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Marktbericht : EZB-Zinssenkung treibt Dax auf Rekordhoch

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Leitindex ist am Donnerstag ein weiteres Mal auf den höchsten Wert seiner Geschichte gestiegen. Nach der überraschenden Zinssenkung der EZB schloss der Dax bei 9081 Punkten.

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          Eine überraschende Zinssenkung in der Eurozone und starke amerikanische Konjunkturdaten haben den Dax am Donnerstag auf Rekordkurs gesetzt. Nach der Zinsentscheidung war der Leitindex erstmals über die Marke von 9100 Punkten gestiegen und hatte am frühen Nachmittag bei 9193 Punkten den höchsten Stand seiner Geschichte erreicht. Im späten Handel büßte der Dax im Zuge einer fallenden Wall Street den Großteil seiner vorherigen Gewinne ein. Letztlich gewann er 0,4 Prozent auf 9081 Punkte, verbuchte damit auf Schlusskursbasis aber immer noch ein Rekordhoch. Der M-Dax mittelgroßer Werte verlor hingegen 0,6 Prozent auf 16.122 Punkte, nachdem er zuvor auf ein Allzeithoch bei 16.283 Zählern gestiegen war. Der Tec-Dax stieg um 0,01 Prozent auf 1141,9 Punkte.

          Mit dem Zinsschritt reagierte die Europäische Zentralbank (EZB) auf den ungewöhnlich schwachen Preisauftrieb im Euro-Währungsraum und senkte den Leitzins auf ein Rekordtief. „Die EZB bleibt im Wettlauf der Währungen voll dabei und hat die Geldschleusen noch deutlicher geöffnet. Begründet durch niedrige Inflation und gar Deflationsrisiken vollzieht sie aber einen Schritt, der angesichts der Wirtschaftserholung selbst in Südeuropa überzogen erscheint“, sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. Auch aus den Vereinigten Staaten kam am Nachmittag Rückenwind, denn die Konjunktur in der weltgrößten Volkswirtschaft hatte im dritten Quartal überraschend an Fahrt aufgenommen.

          Commerzbank überrascht positiv

          Börsianer hatten auch die Quartalszahlen vieler Unternehmen - darunter alleine sieben Dax-Konzerne - zu verarbeiten. Commerzbank-Aktien feierten eine überraschend gute Quartalsbilanz und den bestätigten Ausblick mit einem Kurssprung von mehr als 10 Prozent. Die Anteile an dem Geldinstitut stiegen erstmals seit März über 10 Euro. Continental-Papiere notierten mit plus 6,8 Prozent auf Rekordhoch. Damit hat sich der Börsenwert des Unternehmens des Reifenherstellers binnen eines Jahres fast verdoppelt. Seit ihrem Tief Anfang Februar 2009 verteuerten sich die Conti-Aktien sogar um mehr als 1.300 Prozent. Getrieben von wachsender Nachfrage und günstigen Einkaufspreisen hatte der Autozulieferer seine Margen-Prognose erhöht. Der Umsatz war vom starken Euro belastet worden.

          Adidas-Titel reagierten mit einem Plus von knapp 4 Prozent auf die vorgelegten Zahlen. Analyst Herbert Sturm von der DZ Bank hob die überraschend gute Rohertragsmarge des Sportartikelherstellers hervor. Die Papiere von Siemens verteuerten sich nach der Zahlenvorlage des Elektrotechnikkonzerns und eines angekündigten Aktienrückkaufprogramms um 3,4 Prozent auf den höchsten Stand seit Mai 2011. Die Papiere von Heidelberg Cement rutschten dagegen nach Quartalszahlen und wegen eines vorsichtigeren Ausblicks am Dax-Ende um 3,8 Prozent ab.

          T-Aktie honoriert gute Zahlen nicht

          Die Telekom-Aktien gerieten trotz überraschend guter Kennziffern mit minus 2,3 Prozent ebenfalls unter Druck. Munich Re verbilligten sich um knapp 2 Prozent. Dabei bleibt der Rückversicherer trotz Flut und Hagel im Sommer zuversichtlich und kauft eigene Aktien zurück. Größter Verlierer im M-Dax waren Pro-Sieben-Sat.1 nach Zahlen mit minus 6,4 Prozent. Das Ergebnis soll im Schlussquartal nicht mehr so stark zulegen wie in den ersten neun Monaten. Die anderen wichtigen Börsen in Europa präsentierten sich im Minus.

          Der Euro Stoxx 50 schloss 0,4 Prozent tiefer bei 3042,98 Punkten. Die Leitindizes in Paris und London verloren zwischen 0,14 und 0,66 Prozent. Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,42 (Vortag: 1,41) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 133,90 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,52 Prozent auf 141,86 Punkte. Der Euro fiel nach der EZB-Zinssenkung deutlich. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3365 (Mittwoch: 1,3517) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7482 (0,7398) Euro.

          Qualcomm drückt Amerikas Börsen ins Minus

          Die Wall Street ist am Donnerstag trotz der EZB-Zinssenkung und des fulminanten Börsendebüts von Twitter ins Minus gedreht. Auf die Kurse drückte vor allem der Zwischenbericht von Qualcomm. Das Quartalsergebnis und die Umsatzprognose des Chipherstellers fielen schwächer aus als erwartet. Die Qualcomm-Aktie sackte 4 Prozent ab. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte im New Yorker Handel 0,5 Prozent tiefer mit 15.669 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,8 Prozent auf 1756 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab sogar 1,4 Prozent nach auf 3877 Punkte.

          Die Twitter-Aktien schossen zwischenzeitlich auf 50 Dollar in die Höhe, nachdem sie zu 26 Dollar ausgegeben worden waren. Im frühen Handel hatten die amerikanischen Börsen noch höher tendiert. Gestützt wurden die Kurse durch die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB), die von den Investoren als positive Überraschung begrüßt wurde.

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