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Marktbericht : Getrübte Unternehmensstimmung belastet den Dax

  • Aktualisiert am

Die Börse in Frankfurt Bild: Reuters

Der deutsche Leitindex hat am Donnerstag wieder an Boden verloren. Nach zwei positiven Handelstagen büßte der Dax zum Handelsschluss fast ein Prozent ein. Ein Bericht über Pläne, das Marktforschungsunternehmen GfK zu verkaufen, beflügelten dessen Aktien.

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          Die verhaltene Entwicklung an den Überseebörsen und die Stimmungseintrübung in deutschen Unternehmen haben den Dax am Donnerstag ausgebremst. Nach zwei Handelstagen mit Kursgewinnen verlor der deutsche Leitindex 0,9 Prozent auf 10529,6 Punkte.

          Für den M-Dax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,8 Prozent auf 21.480,3 Zähler abwärts. Der Technologiewerte-Index Tec-Dax verlor 0,7 Prozent auf 1717,8 Punkte. Ähnlich sah es in ganz Europa aus. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 sank um 0,7 Prozent auf 2987,7 Punkte und auch in Paris und London wurden Verluste verbucht. In den Vereinigten Staaten bewegten sich die wichtigsten Indizes zum europäischen Handelsschluss zugleich kaum vom Fleck.

          Ifo-Geschäftsklima enttäuscht

          Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hatte sich im August laut dem Geschäftsklima-Index des Münchener Ifo-Instituts überraschend und auch deutlich eingetrübt. Nach Einschätzung der Direktbank Ing-Diba hat das britische Referendum für einen EU-Austritt mit Verzögerung nun doch auf die Unternehmensstimmung durchgeschlagen. Die DekaBank sieht dagegen ein Gemisch aus zahlreichen Unsicherheitsfaktoren, die sich nun „in die Zuversicht der Unternehmer hinein fressen“.

          Immer näher rücken zudem die interessanten Ereignisse in Jackson Hole. Zu den Höhepunkten der internationalen Notenbankkonferenz, die an diesem Tag begonnen hat, zählt die am Freitag anstehende Rede der amerikanischen Notenbankpräsidentin Janet Yellen. Geldpolitische Weichenstellungen sind nach Experteneinschätzungen allerdings nicht zu erwarten.

          Bericht über Verkaufspläne beflügeln GfK

          Kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es vor allem in den Nebenwerte-Indizes. Im S-Dax der geringer kapitalisierten Unternehmen eroberten die GfK-Aktien mit plus 5,8 Prozent den Spitzenplatz. Der „Wirtschaftswoche“ zufolge prüft der Mehrheitseigner, der GfK Verein, verschiedene Varianten für die Zukunft des angeschlagenen Marktforschungsunternehmens. Dazu zählten etwa eine Fusion oder der Verkauf von Anteilen an einen Wettbewerber. Mit der Wahl von Ralf Klein-Bölting zum neuen Aufsichtsratschef stellte das GfK-Kontrollgremium erste Weichen für eine Neuausrichtung.

          Dagegen büßten die Aktien von Wacker Neuson 3,2 Prozent ein. Der Baumaschinenhersteller wird nur noch bis Mai 2018 spezielle Minibagger an den amerikanischen Wettbewerber Caterpillar liefern. Der will anschließend diese Maschinen dann selbst herstellen.

          RTL mit Quartalszahlen

          Im M-Dax gaben die Aktien des Medienunternehmens RTL nach einem eher schwach verlaufenen zweiten Quartal um 0,7 Prozent nach. Bei Biotech-Papieren drückten Sorgen um eine Deckelung von Medikamentenpreisen in den Vereinigten Staaten auf die Stimmung. Der amerikanische Pharmakonzern Mylan hatte sich dem politischen Druck im amerikanischen Wahlkampf gebeugt und will seine Allergiespritze Epipen nun günstiger anbieten. Im Tec-Dax büßten die Qiagen-Aktien 2,4 Prozent ein. Morphosys verloren 2,1 Prozent und Evotec gaben um 1,5 Prozent nach.

          Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,23 Prozent am Vortag auf minus 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 144,25 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,10 Prozent auf 167,42 Zähler. Der Eurokurs stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1290 (Mittwoch: 1,1268) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8857 (0,8875) Euro.

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