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Marktbericht : Dow schließt nach Bernanke-Rede deutlich tiefer

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Bild: F.A.Z.

Fed-Chef Ben Bernanke hat mit seinem Zeitplan für einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik an der Wall Street für sinkende Aktienkurse gesorgt. Die wichtigsten Indizes gingen am Mittwoch mit einem Minus von mehr als einem Prozent aus dem Handel. Auch die Preise von amerikanischen Staatsanleihen gaben nach.

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          Die Wall Street hat am Mittwoch mit einer klaren Abwärtsbewegung auf die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen und Kommentare der amerikanischen Notenbank Fed reagiert. Auch die Preise von amerikanische Staatsanleihen gaben nach: Die Rendite für zehnjährige Papiere kletterte auf den höchsten Stand seit 14 Monaten.

          Bernanke sagte auf der Pressekonferenz nach der Sitzung des Offenmarktausschusses, die Notenbank könnte ihren laxen geldpolitischen Kurs noch in diesem Jahr verlassen. Letztlich hänge der Zeitpunkt von der Entwicklung des Arbeitsmarktes ab.“Sollten unsere Prognosen tatsächlich eintreffen, dann enden die Anleihekäufe Mitte kommenden Jahres.“ Die Fed kauft Monat für Monat für 85 Milliarden Dollar Staats- und Immobilienpapiere. Bei einer Wirtschaftsentwicklung, wie sie sich die Notenbanker erhofften, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Umfang der Bondkäufe noch in diesem Jahr gedrosselt werden könne, sagte Bernanke.

          Der Dow Jones sank um 1,35 Prozent auf 15.112 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen den Marken von 15.112 und 15.322 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 1,4 Prozent auf 1628 Zähler nach. Der Nasdaq-Index lag bei 3443 Punkten, was einem Minus von 1,1 Prozent entspricht.
          In Frankfurt hatte der Dax noch vor den Fed-Äußerungen mit einem Verlust von 0,4 Prozent auf 8197 Punkten geschlossen.

          Am Devisenmarkt deckten sich Investoren mit dem Dollar ein. Zum Yen kletterte der Greenback bis auf 96,93 Yen von 95,32 Yen am Vorabend. Parallel geriet der Euro unter Druck und rutschte unter die Marke von 1,33 Dollar auf ein Vier-Tages-Tief von 1,327 Dollar ab. Deutliche Auswirkungen hatten die Bemerkungen Bernankes auch am Edelmetallmarkt. Der Goldpreis fiel auf den niedrigsten Stand seit einem Monat. Für eine Feinunze waren nur noch 1350 Dollar fällig.
          Bei den Einzelwerten standen an der Wall Street Aktien von Adobe im Interesse, die um 5,6 Prozent stiegen. Der Hersteller der Photoshop- und Acrobat-Software hatte einen unerwartet hohen Gewinn präsentiert und verzeichnet eine steigende Nachfrage nach internetbasierten Anwendungen, der sogenannten Cloud. Positiv aufgenommene Geschäftszahlen trieben die Papiere von Fedex um 1,1 Prozent in die Höhe. Der Paketzusteller steigerte Gewinn und Umsatz im abgelaufenen Quartal.

          Der Grafikkarten-Hersteller Nvidia will seine Technik nicht nur selbst verbauen, sondern auch Lizenzen vergeben. Das eröffnet neue Möglichkeiten, etwa für Geschäfte mit Apple und Samsung Electronics. Nvidia-Aktien stiegen um 3,1 Prozent.

          Um fast 4,4 Prozent tiefer notierten Papiere von Sprint. Der anBezahlfernsehanbieter Dish will im Bieterkampf um Sprint zunächst kein neues Angebot vorlegen. Der japanische Telekomkonzern Softbank hatte jüngst seine Offerte für Sprint auf 21,6 Milliarden Dollar angehoben. Dish-Aktien stiegen um 0,5 Prozent.
          Unter Druck standen Papiere von Blackberry, die 4,4 Prozent nachgaben. Die Analysten von Bernstein Research hatten den Smartphone-Hersteller vor der für die kommende Woche erwarteten Quartalszahlen herabgestuft.

          An der New York Stock Exchange wechselten rund 760 Millionen Aktien den Besitzer. 446 Werte legten zu, 2581 gaben nach, und 73 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 683 im Plus, 1809 im Minus und 93 unverändert.

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