bei den Titeln des Zulieferers SGL Group. Der Karbonhersteller will nun auch in China Grafitelektroden produzieren. Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank aber äußert sich skeptisch: Wenngleich der Anlagehintergrund mit Blick auf das Geschäft mit Kohlenstofffasern weiterhin intakt sei, überwögen die kurzfristigen Risiken. Das Gesamtbild werde nach wie vor durch die hohe Bewertung der Papiere geprägt.

          Die Aktien von Rückversicherern zählen dagegen zu den Verlierern. Nach einer negativen Studie der japanischen Investmentbank Nomura sinken Munich Re um 0,3 und Hannover Rück um 0,6 Prozent. Die Rückversicherer hätten im bisherigen Jahresverlauf eine positive Neubewertung erfahren, schreibt Analyst Michael Klien in einer Branchenstudie zum Versicherungssektor. Für 2013 rechnet er aber mit einem schwierigeren Umfeld und nachlassender Dynamik. Bei den Papieren der Hannover Rück kommt noch eine Abstufung durch das Analysehaus Kepler hinzu.

          Gerresheimer am M-Dax-Ende

          Am M-Dax-Ende fallen die Titel des Verpackungsspezialisten Gerresheimer um 2 Prozent auf 39 Euro. Eine Abstufung durch die französische Investmentbank Cheuvreux und weiteres negatives Feedback nach den jüngsten Quartalszahlen belasten die Papiere.

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