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Marktbericht : Gewinnmitnahmen nach der Erholungsrally

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Hohe Kursschwankungen haben am Donnerstag das Geschäft auf den europäischen Aktienmärkten geprägt. Die Erholungsrally des Vortags setzt sich nicht fort.

          Nach der Erholungsrally des Vortags haben am Donnerstag Gewinnmitnahmen das Geschehen auf den europäischen Aktienmärkten geprägt. Am Vorabend hatte der Aktienindex Dow Jones Industrial nach einer konzertierten Notenbankintervention am Geldmarkt mit plus 4,2 Prozent den größten Tagesgewinn seit Mitte März 2009 verzeichnet.

          Der Handel auf den europäischen Märkten war am Donnerstag von hohen Kursschwankungen geprägt. Der deutsche Leitindex Dax bewegte sich zwischen 6018 und 6096 Punkten und pendelte am späten Nachmittag um den Schlussstand vom Vortag, der bei 6089 Punkten lag. Klare Zugewinne verzeichneten dagegen die Leitindizes an den Börsen in London, Zürich und Mailand.

          Dämpfer von Draghi

          Mario Draghi, der neue Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), hatte vor erhöhten Konjunkturrisiken gewarnt. Dies versetzte den europäischen Märkten einen Dämpfer. Unter den europäischen Standardwerten standen französische Großbanken unter Abgabedruck. Société Générale wurden in der Spitze mit einem Kursabschlag von 4 Prozent gehandelt, BNP Paribas gaben im Tagestief mehr als 3 Prozent ab. Der Euro Stoxx 50, Leitindex für Standardwerte aus dem Euroraum, lag am Nachmittag 0,4 Prozent im Plus bei 2340 Punkten.

          Dagegen waren Aktien aus den Sektoren Chemie, Telekom und Versorger unter Druck. So verzeichneten Deutsche Telekom, Telekom Austria und BT Group Kursabschläge.

          Beiersdorf Favorit im Dax

          In Frankfurt legte der Dax im Verlauf 0,2 Prozent auf 6103 Punkte zu. Der marktbreite F.A.Z.-Aktienindex lag 0,4 Prozent im Minus bei 1356 Punkten. Tagesfavorit unter den Standardtiteln war die Aktie von Beiersdorf. Nachdem der Kosmetik- und Hautpflegekonzerns tags zuvor eine Straffung des Geschäfts und einen kräftigen Stellenabbau angekündigt hatte, gab es am Mittwoch positive Analystenkommentare. Weltweit werden 1000 von insgesamt 18.000 Arbeitsplätzen gestrichen, 230 Stellen davon in Deutschland. Durch bessere Strukturen und Prozesse will das Unternehmen so ab 2014 jährlich 90 Millionen Euro einsparen und seine Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit stärken.

          Am deutschen Aktienmarkt wurden Aktien der beiden Chemiekonzerne Wacker Chemie und Lanxess in den Markt gegeben. Lanxess kündigte am Donnerstag an, den Umsatz in China, einschließlich Hongkong, Macao und Taiwan bis 2012 auf mehr als 1 Milliarde Euro zu steigern. Zuletzt steuerte die Region 800 Millionen Euro zum Umsatz bei, hieß es weiter.

          Burberry expandiert nach Paris

          In London rückte der FTSE-100-Index um 0,7 Prozent auf 5542 Punkte zu. Gesucht waren Titel von Burberry, die sich um mehr als 4 Prozent verteuerten. Burberry will in Paris weitere Geschäfte eröffnen, kündigte die Vorstandsvorsitzende Angela Ahrendts in der Zeitung „Les Echos“ an. Der Broker Seymour Pierce empfahl die Titel am Donnerstag zum Kauf und verwies darauf, dass das Gewinnwachstum von 20 bis 25 Prozent je Aktie im Kurs noch nicht angemessen berücksichtigt sei.

          „Wir sind in Sorge angesichts der mangelnden Perspektive und den fehlenden Fortschritten auf politischer Ebene”, sagte Peter Oppenheimer, Leiter Aktienstrategie weltweit bei Goldman Sachs. Auf kurze Sicht müsse der Markt weiter fallen, während eine Rezession weiter eingepreist werde, ergänzte Oppenheimer.

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