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Marktbericht : Deutsche Aktien schließen uneinheitlich

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Bild: F.A.Z.

Während der Dax am Montag noch ein leichtes Plus verzeichnete, gab es bei den Nebenwerten Abschläge. Ursache ist vor allem eine schwächere Wall Street.

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          Ein vor den kommenden Unternehmensberichten zögerlicher Start der Wall Street hat den deutschen Aktien am Montag den Wind aus den Segeln genommen. Der Dax war in der Spitze um 0,9 Prozent gestiegen, beendete den Handel aber nur 0,2 Prozent im Plus bei 7.730 Punkten. Der marktbreite FAZ-Index legte nur 0,1 Prozent auf 1666 Punkte zu.

          Frühen Rückenwind hatte der deutsche Aktienmarkt noch von der Hoffnung auf eine gute amerikanische Berichtssaison erhalten. Für einen Ausbruch aus dem Bereich zwischen 7.700 bis 7.800 Punkten fehle dem Dax derzeit der Anlass, sagt Händler Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Wichtige Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten werden erst am Dienstag erwartet, und die Saison der Unternehmensberichte nimmt in den Staaten erst zur Wochenmitte Fahrt auf.

          Analysten bewegen

          Analystenkommentare sorgten für Bewegung. Spitzenreiter waren Fresenius Medical Care mit einem Zugewinn von rund 2 Prozent. Die Privatbank Berenberg hatte bei den zuletzt schwächelnden Titeln des Dialysespezialisten eine gute Kaufgelegenheit in Aussicht gestellt. Außerdem verhalfen optimistische Analystenstimmen den Papieren des Rückversicherers Munich Re und dem Chemiekonzern BASF jeweils mit etwa einem Prozent ins Plus. Die zuletzt deutlich erholten Aktien von Thyssen-Krupp verloren dagegen 1,8 Prozent.

          Sky Deutschland verteuerten sich um 1,85 Prozent. Fünf Jahre nach seinem Einstieg übernimmt Großaktionär Rupert Murdoch im Rahmen einer weiteren Kapitalerhöhung die Mehrheit an dem Bezahlsender. Analyst Harald Heider von der DZ Bank sprach angesichts dessen und der Sicherung neuer Bankkredite von einer guten Nachricht für die mittelfristige Finanzlage.

          Die Aktien von Dialog Semiconductor sackten um fast sieben Prozent ab. Am Markt wurde dies mit Berichten begründet, wonach Apple die Bestellungen von Bauteilen für sein neues iPhone 5 wegen einer schleppenden Nachfrage reduziert habe. Börsianer sprachen deshalb von weiteren Gewinnmitnahmen bei den Papieren des Halbleiterkonzerns, der als einer der Zulieferer gilt. Erst am vergangenen Donnerstag waren die Papiere auf den höchsten Stand seit Ende Oktober geklettert.

          Apple-Aktie zieht Technologiewerte nach unten

          Die Apple-Aktie steht zu Wochenbeginn mit negativen Nachrichten im Fokus der Wall Street. So hat der Technologie-Konzern die Bestellungen für Bauteile des iPhone 5 wegen einer unerwartet schwachen Nachfrage zurückgefahren, heißt es von mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Die Aufträge für Displays für das neue iPhone etwa seien für das erste Quartal auf rund die Hälfte der Menge gesunken, die das Unternehmen ursprünglich anvisiert hatte.

          Auch für andere Komponenten habe der Konzern Apple die Auftragsmengen verringert und die Zulieferer vergangenen Monat darüber informiert, heißt es weiter. Apple war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Der Schritt deutet darauf hin, dass sich das neue iPhone nicht so gut verkauft wie ursprünglich erwartet und dass die Nachfrage nachlässt. Apple trifft dies in einer Situation, in der sich der Konzern zunehmend durch Samsung und andere Smartphone-Hersteller herausgefordert sieht, deren Geräte mit dem Android-Betriebssystem von Google laufen.

          Die Apple-Aktie gibt um 2,9 Prozent nach. Zur Eröffnung waren die Titel erstmals seit Februar 2012 wieder unter die Marke von 500 Dollar gerutscht, konnten dieses Niveau aber rasch wieder zurückerobern. Das Apple-Minus belastet auch den Nasdaq Composite, der um 0,4 Prozent nachgibt. Der Dow-Jones-Index tendiert hingegen unverändert und der S&P-500 gibt nur um 0,2 Prozent nach.

          Im Vorfeld einer Rede von amerikanischen Notenbankpräsident Ben Bernanke am späten Abend herrscht insgesamt Zurückhaltung, heißt es aus dem Handel. Die Anleger erhoffen sich vom ersten Auftritt Bernankes in diesem Jahr neue Hinweise zu den Anleihekäufen der Federal Reserve. Die Märkte bewegen könnten daneben auch Kommentare zur neuen Fiskalklippe im Februar. Auch muss die Schuldenobergrenze angehoben werden. Impulse von der Konjunkturseite gibt sind es dagegen nicht zu erwarten, die Agenda ist leer.

          Unter den Einzelwerten steht zudem die Aktie des Paketdienstleisters UPS im Fokus. Der Konzern will die Übernahme der niederländischen TNT Express abblasen, nachdem die EU-Kommission mitgeteilt hatte, die Transaktion wegen Wettbewerbsbedenken zu kippen. Die UPS-Aktie klettert um 1,2 Prozent.

          Daneben sorgen Analysten-Kommentare für Bewegung. So hat JP Morgan IBM und Sprint Nextel auf „Neutral“ von „Overweight“ zurückgestuft. Die Aktie von Hewlett-Packard wurde dagegen auf „Neutral“ von zuvor „Underweight“ angehoben. Die IBM- und die Sprint-Aktie geben um 1,2 oder 3,3 Prozent nach, während die Titel von Hewlett-Packard um 2,9 Prozent anziehen.

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