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Marktbericht : Fed bleibt auf Kurs - Dax deutlich fester

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die neue amerikanische Notenbankchefin Janet Yellen hält am geldpolitischen Kurs ihres Vorgängers fest und erfüllt damit die Erwartungen der Anleger. Der Dax legt entsprechend über 2 Prozent zu.

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          Die seit Februar amtierende Chefin der weltgrößten Notenbank hat in ihrer vorab veröffentlichten Antrittsrede vor dem amerikanischen Kongress angekündigt, die Anleihenkäufe weiter zurückfahren zu wollen. Die Arbeitslosigkeit sei zwar nach wie vor ein Problem, allerdings rechtfertige die vorankommende wirtschaftliche Erholung diese Strategie. Die Volatilität an den Schwellenländermärkten sei kein substanzielles Risiko für den wirtschaftlichen Ausblick der Vereinigten Staaten.

          „Entscheidend ist, dass die Zinsen nicht erhöht werden“

          „Sie hat klargemacht, dass die bisherige geldpolitische Strategie fortgesetzt wird und dass sie die Probleme im Blick hat“, sagte Aktienstratege Robert Halver von der Baader Bank. „Entscheidend ist, dass die Zinsen nicht erhöht werden, und in diese Richtung gab es keinerlei Hinweis.“ Dem deutschen Dax taten die Äußerungen von Yellen gut - der deutsche Leitindex kletterte um 2,03 Prozent auf 9478,77 Punkte. Damit knüpfte er wieder an den positiven Trend vor dem Wochenende an. Der F.A.Z.-Index, der auch die Werte kleinerer Unternehmen umfasst, gewann zum Handelsschluss 1,80 Prozent auf 1991.09 Punkte.

          Die Fed hat nach einer fünfjährigen Phase der ultralockeren Geldpolitik im Januar begonnen, ihre Unterstützung für die Wirtschaft zurückzufahren. Die monatlichen Anleihenkäufe wurden um insgesamt 20 Milliarden auf nunmehr 65 Milliarden Dollar zurückgefahren. Letztlich habe Yellen klar gemacht, dass sie den von ihrem Vorgänger Ben Bernanke eingeschlagenen Kurs fortsetze, sagte HSBC-Analyst Rainer Sartoris. „Alles andere hätte mich auch gewundert, schließlich ist die US-Wirtschaft trotz der zuletzt enttäuschenden Arbeitsmarktzahlen weiter auf Wachstumskurs.“ Für die Wall Street deutete sich eine leicht höhere Eröffnung an.

          Angesichts der nachlassenden Spekulationen auf eine langsamere Straffung der Geldpolitik machte der Dollar zu wichtigen Währungen wie dem Euro oder dem Yen frühe Verluste wett. Der Euro notierte daraufhin unverändert zum späten Vortagesgeschäft um 1,3640 Dollar.

          Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,34 Prozent am Vortag auf 1,36 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,11 Prozent auf 134,24 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,11 Prozent auf 143,56 Punkte nach unten. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3676 (Montag: 1,3638) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7312 (0,7332) Euro.

          Autowerte gesucht

          Im Dax nahmen Daimler und BMW nach positiven Kommentaren von Analysten mit Kursgewinnen von 3,69 beziehungsweise 2,99 Prozent vordere Plätze ein. BMW hatte im Januar den Absatz deutlich gesteigert, die Stuttgarter fahren derzeit Sonderschichten für die Produktion der neuen C-Klasse. Die Volkswagen-Titel schafften nach Rekord-Absatzzahlen ein Plus von 2,64 Prozent. Ganz vorne im Leitindex landeten Aktien von Bayer mit plus 3,72 Prozent.

          Beim Reifenhersteller und Autozulieferer Continental sorgten die am Montagnachmittag angekündigte Milliarden-Übernahme in Amerika und gut aufgenommene Zahlen des französischen Konkurrenten Michelin für Kursgewinne von 2,98 Prozent. Metro-Titel sackten als MDax-Schlusslicht um 2,23 Prozent ab, nachdem der Handelskonzern für das wichtige Weihnachtsquartal endgültige Zahlen vorgelegt hatte und Börsianer damit enttäuschte. Umsätze und Ergebnisse waren zurückgegangen.

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